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Swiss German — Essentials (for German Speakers) Official

Essential Swiss German (Züridütsch) words for German speakers. Greetings, everyday expressions, key differences from Hochdeutsch, with phonetic pronunciation guides and Bärndütsch variants in grammar notes.

GER A1 — Anfänger
Auf diesem Niveau kannst du: sich vorstellen, essen bestellen, nach dem weg fragen. Wortschatz: ~500 Wörter (kumulativ).
Das lernst du
What does “Uf Wiederluege” mean in Swiss German?
“Uf Wiederluege” means “Auf Wiedersehen” in Swiss German. Example: Uf Wiederluege, Herr Doktor. — Auf Wiedersehen, Herr Doktor.
What does “Merci vilmal” mean in Swiss German?
“Merci vilmal” means “Vielen Dank” in Swiss German. Example: Merci vilmal für d Hilf! — Vielen Dank für die Hilfe!
What does “Gärn gscheh” mean in Swiss German?
“Gärn gscheh” means “Gern geschehen / Bitte sehr” in Swiss German. Example: Gärn gscheh, das isch keis Problem. — Gern geschehen, das ist kein Problem.
What does “Wie gaats?” mean in Swiss German?
“Wie gaats?” means “Wie geht es (Ihnen/dir)?” in Swiss German. Example: Hoi, wie gaats der? — Hallo, wie geht es dir?
What does “Danke guet” mean in Swiss German?
“Danke guet” means “Danke, gut” in Swiss German. Example: Danke guet, und dir? — Danke, gut, und dir?
What does “Schöne Oobe” mean in Swiss German?
“Schöne Oobe” means “Schönen Abend” in Swiss German. Example: Schöne Oobe, schlafed guet! — Schönen Abend, schlaft gut!
What does “En Guete” mean in Swiss German?
“En Guete” means “Guten Appetit” in Swiss German. Example: S Ässe isch parat, en Guete! — Das Essen ist fertig, guten Appetit!
What does “Hoi zäme” mean in Swiss German?
“Hoi zäme” means “Hallo zusammen” in Swiss German. Example: Hoi zäme, sind alli da? — Hallo zusammen, sind alle da?
Schweizerdeutsch → Deutsch 253 Wörter ~26 Tage bei 10 Wörtern/Tag 0 Downloads A1 A2
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WortÜbersetzungBeispiel
GrüeziA1
DER Zürcher Gruss (von „Gott grüez i“)! Formell und neutral: „Grüezi!“ im Laden, im Zug, überall in der Deutschschweiz.
Guten Tag (formell) Grüezi, wie gaats Ihne?
Guten Tag, wie geht es Ihnen?
GrüessechA1
Die Berner Variante von Grüezi: „Grüessech!“ — in Bern und Umgebung. So erkennt man die Region!
Guten Tag (formell, Bern) Grüessech, Frau Meier, wie gaats?
Guten Tag, Frau Meier, wie geht es Ihnen?
HoiA1informal
Informeller Gruss unter Freunden: „Hoi, wie gahts?“ — nur bei Duzfreunden!
Synonyme: Sali
Hallo (informell) Hoi, was machsch hüt?
Hallo, was machst du heute?
SaliA1informal
Informell, vor allem in Basel und der Nordwestschweiz (vom französischen „salut“): „Sali zäme!“
Synonyme: Hoi
Hallo (informell) Sali, chunnsch au is Kino?
Hallo, kommst du auch ins Kino?
TschauA1informal
Informeller Abschied (vom italienischen „ciao“): „Tschau, bis morn!“ — auch als Begrüssung möglich.
Tschüss / Ciao Tschau, bis morn!
Tschüss, bis morgen!
Uf WiederluegeA1formal
Der formelle Abschied — wörtlich „auf Wiederschauen“ (luege = schauen!): „Uf Wiederluege!“ im Geschäft.
Auf Wiedersehen Uf Wiederluege, Herr Doktor.
Auf Wiedersehen, Herr Doktor.
AdieuA1
Formeller Abschied aus dem Französischen — typisch schweizerisch! Ausgesprochen „Adiöö“.
Auf Wiedersehen / Tschüss Adieu, mir gsehnd üs!
Tschüss, wir sehen uns!
Merci vilmalA1
„Vielen Dank“ auf Schweizerdeutsch — Merci (französisch!) + vilmal (vielmals). Die Schweizer Höflichkeit in zwei Wörtern.
Vielen Dank Merci vilmal für d Hilf!
Vielen Dank für die Hilfe!
ExgüsiA1
„Entschuldigung!“ (vom französischen „excusez“): „Exgüsi, dörf i verbii?“ — im Tram unentbehrlich!
Entschuldigung Exgüsi, wo isch de Bahnhof?
Entschuldigung, wo ist der Bahnhof?
BitteA1
Wie im Hochdeutschen: „Bitte“ — oft hört man auch „bitte vilmal“ oder als Antwort „gärn gscheh“.
Bitte En Kafi, bitte.
Einen Kaffee, bitte.
Gärn gschehA1
Antwort auf Merci: „Gärn gscheh!“ = gern geschehen — die Standard-Antwort auf jeden Dank.
Gern geschehen / Bitte sehr Gärn gscheh, das isch keis Problem.
Gern geschehen, das ist kein Problem.
Wie gaats?A1
„Wie gaats?“ = Wie geht's? Antwort: „Guet, merci — und dir/Ihne?“
Wie geht es (Ihnen/dir)? Hoi, wie gaats der?
Hallo, wie geht es dir?
Danke guetA1
Die Standardantwort auf „Wie gaats?“: „Danke guet, und dir?“
Danke, gut Danke guet, und dir?
Danke, gut, und dir?
Schöne OobeA1
„Schöne Oobe no!“ = Schönen Abend noch — der Abschiedsgruss am Abend (Oobe = Abend).
Schönen Abend Schöne Oobe, schlafed guet!
Schönen Abend, schlaft gut!
En GueteA1
„En Guete mitenand!“ = Guten Appetit zusammen — vor JEDEM Essen, auch in der Kantine Pflicht!
Guten Appetit S Ässe isch parat, en Guete!
Das Essen ist fertig, guten Appetit!
ProschtA1
„Proscht!“ oder „Proscht mitenand!“ — beim Anstossen. Wichtig: dabei in die Augen schauen!
Prost Proscht, uf üsi Gsundheit!
Prost, auf unsere Gesundheit!
Hoi zämeA1informal
Gruss an eine Gruppe: „Hoi zäme!“ — zäme = zusammen; sehr gebräuchlich!
Hallo zusammen Hoi zäme, sind alli da?
Hallo zusammen, sind alle da?
Sali mitenandA1informal
Gruss an mehrere: „Sali mitenand!“ — mitenand = miteinander.
Hallo zusammen / Hallo miteinander Sali mitenand, schön, dass er cho sind.
Hallo zusammen, schön, dass ihr gekommen seid.
Tschau zämeA1informal
Abschied von einer Gruppe: „Tschau zäme, bis morn!“
Tschüss zusammen Tschau zäme, bis s nöchschte Mal!
Tschüss zusammen, bis zum nächsten Mal!
Guete MorgeA1
„Guete Morge!“ = Guten Morgen — bis etwa 9 Uhr, danach Grüezi.
Guten Morgen Guete Morge, häsch guet gschlafe?
Guten Morgen, hast du gut geschlafen?
Guet NachtA1
„Guet Nacht und schlaf guet!“ = Gute Nacht — vor dem Schlafengehen.
Gute Nacht Guet Nacht, schlaf guet!
Gute Nacht, schlaf gut!
Grüezi wohlA1formal
Die verstärkte, sehr höfliche Form von Grüezi — etwas altmodisch, aber charmant!
Guten Tag (sehr formell) Grüezi wohl, was chan ich für Sie tue?
Guten Tag, was kann ich für Sie tun?
AdieA1informal
Kurzform von Adieu: „Adie zäme!“ — lockerer Abschied.
Tschüss (informell) Adie, mir luegeds a!
Tschüss, wir schauen es uns an!
Bis baldA1
Wie im Hochdeutschen: „Bis bald!“ — oder schweizerischer: „Bis spöter!“, „Bis morn!“
Bis bald Bis bald, i freu mi!
Bis bald, ich freue mich!
Schöne TaagA1
„Schöne Taag no!“ = Schönen Tag noch — der freundliche Abschluss an der Kasse.
Schönen Tag Schöne Taag no, Adieu!
Noch einen schönen Tag, auf Wiedersehen!
Es freut miA1
Beim Kennenlernen: „Es freut mi!“ = Freut mich (Sie/dich kennenzulernen).
Es freut mich / Freut mich Grüezi, es freut mi, Sie kennezlerne.
Guten Tag, es freut mich, Sie kennenzulernen.
