Swiss German — Essentials (for German Speakers) Official
240 essential Swiss German (Züridütsch) words for German speakers. Greetings, everyday expressions, key differences from Hochdeutsch, with phonetic pronunciation guides and Bärndütsch variants in grammar notes.
CEFR A1 — Beginner
At this level you can introduce yourself, order food, ask directions. Vocabulary: ~500 words (cumulative).
Swiss German → German253 words~26 days at 10 words/day0 downloadsA1A2
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Aussprache: [GRÜE-zi] (üe wie in grüen, z = ts). Formelle Begrüssung in der Deutschschweiz. Kommt von 'Gott grüeze euch'. In Bern sagt man 'Grüessech'.
Grüessech
Guten Tag (formell, Bern)
Grüessech, Frau Meier, wie gaats?
Guten Tag, Frau Meier, wie geht es Ihnen?
Aussprache: [GRÜE-sech] (ch wie in ach, Berner Variante). Bärndütsche Variante von 'Grüezi'. Wird mit dem Dativ-Pronomen 'ech' (euch) gebildet.
Hoi
Hallo (informell)
Hoi, was machsch hüt?
Hallo, was machst du heute?
Informelle Begrüssung unter Freunden. Typisch für die gesamte Deutschschweiz.
Sali
Hallo (informell)
Sali, chunnsch au is Kino?
Hallo, kommst du auch ins Kino?
Informelle Begrüssung, häufig in Zürich und Basel. Kommt vom französischen 'Salut'.
Tschau
Tschüss / Ciao
Tschau, bis morn!
Tschüss, bis morgen!
Informeller Abschied. Kann auch als Begrüssung verwendet werden. Aus dem Italienischen 'ciao'.
Uf Wiederluege
Auf Wiedersehen
Uf Wiederluege, Herr Doktor.
Auf Wiedersehen, Herr Doktor.
Aussprache: [uf WII-der-lue-ge] (ue wie langes u+e verschliffen). Formeller Abschied. 'Luege' = schauen (statt 'sehen'). Zeigt, dass Schweizerdeutsch 'luege' statt 'sehen' bevorzugt.
Adieu
Auf Wiedersehen / Tschüss
Adieu, mir gsehnd üs!
Tschüss, wir sehen uns!
Aus dem Französischen übernommen. In der Westschweiz und in Bern häufiger als in Zürich.
Merci vilmal
Vielen Dank
Merci vilmal für d Hilf!
Vielen Dank für die Hilfe!
Aussprache: [mär-SSI wil-mahl] (Betonung auf der zweiten Silbe von Merci). Französisches 'merci' ist im Schweizerdeutschen vollständig integriert. 'Vilmal' = vielmals.
Exgüsi
Entschuldigung
Exgüsi, wo isch de Bahnhof?
Entschuldigung, wo ist der Bahnhof?
Aussprache: [ex-GÜ-si] (ü wie in über, Betonung auf Gü). Aus dem Französischen 'excusez'. Wird oft als höfliche Anrede an Fremde benutzt.
Bitte
Bitte
En Kafi, bitte.
Einen Kaffee, bitte.
Wie im Hochdeutschen. 'Kafi' ist die schweizerdeutsche Kurzform von 'Kaffee'.
Gärn gscheh
Gern geschehen / Bitte sehr
Gärn gscheh, das isch keis Problem.
Gern geschehen, das ist kein Problem.
Aussprache: [GÄRN GSCHEH] (gsch- als ein Laut, ä wie in Bär). Wörtlich 'gern geschehen'. Das 'e' in 'gern' wird zu 'ä', typisch für Schweizerdeutsch.
Wie gaats?
Wie geht es (Ihnen/dir)?
Hoi, wie gaats der?
Hallo, wie geht es dir?
Aussprache: [wie GAATS] (langes a, nicht ei wie in geht). 'Gaats' = geht es. Das Pronomen 'der' (dir) oder 'Ihne' (Ihnen) folgt. Bärndütsch: 'Wie geit's?'
Danke guet
Danke, gut
Danke guet, und dir?
Danke, gut, und dir?
Aussprache: [dan-ke GUET] (ue-Diphthong, nicht wie gut). Standardantwort auf 'Wie gaats?'. 'Guet' statt 'gut' zeigt die typische Vokalverschiebung u→ue.
Schöne Oobe
Schönen Abend
Schöne Oobe, schlafed guet!
Schönen Abend, schlaft gut!
Aussprache: [SCHÖ-ne OO-be] (langes geschlossenes o). 'Oobe' = Abend (formeller). Im Zürichdeutschen auch 'Aabig' (informeller). Die Akkusativendung '-en' fällt weg.
En Guete
Guten Appetit
S Ässe isch parat, en Guete!
Das Essen ist fertig, guten Appetit!
