Welches Deutschniveau brauchst du für die Einbürgerung?
Stand der Angaben: 30. September 2026. Regeln ändern sich: Frag vor dem Antrag bei deiner Einbürgerungsbehörde nach.
Wer einen deutschen Pass möchte, braucht Deutsch auf dem Niveau B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GER). Auf diesem Niveau kommst du im Alltag allein zurecht: Du schreibst deinem Vermieter eine E-Mail, erklärst auf dem Amt ein Problem, verstehst Nachrichten zu vertrauten Themen und begründest deine Meinung. In diesem Beitrag erfährst du, welche Zertifikate B1 nachweisen, was die Einbürgerungsbehörde sonst noch verlangt, wie sich B1 zu den anderen Niveaus im Aufenthaltsrecht verhält und wie viele Wörter B1 tatsächlich bedeutet.
Die kurze Antwort: B1, nachgewiesen durch ein Zertifikat
Das Staatsangehörigkeitsgesetz (§ 10) verlangt „ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache“, und die Behörden verstehen darunter B1. Nachgewiesen wird das meist mit dem Zertifikat einer dieser Prüfungen:
| Prüfung | Anbieter | Warum man sie wählt |
|---|---|---|
| Deutsch-Test für Zuwanderer (DTZ) | telc / g.a.s.t. im Auftrag des BAMF | Abschlusstest des Integrationskurses; kostenlos im Kurs |
| Goethe-Zertifikat B1 | Goethe-Institut | Weltweit angeboten, modular: Du kannst einen Teil wiederholen |
| telc Deutsch B1 | telc gGmbH | Das dichteste Netz an Prüfungszentren in Deutschland |
| ÖSD Zertifikat B1 | ÖSD | Gleiches Format wie Goethe B1; verbreitet in Österreich |
Auch ein deutscher Schulabschluss, ein deutsches Studium oder eine abgeschlossene Berufsausbildung auf Deutsch zählen, und wer wegen Krankheit, Behinderung oder Alter keine Sprache lernen kann, kann befreit werden. Frag deine Behörde, welchen Nachweis sie bevorzugt: Manche wollen das Original, manche eine beglaubigte Kopie.
Der DTZ ist ein Sonderfall: ein Test mit zwei möglichen Ergebnissen. Erreichst du B1, steht B1 auf dem Zertifikat. Erreichst du es nicht, steht dort A2, was für manche Aufenthaltstitel genügt, aber nicht für die Einbürgerung.
Was die Einbürgerungsbehörde sonst noch prüft
Die Sprache ist eine von mehreren Voraussetzungen. Seit der Reform 2024 beträgt die übliche Aufenthaltsdauer fünf Jahre. Die verkürzte Einbürgerung nach drei Jahren mit C1 und besonderen Integrationsleistungen wurde 2025 wieder abgeschafft, plane also mit fünf Jahren, wenn deine Behörde nichts anderes sagt. Außerdem brauchst du:
- den Test Leben in Deutschland oder den älteren Einbürgerungstest: 33 Fragen zu Staat, Geschichte und Gesellschaft, von denen du mindestens 17 richtig beantworten musst (ein Abschluss an einer deutschen Schule ersetzt ihn);
- ein gesichertes Einkommen ohne die meisten Sozialleistungen;
- ein sauberes Führungszeugnis und ein Bekenntnis zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung.
Das Sprachzertifikat dauert meist am längsten, weil Prüfungstermine Wochen im Voraus ausgebucht sind. Melde dich zur Prüfung an, bevor du die übrigen Unterlagen sammelst.
B1 in der Praxis: was die Prüfung verlangt
Alle vier B1-Prüfungen testen dieselben vier Fertigkeiten, auch wenn die Aufgaben unterschiedlich aussehen. Bei Goethe und ÖSD hast du 65 Minuten Lesen, 40 Minuten Hören, 60 Minuten Schreiben und 15 Minuten Sprechen mit einer Partnerin oder einem Partner. Im Schreiben beantwortest du eine informelle E-Mail, schreibst einen kurzen Meinungsbeitrag für ein Forum und eine kurze formelle E-Mail. Im Sprechen plant ihr gemeinsam etwas, du hältst eine kurze Präsentation zu einem Thema und reagierst auf die Präsentation deines Gegenübers. Ein Modul bestehst du mit 60 von 100 Punkten.
Der DTZ ist kürzer und näher am Alltag in Deutschland: Durchsagen, Briefe von Ämtern, ein Brief an den Vermieter oder die Schule deines Kindes und ein Gespräch, in dem ihr gemeinsam etwas plant.
Wie viele Wörter sind B1?
Die B1-Wortliste des Goethe-Instituts nennt etwa 2.400 lexikalische Einheiten, und sie setzt die Wörter von A1 und A2 schon voraus. Als wir die veröffentlichten Listen für A1, A2 und B1 zu einzelnen Stichwörtern bereinigt haben, kamen wir auf insgesamt 3.186 Stichwörter. Diese Zählung und was sie für einen Lernplan bedeutet, steht in Wie viele Wörter brauchst du für Deutsch B1?
Die Zahl ist weniger erschreckend, als sie klingt: Nach einem A2-Kurs kennst du wahrscheinlich schon tausend davon. Entscheidend für die Prüfung sind die Wörter für die Aufgaben oben: Amts- und Formularwortschatz (Antrag, Frist, Bescheid), die Redemittel für eine formelle E-Mail (Ich schreibe Ihnen, weil ...) und die Konnektoren, nach denen das Schreiben bewertet wird (obwohl, deshalb, trotzdem).
So lernst du den Wortschatz
- Finde deine Lücke. Mach einen kurzen Wortschatz-Check und sieh, wie viele B1-Wörter du schon kennst und welche Themen am schwächsten sind.
- Leg das Prüfungsdatum fest und rechne rückwärts. Teile die fehlenden Wörter durch die verbleibenden Tage und halte die letzte Woche nur für Wiederholung frei.
- Lerne Redemittel, nicht nur Wörter. Für das Schreiben lernst du ganze Einleitungen, Bitten und Schlüsse, formell und informell.
- Lerne jeden Tag ein bisschen. Zehn bis fünfzehn Minuten verteilte Wiederholung schlagen zwei Stunden am Sonntag.
Genau das macht unser Prüfungs-Kit Deutsch B1: der B1-Wortschatz nach Prüfungsthemen, die Redemittel für jede Schreib- und Sprechaufgabe, Konnektoren und Grammatik im Kontext, mit Audio in natürlich klingenden synthetischen Stimmen, einem Wortschatz-Check und einem Plan, der vor deinem Prüfungstermin fertig ist. Die ersten 20 Karten kannst du kostenlos ausprobieren.
Offizielle Quellen
- BAMF, Integrationskurs und DTZ: bamf.de
- Bundesministerium des Innern, Einbürgerung: bmi.bund.de
- Goethe-Zertifikat B1: goethe.de
Words on Repeat steht in keiner Verbindung zum Goethe-Institut, zu telc, zum ÖSD oder zum BAMF.