Wie heissed Sie?A1formal
„Wie heissed Sie?“ = Wie heissen Sie? — formell mit Sie; unter Freunden: „Wie heissisch?“
Wie heißen Sie? Grüezi, wie heissed Sie?
Guten Tag, wie heißen Sie?
I bi de...A1
Sich vorstellen: „I bi de Marco“ / „I bi d Anna“ = Ich bin der Marco / die Anna — mit Artikel vor dem Namen, typisch schweizerisch!
Ich bin der/die... Hoi, i bi de Marco.
Hallo, ich bin der Marco.
luegeA1
„Lueg emal!“ = Schau mal! Kernverb: „Ich luege fern“ = ich schaue fern. Daher: Uf Wiederluege!
schauen / gucken Lueg mol, was i gfunde ha!
Schau mal, was ich gefunden habe!
loseA1
„Los emal!“ = Hör mal zu! Nicht mit „verlieren“ verwechseln — lose = zuhören/horchen!
hören / zuhören Los mol, i muess der öppis säge.
Hör mal, ich muss dir etwas sagen.
redeA1
„Mir rede Schwiizerdütsch“ = wir sprechen Schweizerdeutsch. „mitenand rede“ = miteinander reden.
reden / sprechen Chasch du au Schwiizerdütsch rede?
Kannst du auch Schweizerdeutsch sprechen?
chaufeA1
„es Brot chaufe“ = ein Brot kaufen. K wird zu ch — das typische Schweizer Lautmuster: Kind→Chind!
kaufen Ich muess no Brot chaufe.
Ich muss noch Brot kaufen.
schaffeA1
FALSCHER FREUND: schaffe = arbeiten (nicht „schaffen“)! „Ich schaffe bi de Bank“ = ich arbeite bei der Bank.
arbeiten Ich schaffe vo achti bis füfi.
Ich arbeite von acht bis fünf.
poschteA1
„go poschte“ = einkaufen gehen — hat nichts mit der Post zu tun! „Ich gang go poschte.“
einkaufen Ich gang no schnäll poschte.
Ich gehe noch schnell einkaufen.
laufeA1
FALSCHER FREUND: laufe = zu Fuss GEHEN (nicht rennen!): „Mir laufed i d Stadt“ = wir gehen zu Fuss. Rennen = springe!
gehen / zu Fuß gehen Mir laufed hüt i d Stadt.
Wir gehen heute in die Stadt.
springeA1
FALSCHER FREUND: springe = RENNEN (nicht hüpfen!): „Ich bi zum Zug gsprunge“ = ich bin zum Zug gerannt!
rennen / laufen D Chind springed uf em Spielplatz ume.
Die Kinder rennen auf dem Spielplatz herum.
ghöreA1
Zwei Bedeutungen: „Ich ghöre nüt“ = ich höre nichts; „Das ghört mir“ = das gehört mir.
hören / gehören Ghörsch du das au?
Hörst du das auch?
frögeA1
„Dörf i öppis fröge?“ = Darf ich etwas fragen? — a wird zu ö!
fragen Ich ha de Chef wölle fröge.
Ich wollte den Chef fragen.
hockeA1
„Hock ab!“ = Setz dich! — im Schweizerdeutschen völlig neutral, nicht salopp wie im Hochdeutschen!
sitzen Chum, hock di ane!
Komm, setz dich hin!
stahA1
„Ich stah im Stau“ = ich stehe im Stau — kurz und knackig: stah!
stehen Ich stah scho sit ere Stund do.
Ich stehe schon seit einer Stunde hier.
choA1
„Chunnsch au?“ = Kommst du auch? Formen: ich chume, du chunnsch, er chunnt.
kommen Wänn chunnsch du hei?
Wann kommst du nach Hause?
gahA1
„Ich gang hei“ = ich gehe heim. Formen: ich gang, du gahsch, er gaht. „Gömmer?“ = Gehen wir?
gehen Mir gönd jetzt go ässe.
Wir gehen jetzt essen.
wüsseA1
Wissen: „Ich weiss es nöd“ = ich weiss es nicht. „Weisch was?“ = Weisst du was?
wissen Ich weiss nöd, wo er isch.
Ich weiß nicht, wo er ist.
chönneA1
Können: „Ich cha nöd“ = ich kann nicht. Formen: ich cha, du chasch, er cha. „Chasch mer hälfe?“
können Chasch du mir hälfe?
Kannst du mir helfen?
müesseA1
Müssen: „Ich muen gah“ = ich muss gehen. Formen: ich mue(n), du muesch, er mues.
müssen Ich muess jetzt gah.
Ich muss jetzt gehen.
wölleA1
Wollen: „Ich will es Bier“ — höflicher: „Ich hätt gärn…“ = ich hätte gern!
wollen Wotsch du no es Bier?
Willst du noch ein Bier?
sölleA1
Sollen: „Was söll ich mache?“ = Was soll ich machen? Formen: ich söll, du söllsch.
sollen Was söll ich mache?
Was soll ich machen?
haaA1
Haben: ich ha, du häsch, er hät, mir händ. „Ich ha Hunger!“ = ich habe Hunger.
haben Ich ha hüt kei Zit.
Ich habe heute keine Zeit.
siiA1
Sein: ich bi, du bisch, er isch, mir sind. „Ich bi müed“ = ich bin müde.
sein Wo bisch du gsi?
Wo bist du gewesen?
macheA1
„Was machsch?“ = Was machst du? „Das macht nüt!“ = das macht nichts!
machen Was machsch du am Sundi?
Was machst du am Sonntag?
nehA1
„Ich nime de Zug“ = ich nehme den Zug. Formen: ich nime, du nimmsch.
nehmen Ich nimm no en Kafi.
Ich nehme noch einen Kaffee.
gehA1
„Gisch mer das?“ = Gibst du mir das? „Es git…“ = es gibt… Formen: ich gibe, du gisch, er git.
geben Gib mer mol de Salz.
Gib mir mal das Salz.
lehreA1
Beides in einem Wort: „Ich lehre Schwiizerdütsch“ = ich lerne; „Si lehrt mi Dütsch“ = sie lehrt mich!
lernen / lehren Ich lehr grad Schwiizerdütsch.
Ich lerne gerade Schweizerdeutsch.
zeigeA1
„Zeigsch mer s Foti?“ = Zeigst du mir das Foto?
zeigen Zeig mer mol din nöis Velo!
Zeig mir mal dein neues Fahrrad!
ziehA1
Ziehen: „a de Türe zieh“ = an der Tür ziehen; „Mir sind umzoge“ = wir sind umgezogen.
ziehen Mir ziehed nöchscht Wuche um.
Wir ziehen nächste Woche um.
bringeA1
„Bringsch mer no es Bier?“ = Bringst du mir noch ein Bier? — in der Beiz!
bringen Chasch du mer s Buech bringe?
Kannst du mir das Buch bringen?
fahreA1
„mit em Zug fahre“ = mit dem Zug fahren — und der Schweizer Zug ist pünktlich!
fahren Mir fahred mit em Zug uf Bärn.
Wir fahren mit dem Zug nach Bern.
tueA1
„Was tuesch?“ = Was tust du? Oft als Hilfsverb: „Ich tue grad choche“ = ich koche gerade.
tun Was tuesch du do?
Was tust du hier?
sägeA1
„Was häsch gseit?“ = Was hast du gesagt? „Säg emal…“ = Sag mal…
sagen Was häsch gseit?
Was hast du gesagt?
hälfeA1
„Chasch mer hälfe?“ = Kannst du mir helfen? — die wichtigste Frage überhaupt!
helfen Chan ich der hälfe?
Kann ich dir helfen?
esseA1
„Was gits z esse?“ = Was gibt es zu essen? Gegessen: ggesse!
essen Mir gönd go Znacht ässe.
Wir gehen Abendessen essen.
trinkeA1
Trinken: „öppis z trinke“ = etwas zu trinken; „es Kafi trinke“ = einen Kaffee trinken.
trinken Wotsch öppis trinke?
Willst du etwas trinken?
dörfeA1
„Dörf i?“ = Darf ich? — die höfliche Schweizer Frage vor allem und jedem!
dürfen Dörf ich do sitze?
Darf ich hier sitzen?
s VeloA1
Das Fahrrad (vom französischen „vélo“) — DAS Schweizer Wort schlechthin: „mit em Velo fahre“!
das Fahrrad Ich fahre mit em Velo is Gschäft.
Ich fahre mit dem Fahrrad ins Geschäft.
s NatelA1
Das Handy — ursprünglich eine Abkürzung (Nationales Autotelefon)! „Mis Natel isch kaputt.“
das Handy / Mobiltelefon Häsch dis Natel dabi?