Aussprache: [en GUE-te] (ue-Diphthong wie in guet). Wörtlich 'einen Guten'. Wird vor dem Essen gesagt. 'Parat' = bereit/fertig (aus dem Französischen 'paré').
Proscht
Prost
Proscht, uf üsi Gsundheit!
Prost, auf unsere Gesundheit!
Aussprache: [PROSCHT] (mit sch vor t, nicht Prost). 'Proscht' mit sch-Laut, typisch Zürichdeutsch. 'Üsi' = unsere. Man schaut sich beim Anstossen in die Augen.
Hoi zäme
Hallo zusammen
Hoi zäme, sind alli da?
Hallo zusammen, sind alle da?
Aussprache: [hoi ZÄ-me] (ä wie in Bär). 'Zäme' = zusammen. 'Alli' = alle. Informelle Gruppenbegrüssung.
Aussprache: [tschau ZÄ-me] (ä wie in Bär). Informeller Gruppenabschied. 'S nöchschte Mal' = das nächste Mal.
Guete Morge
Guten Morgen
Guete Morge, häsch guet gschlafe?
Guten Morgen, hast du gut geschlafen?
Aussprache: [GUE-te MOR-ge] (ue-Diphthong). 'Morge' statt 'Morgen'. Das End-n fällt in vielen schweizerdeutschen Wörtern weg.
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Grammar Guide (10)
Kein Präteritum
Schweizerdeutsch verwendet nur das Perfekt – nie das Präteritum
Ich ha geschter es Buech gläse. Ich ha gseit gha, dass ich chome.
Schweizerdeutsch kennt kein Präteritum (ich machte, ich ging). Man verwendet immer das Perfekt: ich ha gmacht, ich bi gange.
Das Perfekt wird mit 'haa' (haben) oder 'sii' (sein) + Partizip gebildet: Ich ha gschribe. Er isch cho.
Für Vergangenheit in der Vergangenheit gibt es das Doppelperfekt: Ich ha gseit gha (ich hatte gesagt).
Auch 'war' und 'hatte' werden umschrieben: ich bi gsi (ich war), ich ha gha (ich hatte).
Ausnahme: nur 'sii' (sein) hat selten eine Präteritumform ('ich war' → 'ich bi gsi', nie 'ich was').
tun-Periphrase
Mit 'tue' + Infinitiv werden gewohnheitsmäßige oder laufende Handlungen ausgedrückt
Ich tue jede Morge Ziitig läse.
'Tue' + Infinitiv drückt gewohnheitsmäßige oder gerade andauernde Handlungen aus: Ich tue läse (ich lese gerade/ich pflege zu lesen).
Konjugation von 'tue': i tue, du tuesch, er/si tuet, mir tüend, ir tüend, si tüend.
Die Konstruktion ist im Hochdeutschen als umgangssprachlich verpönt, im Schweizerdeutschen aber Standardgebrauch.
Beispiele: Si tuet immer so spät cho (Sie kommt immer so spät). Mir tüend am Sunntig wandere (Wir wandern sonntags).
Die tun-Periphrase kann auch höfliche Abschwächung ausdrücken: Ich tät gärn es Bier bstelle (Ich würde gern ein Bier bestellen).
go-Konstruktion
Die Partikel 'go' steht vor dem Infinitiv nach Bewegungsverben
Ich gah go poschte. Chunnsch go schwümme?
Nach Bewegungsverben (gah, cho, laufe) steht die Partikel 'go' vor dem Infinitiv: Ich gah go poschte (Ich gehe einkaufen).
'Go' entspricht dem deutschen 'zum/um zu' bei Bewegung + Zweck: Mir gönd go ässe (Wir gehen essen).
Auch mit 'cho': Chunnsch go luege? (Kommst du schauen?). Er chunnt go hälfe (Er kommt helfen).
Bei manchen Verben verdoppelt sich 'go': Ich gah go go luege (Ich gehe schauen gehen) – regional unterschiedlich.
Die Konstruktion existiert nicht im Hochdeutschen und ist ein typisches Merkmal aller alemannischen Dialekte.
Kein Genitiv
Der Genitiv existiert nicht – er wird durch Dativ + 'vo/vom' ersetzt
S Auto vom Vater. D Farb vo de Blueme.
Schweizerdeutsch hat keinen Genitiv. Besitz wird mit Dativ + 'vo/vom' ausgedrückt: s Huus vom Nachbar (das Haus des Nachbarn).
'Vo' + Dativ ersetzt alle Genitivfunktionen: wäge dem Wätter (wegen des Wetters), aastatt vom Kafi (anstatt des Kaffees).
Artikel im Dativ: em (maskulin/neutrum), ere (feminin), de (Plural). Beispiel: s Buch vo de Lehreri (das Buch der Lehrerin).
Auch possessive Konstruktion: Dem Vater sis Auto (des Vaters Auto) – Dativ + Possessivpronomen.
Der Genitiv lebt nur noch in festen Redewendungen: 'uf keinen Fall' oder in Ortsnamen weiter.