Hast du dein Handy dabei?
s TrottoirA1
Der Gehsteig (französisch!) — „ufem Trottoir laufe“ = auf dem Bürgersteig gehen.
der Bürgersteig / Gehweg Gang uf s Trottoir, do isch sicherer!
Geh auf den Bürgersteig, dort ist es sicherer!
s BillettA1
Das Ticket (französisch „billet“): „es Billett löse“ = eine Fahrkarte kaufen — auch fürs Kino!
die Fahrkarte / das Ticket Ich muess no es Billett löse.
Ich muss noch eine Fahrkarte kaufen.
de ZnüniA1
Die Zwischenmahlzeit um 9 Uhr („z nüni“ = zu neun)! Schweizer Institution: „Znünipause“ im Büro und in der Schule.
der Vormittagssnack (ca. 9 Uhr) Ich ässe min Znüni immer um nüni.
Ich esse meinen Vormittagssnack immer um neun.
de ZvieriA1
Der Nachmittagssnack um 4 Uhr („z vieri“ = zu vier) — das Gegenstück zum Znüni! Für Kinder heilig.
der Nachmittagssnack (ca. 16 Uhr) Chömed, mir mached Zvieri!
Kommt, wir machen eine Nachmittagspause!
s ZnachtA1
Das Abendessen („z Nacht“): „Was gits z Znacht?“ — oft schon um 18:30!
das Abendessen Was gits hüt zum Znacht?
Was gibt es heute zum Abendessen?
s ZmorgeA1
Das Frühstück („z Morge“): „Zmorge esse“ = frühstücken — mit Gipfeli und Kafi!
das Frühstück Zum Zmorge gits Gipfeli und Kafi.
Zum Frühstück gibt es Croissants und Kaffee.
s RüebliA1
Die Karotte — berühmt durch die Rüeblitorte aus dem Aargau (dem „Rüebliland“)!
die Karotte / Möhre De Rüeblisalat isch fein.
Der Karottensalat ist lecker.
de HärdöpfelA1
Die Kartoffel (wörtlich „Erdapfel“) — Grundlage von Rösti, dem Schweizer Nationalgericht!
die Kartoffel Mir händ hüt Härdöpfelstock.
Wir haben heute Kartoffelpüree.
s PouletA1
Das Hähnchen (französisch!) — auf jeder Schweizer Speisekarte: „es Poulet im Chörbli“.
das Hähnchen / Huhn Ich nime s Poulet mit Reis.
Ich nehme das Hähnchen mit Reis.
s GuetzliA1
Das Plätzchen/Guetzli — an Weihnachten wird „gguetzlet“ (Guetzli gebacken): Mailänderli, Zimtsterne!
das Plätzchen / der Keks Mir bached Wienachts-Guetzli.
Wir backen Weihnachtsplätzchen.
de CoiffeurA1
Der Friseur (französisch!) — „zum Coiffeur gah“ = zum Friseur gehen. Die Schweiz liebt ihre Gallizismen!
der Friseur Ich muess zum Coiffeur, mini Haar sind z lang.
Ich muss zum Friseur, meine Haare sind zu lang.
d BeizA1
Das einfache, gemütliche Restaurant/die Kneipe: „i d Beiz gah“ — die Schweizer Institution für Feierabend und Stammtisch!
die Kneipe / das Restaurant Chum, mir gönd i d Beiz!
Komm, wir gehen in die Kneipe!
de EstrichA1
FALSCHER FREUND: der Dachboden (nicht der Fussboden-Estrich wie in Deutschland)! „Die alte Sache sind im Estrich.“
der Dachboden Die alte Sache sind uf em Estrich.
Die alten Sachen sind auf dem Dachboden.
de ChaschteA1
Der Schrank: „de Chleiderchaschte“ = der Kleiderschrank. Kasten → Chaschte!
der Schrank Tue d Chleider i de Chaschte.
Tu die Kleider in den Schrank.
d ServietteA1
Die Serviette — wie im Hochdeutschen, aber französisch ausgesprochen!
die Serviette / Papierserviette Chasch mer e Serviette geh?
Kannst du mir eine Serviette geben?
d NüssliA1
Die Erdnüsschen zum Apéro! Achtung: „Nüsslisalat“ ist Feldsalat — zwei verschiedene Dinge!
die Erdnüsse Zum Apéro gits Nüssli und Chips.
Zum Apéro gibt es Erdnüsse und Chips.
de JupeA1
Der Rock (vom französischen „la jupe“, aber maskulin!): „en schöne Jupe“ — Schweizer Modevokabular.
der Rock (Kleidung) Das Jupe passt der guet.
Der Rock passt dir gut.
de GöttiA1
Der Taufpate — eine wichtige Rolle in der Schweiz: der Götti schenkt das erste Sackgeld!
der Pate / Taufpate Min Götti hät mer es Velo gschänkt.
Mein Pate hat mir ein Fahrrad geschenkt.
d GotteA1
Die Taufpatin — das weibliche Gegenstück zum Götti.
die Patin / Taufpatin Mini Gotte wohnt z Luzärn.
Meine Patin wohnt in Luzern.
s ChindA1
Das Kind — K wird ch: „es häärzigs Chind“ = ein süsses Kind. Mehrzahl: d Chind!
das Kind S Chind schlaft scho.
Das Kind schläft schon.
d FrauA1
„mini Frau“ = meine (Ehe-)Frau; „e nätti Frau“ = eine nette Frau.
die Frau / Ehefrau Mini Frau schaffet bi de Post.
Meine Frau arbeitet bei der Post.
de MaaA1
„min Maa“ = mein (Ehe-)Mann — das doppelte a wird lang gesprochen: Maa!
der Mann / Ehemann Ire Maa isch Ingenieur.
Ihr Mann ist Ingenieur.
s MeitliA1
Das Mädchen: „es liebs Meitli“ = ein liebes Mädchen. Mehrzahl: d Meitli.
das Mädchen S Meitli gaht i d Schuel.
Das Mädchen geht in die Schule.
de BuebA1
Der Junge/Bub: „en chliine Bueb“ = ein kleiner Junge. Mehrzahl: d Buebe.
der Junge / Bub De Bueb spilt im Garte.
Der Junge spielt im Garten.
d LüütA1
Die Leute: „vill Lüüt“ = viele Leute; „d Lüüt säged…“ = die Leute sagen…
die Leute D Lüüt sind hüt komisch druf.
Die Leute sind heute komisch drauf.
de GrüselA1
Der Ekel/das Grausen — auch: ein widerlicher Typ! „Es isch mer en Grüsel“ = es graust mir. Verwandt mit gruusig!
die Angst / der Ekel / das Grauen Ich ha de Grüsel vor Schlange.
Ich habe Angst vor Schlangen.
de SackA1
Die Tasche/Tüte: „en Plastiksack“ = eine Plastiktüte; „s Sackgäld“ = das Taschengeld!
die Tasche / Tüte Bruuchsch en Sack für s Poschte?
Brauchst du eine Tüte für den Einkauf?
s GäldA1
Das Geld: „Ich ha kei Gäld“ = ich habe kein Geld — auch in der reichen Schweiz möglich!
das Geld Häsch gnueg Gäld dabi?
Hast du genug Geld dabei?
d ZitA1
Die Zeit: „Ich ha kei Zit“ = ich habe keine Zeit; „Zit isch Gäld“!
die Zeit Ich ha kei Zit, sorry!
Ich habe keine Zeit, sorry!
s HuusA1
Das Haus: „es schöns Huus“ — au wird zu uu: Haus→Huus, Maus→Muus!
das Haus Mir händ es nöis Huus kauft.
Wir haben ein neues Haus gekauft.
de HundA1
Der Hund — gleich wie im Hochdeutschen: „en bräve Hund“ = ein braver Hund.
der Hund De Hund gaht gärn go spaziere.
Der Hund geht gerne spazieren.
d ChatzA1
Die Katze — K→ch: „d Chatz vom Nachbar“ = die Katze des Nachbarn. Liebevoller: s Büsi!
Synonyme: s Büsi
die Katze D Chatz ligt uf em Sofa.
Die Katze liegt auf dem Sofa.
s BüsiA1informal
Das Kätzchen/die Katze (liebevoll) — das Schweizer Kosewort für die Chatz!
Synonyme: d Chatz
die Katze / das Kätzchen S Büsi schnurret uf mim Schoss.
Die Katze schnurrt auf meinem Schoß.
d SchuelA1
Die Schule: „i d Schuel gah“ = in die Schule gehen.
die Schule D Chind gönd am achti i d Schuel.
Die Kinder gehen um acht in die Schule.
de LadeA1
Der Laden: „de Lade isch zue“ = der Laden ist zu — sonntags fast immer!
der Laden / das Geschäft De Lade isch am Sundi zue.
Der Laden ist am Sonntag geschlossen.
d MigrosA1
DER Schweizer Supermarkt (orange M) — Kulturinstitution! Verkauft keinen Alkohol. Der ewige Rivale: Coop.
die Migros (Supermarktkette) Ich gang no schnäll i d Migros.
Ich gehe noch schnell in die Migros.
s TramA1
Die Strassenbahn — in der Schweiz sächlich: DAS Tram! „mit em Tram fahre“ — in Zürich, Basel, Bern.
die Straßenbahn S Tram chunnt alli fünf Minute.
Die Straßenbahn kommt alle fünf Minuten.
s FränkliA1informal
Der Franken, liebevoll verkleinert (-li = neutrum!): „es paar Fränkli“ = ein paar Franken. CHF!
der Franken (Schweizer Währung) Das chostet drü Fränkli.
Das kostet drei Franken.
de StutzA1informal
Umgangssprachlich für Franken/Geld: „Das choschtet zäh Stutz“ = das kostet zehn Franken!
der Franken (umgangssprachlich) Häsch mer en Stutz?
Hast du mir einen Franken?
huereA1informal
Derber Verstärker: „huere guet“ = wahnsinnig gut — vulgär, unter Freunden aber allgegenwärtig; vorsichtig einsetzen!
sehr / wahnsinnig (Verstärkung) Das isch huere guet!
Das ist wahnsinnig gut!
gäbigA1
Praktisch/bequem — ein herrlich schweizerisches Wort: „Das isch gäbig!“ = das ist praktisch!
praktisch / bequem / handlich Das isch e gäbigi Löösig.
Das ist eine praktische Lösung.
cheibeA1informal
Verstärker (milder als huere): „cheibe guet“ = verdammt gut; „en cheibe Lärm“ = ein Riesenlärm!
verdammt / sehr (Verstärkung) Das isch cheibe tüür!
Das ist verdammt teuer!
tipptoppA1
Perfekt/einwandfrei — DAS Schweizer Qualitätsurteil: „Alles tipptopp!“ = alles bestens!
perfekt / prima / einwandfrei Alles tipptopp, danke!
Alles prima, danke!
blöödA1
Blöd/ärgerlich: „Das isch blööd gloffe“ = das ist dumm gelaufen — mit langem öö!
blöd / dumm / ärgerlich Das isch blööd gloffe.
Das ist blöd gelaufen.
gruusigA1
Eklig/scheusslich: „Das Wätter isch gruusig“ = das Wetter ist scheusslich; „gruusigs Ässe“ = ekliges Essen!
ekelig / schrecklich / grässlich S Wetter isch hüt gruusig.
Das Wetter ist heute schrecklich.
gschpässigA1
Seltsam/komisch: „en gschpässige Typ“ = ein komischer Typ — schönes Zürcher Wort!
seltsam / komisch / eigenartig De Typ isch echli gschpässig.
Der Typ ist etwas seltsam.
glustigA1
Appetit machend / gluschtig: „Das gseht glustig us!“ = das sieht verlockend aus! Vom „Glust“ = die Lust/der Appetit.
neugierig / gelüstig / Appetit habend Ich bi glustig uf de Film.
Ich bin neugierig auf den Film.
strubA1
Wild/heftig/streng: „e strube Wuche“ = eine strenge Woche; „Das isch strub!“ = das ist heftig!
wild / heftig / turbulent Es isch strub gsi geschter.
Es war heftig/wild gestern.
gmüetlichA1
Gemütlich: „en gmüetliche Oobe“ = ein gemütlicher Abend — in der Beiz mit Fondue!
gemütlich / behaglich D Beiz isch huere gmüetlich.
Die Kneipe ist sehr gemütlich.
feinA1
Lecker! DAS Schweizer Wort fürs Essen: „Das isch fein!“ = das schmeckt gut — nicht „lecker“ sagen, das klingt deutsch!
lecker / fein / gut (Essen) S Ässe isch fein gsi!
Das Essen war lecker!
lässigA1informal
Cool/toll: „Das isch lässig!“ = das ist super! — der Schweizer Allzweck-Daumen-hoch.
cool / toll / super Das isch e lässigi Idee!
Das ist eine tolle Idee!
gängA1
Immer (besonders Bern!): „Är isch gäng z spaat“ = er ist immer zu spät. Zürich sagt: „immer“ oder „all“.
immer / ständig Er isch gäng z spat.
Er ist immer zu spät.
aasträngendA1
Anstrengend: „En aasträngende Taag“ = ein anstrengender Tag.
anstrengend De Wanderig isch cheibe aasträngend gsi.
Die Wanderung war verdammt anstrengend.
chliA1
Zwei Funktionen: „es chliises Huus“ = klein; „es chli müed“ = ein bisschen müde!
klein / ein wenig Das isch es chli Problem.
Das ist ein kleines Problem.
grossA1
Gross — wie hochdeutsch, aber die Schweiz schreibt IMMER ss, nie ß: gross, Strasse, heiss!
groß Züri isch d gröscht Stadt vo de Schwiiz.
Zürich ist die grösste Stadt der Schweiz.
nöiA1
Neu: „es nöis Auto“ = ein neues Auto; „Was gits Nöis?“ = was gibt's Neues?
neu Mir händ e nöii Wohnig.
Wir haben eine neue Wohnung.
altA1
Alt — gleich wie hochdeutsch: „en alte Maa“, „di alt Stadt“ = die Altstadt.
alt S alte Huus wird abgrisse.
Das alte Haus wird abgerissen.
guetA1
Gut: „Das isch guet!“ — überall drin: En Guete, guet gmacht, Guete Morge!
gut Das häsch guet gmacht!
Das hast du gut gemacht!
schlächtA1
Schlecht: „Mir isch schlächt“ = mir ist schlecht/übel.
schlecht S Wetter isch hüt schlächt.
Das Wetter ist heute schlecht.
Ich has GfühlA1
„Ich ha s Gfühl, es git Räge“ = ich glaube, es gibt Regen — die Schweizer Meinungseinleitung!
Ich habe das Gefühl / Ich glaube Ich has Gfühl, er chunnt hüt nöd.
Ich habe das Gefühl, er kommt heute nicht.
es bitzeliA1
Ein bisschen: „es bitzeli müed“ = ein wenig müde — herziges Schweizer Diminutiv!
Synonyme: es chli
ein bisschen Chasch du es bitzeli warte?
Kannst du ein bisschen warten?
Ich ha kei LuschtA1
„Ich ha kei Luscht“ = ich habe keine Lust — ehrlich und direkt!
Ich habe keine Lust Ich ha kei Luscht, hüt go schaffe.
Ich habe keine Lust, heute arbeiten zu gehen.
mega guetA1informal
„Das isch mega guet!“ — „mega“ ist DER Schweizer Jugendverstärker, überall zu hören!
super gut / richtig toll De Film isch mega guet gsi!
Der Film war super gut!
Häsch es Füfliber?A1
„de Füfliber“ = das Fünffrankenstück — die grosse Silbermünze, praktisch für Einkaufswagen!
Hast du ein Fünffrankenstück? Häsch es Füfliber für de Automat?
Hast du ein Fünffrankenstück für den Automaten?
Was häsch gseit?A1
„Was häsch gseit?“ = Was hast du gesagt? — die wichtigste Nachfrage beim Dialektlernen!
Was hast du gesagt? Was häsch gseit? Ich ha nöd richtig glost.
Was hast du gesagt? Ich habe nicht richtig zugehört.
Ig cha nödA1
Berndeutsch: „Ig“ = ich! Zürich sagt „Ich cha nöd“ — gleiche Aussage, anderer Dialekt.
Ich kann nicht Sorry, ig cha hüt nöd cho.
Sorry, ich kann heute nicht kommen.
Das geit nödA1
Berndeutsch: „geit“ = geht. Zürich: „Das gaht nöd“ — das freundliche Schweizer Nein.
Das geht nicht Das geit nöd, mir müend en anderi Löösig finde.
Das geht nicht, wir müssen eine andere Lösung finden.
Isch guetA1
„Isch guet!“ = in Ordnung, passt — die knappe Schweizer Zustimmung.
Ist gut / OK / In Ordnung Isch guet, mir mached das so.
Ist gut, wir machen das so.
S isch esoA1
„S isch eso“ = so ist es halt — nüchterne Feststellung, sehr schweizerisch.
So ist es / Stimmt Ja, s isch eso, do häsch rächt.
Ja, so ist es, da hast du recht.
Häsch rächtA1
„Häsch rächt!“ = du hast recht — kurz und bündig zustimmen.
Du hast recht Häsch rächt, mir sötted gah.
Du hast recht, wir sollten gehen.
Gopfridstutz!A1informal
Der klassische Schweizer Fluch — eine Verballhornung von „Gott“ + Stutz, harmlos genug für den Alltag!