Diminutiv -li
Das Diminutiv -li ist viel produktiver als das hochdeutsche -chen/-lein
Es Brötli, es Hündli, es Kafi-Tässli, es Bänkli.
Die Diminutivendung -li ersetzt das hochdeutsche -chen/-lein: Hund→Hündli, Brot→Brötli, Tisch→Tischli.
Der Stammvokal wird oft umgelautet: a→ä (Glas→Gläsli), u→ü (Hund→Hündli), o→ö (Wort→Wörtli).
-li ist viel produktiver als im Hochdeutschen: Rüebli (Karotte, keine Verkleinerung mehr), Müesli (keine Verkleinerung), Guetzli (Keks).
Alle Diminutive sind Neutrum: s Meitli (das Mädchen), s Büebli (der kleine Junge), s Chätzli (das Kätzchen).
In Bern: -i statt -li: Hundi, Bröti. In Basel: -li wie in Zürich. Die Form variiert regional.
Relativpronomen 'wo'
'Wo' ist das universelle Relativpronomen – es ersetzt der/die/das/welcher
De Maa, wo da wohnt. D Frau, wo ich gsee ha.
'Wo' ist das einzige Relativpronomen im Schweizerdeutschen: De Maa, wo chunnt (Der Mann, der kommt).
Es ist unveränderlich – kein Genus, kein Kasus: D Frau, wo do wohnt. S Chind, wo spilt.
Bei Akkusativ-/Dativ-Bezug wird ein Pronomen ergänzt: De Maa, wo ich en gsee ha (den ich gesehen habe). D Frau, wo ich ere ghulfe ha (der ich geholfen habe).
Mit Präpositionen: S Huus, wo mir drin wohned (in dem wir wohnen). De Stuel, wo er druf hockt (auf dem er sitzt).
'Wo' wird nie durch 'der/die/das' oder 'welcher' ersetzt – auch nicht in formeller Sprache.
Artikel & Kasus
Die Artikel sind de/d/s statt der/die/das – der Akkusativ gleicht meist dem Nominativ
De Maa gseht d Frau. Ich gib em Maa s Buech.
Bestimmte Artikel: de (maskulin), d (feminin), s (neutrum), d (Plural). Beispiel: de Hund, d Chatz, s Huus, d Lüüt.
Unbestimmte Artikel: en (maskulin), e (feminin), es (neutrum). Beispiel: en Maa, e Frau, es Chind.
Akkusativ ist meist gleich wie Nominativ: Ich gseh de Maa (nicht 'den Mann'). Nur Pronomen ändern sich: ich→mi, er→en.
Dativ: em (maskulin/neutrum), ere (feminin), de (Plural). Beispiel: Ich gib em Maa s Gäld. Ich hilfe de Chind.
Der Dativ wird mit Präpositionen häufig verschmolzen: im (in em), am (a em), vom (vo em), zum (zu em).
k→ch Lautverschiebung
Anlautendes k- wird systematisch zu ch-: kaufen→chaufe, Kind→Chind, kalt→chalt
S Chind isch chrank und chönnt nöd cho.
Alle Wörter mit anlautendem k- haben im Schweizerdeutschen ch-: kaufen→chaufe, Kind→Chind, kalt→chalt, Kirche→Chile.
Das ch ist ein uvularer Frikativ [χ], deutlich stärker als das deutsche 'ach'-ch: können→chönne, kommen→cho, Kopf→Chopf.
Auch k im Wortinneren verschiebt sich: Decke→Teggi, trinken→trinke (bleibt wegen -nk). Auslautendes -k bleibt oft: Stück→Stuck.
Die Verschiebung gilt für germanische Wörter. Fremdwörter behalten k: Kino, Kilometer, Kaffee→Kafi (teilweise angepasst).
Diese Verschiebung ist eines der auffälligsten Merkmale des Schweizerdeutschen und trennt es klar vom Hochdeutschen.
Verbkonjugation
Die Verbendungen unterscheiden sich vom Hochdeutschen – Plural auf -ed, kein -en
Ich mache, du machsch, er macht, mir mached, ir mached, si mached.
Präsens-Endungen: ich -e, du -sch, er/si/es -t, mir -ed, ir -ed, si -ed. Beispiel: ich gang, du gasch, er gaht, mir gönd.
Die 2. Person Singular endet immer auf -sch: du machsch, du chunnsch, du hesch. Nicht -st wie im Hochdeutschen.
Der Plural (wir/ihr/sie) hat einheitlich -ed: mir mached, ir mached, si mached. Kein -en wie im Hochdeutschen.
Starke Verben haben oft andere Stammvokale: geben→gäh (i gib, du gisch, er git, mir gäbed).
Die Höflichkeitsform 'Sie' verwendet die 3. Person Plural: Chömed Si ine! (Kommen Sie herein!)