Verdammt! / Mein Gott! Gopfridstutz, das isch knapp gsi!
Verdammt, das war knapp!
Gäll?A1
Die Bestätigungsfrage am Satzende: „Schön, gäll?“ = schön, nicht wahr? Bern: gäu!
Nicht wahr? / Oder? Das isch schön, gäll?
Das ist schön, nicht wahr?
Oder?A1
Der Zürcher Satzabschluss schlechthin: „Das isch guet, oder?“ — ständig zu hören!
Oder? / Nicht wahr? Mir gönd morn go wandere, oder?
Wir gehen morgen wandern, oder?
EbeA1
„Ebe!“ = eben, genau das meine ich! Die Schweizer Ein-Wort-Zustimmung.
Eben / Genau Ebe, das han ich au dänkt.
Eben, das habe ich auch gedacht.
HaltA1
„Es isch halt eso“ = es ist nun mal so — die resignierte Schweizer Weisheit.
Halt / Eben (Modalpartikel) Das isch halt eso.
Das ist halt so.
GenauA1
„Genau!“ = exakt — funktioniert wie im Hochdeutschen, dauernd im Einsatz.
Genau / Richtig Genau, das han ich gmeint.
Genau, das habe ich gemeint.
So wie soA1
„Das mach i so wie so“ = das mache ich sowieso.
Sowieso / Ohnehin Ich muess so wie so i d Stadt.
Ich muss sowieso in die Stadt.
Ich weiss nödA1
„Ich weiss nöd“ = ich weiss nicht — nöd/nid/nöt je nach Region!
Ich weiß nicht Ich weiss nöd, was ich söll mache.
Ich weiß nicht, was ich machen soll.
Das macht nüütA1
„Das macht nüüt!“ = kein Problem — nüüt = nichts (üü lang gesprochen).
Das macht nichts / Kein Problem Exgüsi! – Das macht nüüt, kei Problem.
Entschuldigung! – Das macht nichts, kein Problem.
Mir isch gliichA1
„Mir isch gliich“ = ist mir egal — gleich→gliich.
Mir ist egal / Ist mir gleich Mir isch gliich, was mir ässe.
Mir ist egal, was wir essen.
Ich finde auA1
„Ich finde au!“ = finde ich auch — au = auch, überall dabei.
Ich finde auch / Ich bin auch der Meinung Ich finde au, mir sötted gah.
Ich finde auch, wir sollten gehen.
Das isch no coolA1informal
„no“ als Verstärker: „Das isch no guet!“ = das ist ziemlich gut — typisch schweizerische Untertreibung!
Das ist echt cool / Das ist noch toll Das isch no cool, danke!
Das ist echt cool, danke!
Mir gönd go...A1
Das berühmte „go“: „Mir gönd go poschte“ = wir gehen einkaufen — go + Infinitiv nach Bewegungsverben, einzigartig!
Wir gehen ... (tun) Mir gönd go bade am See.
Wir gehen am See baden.
Heb de Schnuuf aa!A1informal
Wörtlich „halt den Atem an“: Moment mal, langsam! De Schnuuf = der Atem.
Halt die Luft an! / Moment mal! Heb de Schnuuf aa, ich bi grad am Telefon.
Halt kurz die Luft an, ich bin gerade am Telefon.
chaltA1
Kalt — K→ch: „Es isch chalt hüt“ = es ist kalt heute.
kalt Hüt isch es cheibe chalt.
Heute ist es verdammt kalt.
d ChuchiA1
Die Küche — Küche→Chuchi! Baustein des berühmten „Chuchichäschtli“-Zungenbrechers.
die Küche Ich bi i de Chuchi am choche.
Ich bin in der Küche am Kochen.
d ChilbiA1
Das Volksfest/der Jahrmarkt (von „Kirchweih“) — mit Riesenrad, Magenbrot und Zuckerwatte!
die Kirchweih / das Volksfest An de Chilbi gits Zuckerwatte und Karussell.
An der Kirchweih gibt es Zuckerwatte und Karussell.
de ChäsA1
Der Käse — Nationalstolz! Gruyère, Emmentaler, Appenzeller: „en feine Chäs“.
der Käse De Schwiizer Chäs isch weltberühmt.
Der Schweizer Käse ist weltberühmt.
s HüüsliA1
Das Häuschen — Diminutiv auf -li, immer neutrum! Die Schweiz verkleinert alles Liebe.
das Häuschen Mir händ es chlises Hüüsli am See.
Wir haben ein kleines Häuschen am See.
s BüechliA1
Das Büchlein — Buch→Büechli, mit Umlaut und -li.
das Büchlein / das kleine Buch Ich ha es netts Büechli gfunde.
Ich habe ein nettes Büchlein gefunden.
s VögeliA1
Das Vögelchen: „es häärzigs Vögeli“ = ein süsses Vögelchen.
das Vögelchen / der kleine Vogel S Vögeli singt uf em Baum.
Das Vögelchen singt auf dem Baum.
s BlüemliA1
Das Blümchen — Blume→Blüemli: „es schöns Blüemli“.
das Blümchen / die kleine Blume Ich ha der es Blüemli mitbracht.
Ich habe dir ein Blümchen mitgebracht.
s MüüsliA1
Das Mäuschen (Maus→Muus→Müüsli) — nicht mit „s Müesli“ (Frühstück!) verwechseln: üü vs üe!
das Mäuschen / die kleine Maus Im Chäller hets es Müüsli.
Im Keller gibt es eine kleine Maus.
de AabigA1
Der Abend (Zürich): „am Aabig“ = am Abend; „Guete Aabig!“ = guten Abend.
der Abend Am Aabig gömer uf en Apéro.
Am Abend gehen wir auf einen Apéro.
de OobeA1
Abend-Variante: „Schöne Oobe!“ — die Schreibungen variieren stark im Dialekt: Aabig, Oobe, Abig.
der Abend (formeller) Schöne Oobe, schlafed guet!
Schönen Abend, schlaft gut!
de BahnhofA1
Der Bahnhof — wie hochdeutsch! „am Bahnhof“ = beim Treffpunkt Nummer 1 jeder Schweizer Stadt.
der Bahnhof Mir träffed üs am Bahnhof.
Wir treffen uns am Bahnhof.
chocheA1
Kochen — kochen→choche: „Ich choche gern“ = ich koche gern.
kochen Ich tue gärn choche.
Ich koche gerne.
d ChirsiA1
Die Kirsche — Kirsche→Chirsi! Aus Zuger Chirsi wird der berühmte Kirsch (Schnaps)!
die Kirsche D Chirsi us em Garte sind riif.
Die Kirschen aus dem Garten sind reif.
de ChopfA1
Der Kopf — Kopf→Chopf: „Mir tuet de Chopf weh“ = ich habe Kopfschmerzen.
der Kopf Mir tuet de Chopf weh.
Mir tut der Kopf weh.
de ChellerA1
Der Keller — Keller→Cheller: „Im Cheller häts Wii“ = im Keller hat es Wein.
der Keller Im Cheller isch es chalt und dunkel.
Im Keller ist es kalt und dunkel.
de ChorbA1
Der Korb — Korb→Chorb: „en Chorb voll Öpfel“ = ein Korb voller Äpfel.
der Korb Tue d Öpfel i de Chorb.
Tu die Äpfel in den Korb.
Ich ha gseitA1
„Ich ha gseit“ = ich habe gesagt — das Schweizerdeutsche kennt KEIN Präteritum, alles läuft über das Perfekt!
Ich habe gesagt (nicht: Ich sagte) Ich ha gseit, ich chume spöter.
Ich habe gesagt, ich komme später.
Ich ha das gmacht ghaaA1
Das doppelte Perfekt ersetzt das Plusquamperfekt: „gmacht ghaa“ = gemacht gehabt — klingt falsch, ist aber richtig!
Ich hatte das gemacht (Doppeltes Perfekt) Ich ha das scho gmacht ghaa, bevor er cho isch.
Ich hatte das schon gemacht, bevor er gekommen ist.
Ich tue leseA1
Die tue-Verlaufsform: „Ich tue lese“ = ich lese gerade — tue + Infinitiv, im Dialekt völlig normal!
Ich lese (gerade) / Ich bin am Lesen Ich tue grad es Buech lese.
Ich lese gerade ein Buch.
s ChindliA1
Das Kindchen — Chind→Chindli: das Diminutiv macht alles herziger!
das Kindlein / Kindchen S Chindli schlaft im Wägeli.
Das Kindlein schläft im Kinderwagen.
s HündliA1
Das Hündchen — Hund→Hündli: „es häärzigs Hündli“.
das Hündchen / der kleine Hund S Hündli isch so härzig!
Das Hündchen ist so süß!
s TässliA1
Das Tässchen: „es Tässli Kafi“ = ein Tässchen Kaffee — gemütlicher geht's nicht!
das Tässchen / die kleine Tasse Wotsch no es Tässli Kafi?
Willst du noch ein Tässchen Kaffee?
Mir sind go poschteA1
Vergangenheit mit go: „Mir sind go poschte (gsi)“ = wir waren einkaufen.
Wir sind einkaufen gegangen Mir sind geschter go poschte i de Migros.
Wir sind gestern in der Migros einkaufen gegangen.
I bi am schaffeA1
Die am-Verlaufsform: „I bi am schaffe“ = ich bin gerade am Arbeiten — am + Infinitiv!
Ich bin am Arbeiten / Ich arbeite gerade I bi am schaffe, chan grad nöd rede.
Ich bin am Arbeiten, kann gerade nicht reden.
Er isch choA1
„cho“ ist zugleich Infinitiv UND Partizip: er isch cho = er ist gekommen — praktisch kurz!
Er ist gekommen Er isch geschter cho und hät gfröögt.
Er ist gestern gekommen und hat gefragt.
Si hät wölle choA1
Modalverb im Perfekt: „Si hät wölle cho“ = sie wollte kommen — die Wortstellung ist anders als hochdeutsch!
Sie hat kommen wollen / Sie wollte kommen Si hät wölle cho, aber si hät nöd chönne.
Sie wollte kommen, aber sie konnte nicht.
Mir händ s gmachtA1
„Mir händ s gmacht!“ = wir haben es gemacht/geschafft — händ = haben (wir/sie).
Wir haben es gemacht Mir händ s Projekt gester fertig gmacht.
Wir haben das Projekt gestern fertig gemacht.
De wos gseit hätA1
Relativsatz mit „wo“: Im Dialekt ersetzt „wo“ alle Relativpronomen — de Maa, wo dört staht = der Mann, der dort steht!
Derjenige, der es gesagt hat De wos gseit hät, isch de Peter.
Derjenige, der es gesagt hat, ist der Peter.
öpperA1
Jemand: „Isch öpper deheim?“ = ist jemand zu Hause?
jemand Isch do öpper?
Ist da jemand?
öppisA1
Etwas: „Wotsch öppis trinke?“ = willst du etwas trinken? Superhäufig!
etwas Wotsch öppis trinke?
Willst du etwas trinken?
niemerA1
Niemand: „Es isch niemer da“ = es ist niemand da.
niemand Niemer hät öppis gseit.
Niemand hat etwas gesagt.
nüütA1
Nichts: „Ich gsee nüüt“ = ich sehe nichts; „für nüüt“ = umsonst!
nichts Ich weiss nüüt devo.
Ich weiß nichts davon.
nödA1
Nicht (Zürich): „Das gaht nöd“ — Bern: nid, Basel: nit. Ein Wort, drei Dialekte!
nicht Ich cha das nöd verstah.
Ich kann das nicht verstehen.
keiA1
Kein/keine: „Ich ha kei Zit“ = ich habe keine Zeit — praktischerweise unveränderlich!
kein / keine Ich ha kei Gäld und kei Zit.
Ich habe kein Geld und keine Zeit.
de / d / sA1
Die bestimmten Artikel: de Maa (der), d Frau (die), s Chind (das) — kurz und effizient!
der / die / das (bestimmte Artikel) De Maa, d Frau und s Chind.
Der Mann, die Frau und das Kind.
en / e / esA1
Die unbestimmten Artikel: en Maa (ein), e Frau (eine), es Chind (ein) — nach Genus!
ein / eine / ein (unbestimmte Artikel) En Maa, e Frau und es Chind.
Ein Mann, eine Frau und ein Kind.
warteA1
Warten: „Wart schnäll!“ = warte kurz! — „schnäll“ heisst hier „kurz“, nicht „schnell“!
warten Wart churz, ich chume grad!
Warte kurz, ich komme gleich!
schlafeA1
Schlafen: „Ich gang go schlafe“ = ich gehe schlafen. „Häsch guet gschlafe?“
schlafen Ich ha hüt schlecht gschlafe.
Ich habe heute schlecht geschlafen.
verstahA1
Verstehen: „Ich verstah nöd“ = ich verstehe nicht — der wichtigste Lernsatz!
verstehen Ich verstah kei Wort!
Ich verstehe kein Wort!
zahleA1
Zahlen: „Zahle bitte!“ = zahlen bitte — in der Beiz. „mit Charte zahle“.
zahlen / bezahlen Wer zahlt hüt?
Wer zahlt heute?
probiereA1
Probieren: „Probier emal!“ = probier mal! — beim Chäs-Stand auf dem Märt.
versuchen / probieren Probier mol de Chäs, de isch fein!
Probier mal den Käse, der ist lecker!
vergässeA1
Vergessen: „Ich ha s vergässe“ = ich habe es vergessen.
vergessen Ich ha s Natel dehei vergässe.
Ich habe das Handy zu Hause vergessen.
wüscheA1
Wünschen: „Ich wüsche der alles Gueti!“ = ich wünsche dir alles Gute!
wünschen Ich wüsch der alles Gueti!
Ich wünsche dir alles Gute!
dänkeA1
Denken: „Ich dänke scho“ = ich denke schon. „a öppis dänke“ = an etwas denken.
denken Ich dänke, mir sötted gah.
Ich denke, wir sollten gehen.
lacheA1
Lachen: „Mir händ vill glachet“ = wir haben viel gelacht.
lachen Mir händ so fest glacht!
Wir haben so sehr gelacht!
weineA1
Weinen — dialektaler oft: brüele! „S Chind brüelet“ = das Kind weint.
Synonyme: brüele
weinen S Chind tuet weine, was isch los?
Das Kind weint, was ist los?
putzeA1
Putzen: „d Wohnig putze“ = die Wohnung putzen — vor der Wohnungsübergabe DIE Schweizer Disziplin!
putzen / reinigen Ich muess hüt no d Wohnig putze.
Ich muss heute noch die Wohnung putzen.
s GschäftA1
Zwei Bedeutungen: der Laden UND die Arbeit: „Ich gang is Gschäft“ = ich gehe zur Arbeit!
das Geschäft / die Arbeitsstelle Ich muess is Gschäft, bis spöter!
Ich muss ins Geschäft, bis später!
de FötzelA1
Der Papierschnipsel/Fetzen: „en Fötzel Papier“ — abwertend auch für einen Lumpen (Person)!
der Papierfetzen / Zettel Schmiss de Fötzel i de Chübel!
Wirf den Papierfetzen in den Mülleimer!
de ChübelA1
Der Eimer/Kübel: „in Chübel wärfe“ = in den Mülleimer werfen.
der Eimer / Mülleimer De Chübel isch voll, chasch ne leere?
Der Mülleimer ist voll, kannst du ihn leeren?
d BühniA1
Zwei Bedeutungen: in Bern der Dachboden (= Zürcher Estrich!); sonst die Bühne im Theater.
der Dachboden (Berndeutsch) / die Bühne D alt Sache sind uf de Bühni.
Die alten Sachen sind auf dem Dachboden.
s WasserA1
Das Wasser: „es Glas Wasser“ — „es Hahnewasser“ = Leitungswasser, in der Schweiz top!
das Wasser Chan ich es Glas Wasser haa?
Kann ich ein Glas Wasser haben?
de ÖpfelA1
Der Apfel — Apfel→Öpfel: „en süesse Öpfel“. Öpfelmost, Öpfelchüechli!
der Apfel De Öpfel isch suure.
Der Apfel ist sauer.
d BirreA1
Die Birne: „Öpfel und Birre“ — auch scherzhaft für den Kopf: „e leeri Birre“!
die Birne D Birre isch riif und süess.
Die Birne ist reif und süß.
s BettA1
Das Bett: „is Bett gah“ = ins Bett gehen.
das Bett Ich gang is Bett, ich bi müed.
Ich gehe ins Bett, ich bin müde.
d SchwyzA1
Die Schweiz — vom Kanton Schwyz! „i de Schwyz“ = in der Schweiz. Confoederatio Helvetica = CH!
die Schweiz D Schwiiz isch es schöns Land.
Die Schweiz ist ein schönes Land.
de KantonA1
Der Kanton — 26 Stück, jeder mit eigener Schule, Steuer und Stolz: „In welem Kanton wohnsch?“
der Kanton (Bundesland) D Schwiiz hät sächsezwänzg Kantön.
Die Schweiz hat sechsundzwanzig Kantone.
d GmeinA1
Die Gemeinde — die kleinste politische Einheit; hier meldet man sich an und stimmt ab!
die Gemeinde Eusi Gmein hät öppe drütuusig Iiwohner.
Unsere Gemeinde hat ungefähr dreitausend Einwohner.
s TrottinettA1
Der Tretroller (französisch!) — heute auch der E-Scooter: „mit em Trottinett“.
der Tretroller / E-Scooter D Chind fahred mit em Trottinett.
Die Kinder fahren mit dem Tretroller.
schnällA1
Schnell — ABER: „Chunnsch schnäll?“ = kommst du KURZ? Schnäll heisst oft „kurz/eben“!
schnell Mach schnäll, mir chömed z spat!
Mach schnell, wir kommen zu spät!
langsamA1
Langsam: „Chönd Sie langsamer rede?“ = können Sie langsamer sprechen? — hilft beim Dialekt!
langsam Red echli langsamer, bitte!
Sprich etwas langsamer, bitte!
müedA1
Müde: „Ich bi hundsmüed“ = ich bin hundemüde.
müde Ich bi huere müed, ich gang is Bett.
Ich bin sehr müde, ich gehe ins Bett.
lustigA1
Lustig: „Das isch lustig gsi!“ = das war lustig.
lustig / fröhlich Er isch en lustige Typ.
Er ist ein lustiger Typ.
tüürA1
Teuer — teuer→tüür: „D Schwyz isch tüür!“ = die Schweiz ist teuer — leider wahr!
teuer D Schwiiz isch huere tüür.
Die Schweiz ist sehr teuer.
billigA1
Billig: „Das isch billig“ — in der Schweiz ein relativer Begriff!
Synonyme: günstig
billig / günstig Das isch aber billig für d Schwiiz!
Das ist aber billig für die Schweiz!
paratA1
Bereit (französisch „paré“): „Bisch parat?“ = bist du bereit? — sehr schweizerisch!
bereit / fertig Bisch parat? Mir müessed gah.
Bist du fertig? Wir müssen gehen.
gnaue / genauA1
Genau — beide Formen kursieren: „Gnau!“ / „Genau!“ = exakt, stimmt!
genau Gnaue, das han ich au gmeint!
Genau, das habe ich auch gemeint!
Das isch de Hammer!A1informal
„De Hammer!“ = grossartig, unglaublich — Begeisterung auf Schweizerdeutsch!
Das ist der Hammer! / Das ist großartig! Das isch de Hammer, mir händ gwunne!
Das ist großartig, wir haben gewonnen!
S macht mer nüüt usA1
„S macht mer nüüt us“ = es macht mir nichts aus, stört mich nicht.
Es macht mir nichts aus S macht mer nüüt us, ich chume gärn.
Es macht mir nichts aus, ich komme gerne.
Ich bi draA1
„Ich bi dra!“ = ich bin an der Reihe; „Wär isch dra?“ = wer ist dran?
Ich bin dran / Ich bin an der Reihe Wart, ich bi dra!
Warte, ich bin dran!
Mach der kei Sorg!A1
„Mach der kei Sorg!“ = mach dir keine Sorgen — beruhigend schweizerisch.
Mach dir keine Sorgen! Mach der kei Sorg, das chunnt guet!
Mach dir keine Sorgen, das wird schon gut!
I freu mi drufA1
„I freu mi druf!“ = ich freue mich darauf — druf = darauf.
Ich freue mich darauf I freu mi huere druf!
Ich freue mich riesig darauf!
suschA1
Sonst: „Susch no öppis?“ = sonst noch etwas? — die Frage an jeder Ladentheke!
sonst / ansonsten Mach schnäll, susch chömed mir z spat!
Mach schnell, sonst kommen wir zu spät!
wännA1
Wann/wenn in einem: „Wänn chunnsch?“ = wann kommst du? „Wänn s rägnet…“ = wenn es regnet…
wenn / wann Wänn chunnsch hei?
Wann kommst du nach Hause?
willA1
Weil: „…will ich müed bi“ = weil ich müde bin — nicht mit „ich will“ verwechseln!
weil Ich gang hei, will ich müed bi.
Ich gehe nach Hause, weil ich müde bin.
obwohlA1
Obwohl — wie hochdeutsch: „Obwohl s rägnet, gömmer go wandere!“
obwohl Ich gang go jogge, obwohl s rägnet.
Ich gehe joggen, obwohl es regnet.
dochA1
Doch! — der Widerspruch: „Chasch nöd! — Doch!“ = kannst du nicht! — Doch!
doch (Widerspruch) Das stimmt doch nöd!
Das stimmt doch nicht!
sälberA1
Selber: „Ich mach s sälber“ = ich mache es selbst; „Sälber tschuld!“ = selbst schuld!
selbst / selber Das han ich sälber gmacht.
Das habe ich selbst gemacht.
zämeA1
Zusammen: „alli zäme“ = alle zusammen; „Zäme?“ fragt die Bedienung = zahlt ihr zusammen?
zusammen Mir mached das zäme, oder?
Wir machen das zusammen, oder?
gliA1
Gleich/bald: „Ich chume gli“ = ich komme gleich; „Bis gli!“ = bis gleich!
gleich / bald Ich chume gli, wart es bitzeli!
Ich komme gleich, warte ein bisschen!
zerschA1
Zuerst: „Zersch ässe, dänn schaffe“ = zuerst essen, dann arbeiten!
zuerst Zersch ässe, denn schaffe!
Zuerst essen, dann arbeiten!
aaschaffeA1
Anschaffen/kaufen: „es nöis Auto aaschaffe“ = ein neues Auto anschaffen.
anschaffen / bestellen Ich ha mir es nöis Velo aagschafft.
Ich habe mir ein neues Fahrrad angeschafft.
abmacheA1
Vereinbaren: „en Termin abmache“ = einen Termin abmachen; „Abgmacht!“ = abgemacht, deal!
abmachen / vereinbaren Mir händ abgmacht, dass mir uf de See gönd.
Wir haben vereinbart, dass wir an den See gehen.
aaruefeA1
Anrufen: „Ich ruef der aa“ = ich rufe dich an — Achtung: MIR aaruefe (Dativ) im Dialekt!
anrufen Ich ruef di am Aabig aa.
Ich rufe dich am Abend an.
ufpasseA1
Aufpassen: „Pass uf!“ = pass auf! „ufs Chind ufpasse“ = aufs Kind aufpassen.
aufpassen / vorsichtig sein Pass uf, d Strass isch glattig!
Pass auf, die Straße ist glatt!
meieA1
Mähen: „de Rase meie“ = den Rasen mähen — am Sonntag VERBOTEN (Ruhezeit)!
mähen Ich muess no de Rase meie.
Ich muss noch den Rasen mähen.
gschpüreA1
Spüren: „Ich gschpüre nüüt“ = ich spüre nichts.
spüren / fühlen Ich gschpüre de Wind, es chunnt en Sturm.
Ich spüre den Wind, es kommt ein Sturm.
gschmöckeA1
ACHTUNG: gschmöcke = RIECHEN (nicht schmecken)! „Das gschmöckt guet“ = das riecht gut. Schmecken = schmecke/fein sii!
riechen / schmecken S gschmöckt huere guet do!
Es riecht hier sehr gut!
d GassA1
Die Gasse: „dur d Gass laufe“ = durch die Gasse gehen — in der Altstadt.
die Gasse / Straße D Bahnhofstrass isch d längscht Iichaufsgass vo Europa.
Die Bahnhofstraße ist die längste Einkaufsstraße Europas.
de ZürcherA1
Der Zürcher — Einwohner der grössten Schweizer Stadt; das Züridütsch ist sein Dialekt!
der Zürcher (Einwohner) De Zürcher redet andersch als de Bärner.
Der Zürcher redet anders als der Berner.
de UsländerA1
Der Ausländer — Ausländer→Usländer: rund ein Viertel der Schweizer Bevölkerung!
der Ausländer Vili Usländer lehred Schwiizerdütsch.
Viele Ausländer lernen Schweizerdeutsch.
s HeftliA1
Das Heftchen/die Zeitschrift: „es Heftli läse“ = eine Zeitschrift lesen — am Kiosk kaufen!
das Heft / die Zeitschrift Ich lise es Heftli im Zug.
Ich lese eine Zeitschrift im Zug.
de NachteilA1
Der Nachteil — wie hochdeutsch: „Vor- und Nachteil“.
der Nachteil De Nachteil isch, dass es huere tüür isch.
Der Nachteil ist, dass es sehr teuer ist.

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Grammatik-Leitfaden (10)
Kein Präteritum
Schweizerdeutsch verwendet nur das Perfekt – nie das Präteritum
Ich ha geschter es Buech gläse. Ich ha gseit gha, dass ich chome.
Schweizerdeutsch kennt kein Präteritum (ich machte, ich ging). Man verwendet immer das Perfekt: ich ha gmacht, ich bi gange. Das Perfekt wird mit 'haa' (haben) oder 'sii' (sein) + Partizip gebildet: Ich ha gschribe. Er isch cho. Für Vergangenheit in der Vergangenheit gibt es das Doppelperfekt: Ich ha gseit gha (ich hatte gesagt). Auch 'war' und 'hatte' werden umschrieben: ich bi gsi (ich war), ich ha gha (ich hatte). Ausnahme: nur 'sii' (sein) hat selten eine Präteritumform ('ich war' → 'ich bi gsi', nie 'ich was').
tun-Periphrase
Mit 'tue' + Infinitiv werden gewohnheitsmäßige oder laufende Handlungen ausgedrückt
Ich tue jede Morge Ziitig läse.
'Tue' + Infinitiv drückt gewohnheitsmäßige oder gerade andauernde Handlungen aus: Ich tue läse (ich lese gerade/ich pflege zu lesen). Konjugation von 'tue': i tue, du tuesch, er/si tuet, mir tüend, ir tüend, si tüend. Die Konstruktion ist im Hochdeutschen als umgangssprachlich verpönt, im Schweizerdeutschen aber Standardgebrauch. Beispiele: Si tuet immer so spät cho (Sie kommt immer so spät). Mir tüend am Sunntig wandere (Wir wandern sonntags). Die tun-Periphrase kann auch höfliche Abschwächung ausdrücken: Ich tät gärn es Bier bstelle (Ich würde gern ein Bier bestellen).
go-Konstruktion
Die Partikel 'go' steht vor dem Infinitiv nach Bewegungsverben
Ich gah go poschte. Chunnsch go schwümme?
Nach Bewegungsverben (gah, cho, laufe) steht die Partikel 'go' vor dem Infinitiv: Ich gah go poschte (Ich gehe einkaufen). 'Go' entspricht dem deutschen 'zum/um zu' bei Bewegung + Zweck: Mir gönd go ässe (Wir gehen essen). Auch mit 'cho': Chunnsch go luege? (Kommst du schauen?). Er chunnt go hälfe (Er kommt helfen). Bei manchen Verben verdoppelt sich 'go': Ich gah go go luege (Ich gehe schauen gehen) – regional unterschiedlich. Die Konstruktion existiert nicht im Hochdeutschen und ist ein typisches Merkmal aller alemannischen Dialekte.
Kein Genitiv
Der Genitiv existiert nicht – er wird durch Dativ + 'vo/vom' ersetzt
S Auto vom Vater. D Farb vo de Blueme.
Schweizerdeutsch hat keinen Genitiv. Besitz wird mit Dativ + 'vo/vom' ausgedrückt: s Huus vom Nachbar (das Haus des Nachbarn). 'Vo' + Dativ ersetzt alle Genitivfunktionen: wäge dem Wätter (wegen des Wetters), aastatt vom Kafi (anstatt des Kaffees). Artikel im Dativ: em (maskulin/neutrum), ere (feminin), de (Plural). Beispiel: s Buch vo de Lehreri (das Buch der Lehrerin). Auch possessive Konstruktion: Dem Vater sis Auto (des Vaters Auto) – Dativ + Possessivpronomen. Der Genitiv lebt nur noch in festen Redewendungen: 'uf keinen Fall' oder in Ortsnamen weiter.
Diminutiv -li
Das Diminutiv -li ist viel produktiver als das hochdeutsche -chen/-lein
Es Brötli, es Hündli, es Kafi-Tässli, es Bänkli.
Die Diminutivendung -li ersetzt das hochdeutsche -chen/-lein: Hund→Hündli, Brot→Brötli, Tisch→Tischli. Der Stammvokal wird oft umgelautet: a→ä (Glas→Gläsli), u→ü (Hund→Hündli), o→ö (Wort→Wörtli). -li ist viel produktiver als im Hochdeutschen: Rüebli (Karotte, keine Verkleinerung mehr), Müesli (keine Verkleinerung), Guetzli (Keks). Alle Diminutive sind Neutrum: s Meitli (das Mädchen), s Büebli (der kleine Junge), s Chätzli (das Kätzchen). In Bern: -i statt -li: Hundi, Bröti. In Basel: -li wie in Zürich. Die Form variiert regional.
Relativpronomen 'wo'
'Wo' ist das universelle Relativpronomen – es ersetzt der/die/das/welcher
De Maa, wo da wohnt. D Frau, wo ich gsee ha.
'Wo' ist das einzige Relativpronomen im Schweizerdeutschen: De Maa, wo chunnt (Der Mann, der kommt). Es ist unveränderlich – kein Genus, kein Kasus: D Frau, wo do wohnt. S Chind, wo spilt. Bei Akkusativ-/Dativ-Bezug wird ein Pronomen ergänzt: De Maa, wo ich en gsee ha (den ich gesehen habe). D Frau, wo ich ere ghulfe ha (der ich geholfen habe). Mit Präpositionen: S Huus, wo mir drin wohned (in dem wir wohnen). De Stuel, wo er druf hockt (auf dem er sitzt). 'Wo' wird nie durch 'der/die/das' oder 'welcher' ersetzt – auch nicht in formeller Sprache.
Artikel & Kasus
Die Artikel sind de/d/s statt der/die/das – der Akkusativ gleicht meist dem Nominativ
De Maa gseht d Frau. Ich gib em Maa s Buech.
Bestimmte Artikel: de (maskulin), d (feminin), s (neutrum), d (Plural). Beispiel: de Hund, d Chatz, s Huus, d Lüüt. Unbestimmte Artikel: en (maskulin), e (feminin), es (neutrum). Beispiel: en Maa, e Frau, es Chind. Akkusativ ist meist gleich wie Nominativ: Ich gseh de Maa (nicht 'den Mann'). Nur Pronomen ändern sich: ich→mi, er→en. Dativ: em (maskulin/neutrum), ere (feminin), de (Plural). Beispiel: Ich gib em Maa s Gäld. Ich hilfe de Chind. Der Dativ wird mit Präpositionen häufig verschmolzen: im (in em), am (a em), vom (vo em), zum (zu em).
k→ch Lautverschiebung
Anlautendes k- wird systematisch zu ch-: kaufen→chaufe, Kind→Chind, kalt→chalt
S Chind isch chrank und chönnt nöd cho.
Alle Wörter mit anlautendem k- haben im Schweizerdeutschen ch-: kaufen→chaufe, Kind→Chind, kalt→chalt, Kirche→Chile. Das ch ist ein uvularer Frikativ [χ], deutlich stärker als das deutsche 'ach'-ch: können→chönne, kommen→cho, Kopf→Chopf. Auch k im Wortinneren verschiebt sich: Decke→Teggi, trinken→trinke (bleibt wegen -nk). Auslautendes -k bleibt oft: Stück→Stuck. Die Verschiebung gilt für germanische Wörter. Fremdwörter behalten k: Kino, Kilometer, Kaffee→Kafi (teilweise angepasst). Diese Verschiebung ist eines der auffälligsten Merkmale des Schweizerdeutschen und trennt es klar vom Hochdeutschen.
Verbkonjugation
Die Verbendungen unterscheiden sich vom Hochdeutschen – Plural auf -ed, kein -en
Ich mache, du machsch, er macht, mir mached, ir mached, si mached.
Präsens-Endungen: ich -e, du -sch, er/si/es -t, mir -ed, ir -ed, si -ed. Beispiel: ich gang, du gasch, er gaht, mir gönd. Die 2. Person Singular endet immer auf -sch: du machsch, du chunnsch, du hesch. Nicht -st wie im Hochdeutschen. Der Plural (wir/ihr/sie) hat einheitlich -ed: mir mached, ir mached, si mached. Kein -en wie im Hochdeutschen. Starke Verben haben oft andere Stammvokale: geben→gäh (i gib, du gisch, er git, mir gäbed). Die Höflichkeitsform 'Sie' verwendet die 3. Person Plural: Chömed Si ine! (Kommen Sie herein!)
Vokal- & Diphthongverschiebungen
Systematische Lautmuster: au→uu, ei→ii, eu→üü, ie→ie/iä
S Huus isch nöi. D Lüüt händ kei Zit.
au→uu: Haus→Huus, Maus→Muus, laufen→laufe (Zürich behält au), kaufen→chaufe. In Bern: au→ou (Hous). ei→ii/i: Zeit→Zit, weit→wit, Arbeit→Arbet, heißen→heisse (ei bleibt manchmal). Langes i: Ziit, wiit. eu/äu→üü: Leute→Lüüt, neu→nöi/nüü, heute→hüt, Häuser→Hüüser. Standarddeutsch ie→ie/iä: lieb→lieb, Brief→Brief (bleibt). Aber: liegen→lige, fliegen→flüge. Diese Verschiebungen sind nicht zufällig, sondern folgen historischen Lautgesetzen des Alemannischen.

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