Reise-Kit · für die Schweiz (der deutschsprachige Teil)

Schweizerdeutsch Reise-Kit50 Sätze auf Schweizerdeutsch für deine Reise, mit Aussprache

  1. noch 5 Tage
    Tag 1 hier starten
    Die zehn, die zählen
    • Grüezi
    • Guete Aabig
    10 Sätze~10 Min.
  2. noch 4 Tage
    Tag 2
    Café und Restaurant
    • En Tisch für zwei, bitte
    • Ich hätt gärn…
    10 Sätze~10 Min.
  3. noch 3 Tage
    Tag 3
    Bezahlen und Einkaufen
    • Was choschtet…?
    • Das isch z tüür
    10 Sätze~10 Min.
  4. noch 2 Tage
    Tag 4
    Unterwegs und Schilder
    • Wo isch…?
    • Wo isch d Toilette?
    10 Sätze~10 Min.
  5. noch 1 Tag
    Tag 5
    Hotel und Hilfe
    • Ich ha e Reservation
    • De Schlüssel, bitte
    10 Sätze~10 Min.
  6. Deine Reise
    50 Sätze bereit
Morgen geht es los? Mach nur Tag eins: die zehn Sätze, die zählen. Zehn Minuten, und du kommst an und kannst grüßen, bitte und danke sagen und dich entschuldigen. Tag eins starten
Bonus Zahlen 1–10 · 10 Karten · an jedem Tag

Zehn am Tag, fünf Tage, jeweils etwa zehn Minuten. Kostenlos, ohne Anmeldung.

1Grüezi
2GRÜE-zi
3Guten Tag
4Der Reflex ist derselbe wie zu Hause, die Wortwahl nicht: „Guten Tag“ versteht jeder, markiert dich aber sofort als Deutschen, „Grüezi“ nicht. Es kommt von „Gott grüez i“ und gehört zu allem, was du siezen würdest; zu mehreren Leuten „Grüezi mitenand“, zu Freunden „Hoi“ oder „Sali“, auf dem Wanderweg zu jedem Entgegenkommenden. Betonung auf der ersten Silbe – danach kannst du ruhig hochdeutsch weiterreden.
  1. 1Der Satz so, wie ihn ein Einheimischer zu einem Touristen sagt
  2. 2Wie man ihn sagt: betonte Silbe in Großbuchstaben
  3. 3Was er bedeutet
  4. 4Der Hinweis: wann man ihn sagt und welchen Fehler Touristen in die Schweiz machen

Tag eins öffnet sich in deinem Browser, ohne Konto. Stapeldetails.

  • Mit kostenlosem Konto
  • Fortschritt gespeichert
  • Tage 2–5 eingeplant
  • drei Lernarten: umdrehen, umgekehrt, tippen
  • Quiz und Kreuzworträtsel, wenn Karten langweilig werden
  • Erinnerungen, wenn Karten fällig sind
50 Sätze + 10 Zahlen5 Tage · ~10 Min./TagAussprache auf jeder KarteVerteiltes Wiederholen
Tag 1

Die zehn, die zählen

10 Sätze

Grüßen, danken, sich entschuldigen, auf sich aufmerksam machen und sagen, dass du nicht verstehst.

  1. Grüezi GRÜE-zi
    Guten Tag
    Der Reflex ist derselbe wie zu Hause, die Wortwahl nicht: „Guten Tag“ versteht jeder, markiert dich aber sofort als Deutschen, „Grüezi“ nicht. Es kommt von „Gott grüez i“ und gehört zu allem, was du siezen würdest; zu mehreren Leuten „Grüezi mitenand“, zu Freunden „Hoi“ oder „Sali“, auf dem Wanderweg zu jedem Entgegenkommenden. Betonung auf der ersten Silbe – danach kannst du ruhig hochdeutsch weiterreden.
    Grüezi, en Kafi, bitte. – Grüezi, gärn. — Guten Tag, einen Kaffee, bitte. – Guten Tag, gern.
  2. Guete Aabig GUE-te AA-big
    Guten Abend
    „Aabig“ ist „Abend“ mit zwei Verschiebungen, die dir überall begegnen: Doppelvokal für die Länge und ein abgeschliffenes Wortende – aus „-end“ wird „-ig“. Gesagt wird es ab etwa fünf Uhr beim Ankommen, viele bleiben aber den ganzen Tag bei „Grüezi“, du musst also nicht wechseln. Beim Hinausgehen heißt es „Schöne Aabig no“ („noch“); „Guet Nacht“ gilt wie bei dir nur vor dem Schlafengehen.
    Guete Aabig, händ Sie en Tisch für zwei? — Guten Abend, haben Sie einen Tisch für zwei?
  3. Bitte BIT-te
    Bitte (bei einer Bitte)
    Hier ändert sich nichts: „bitte“ steht am Ende der Bitte und deckt dieselben Rollen ab wie bei dir – Bitte, „bitte schön“ beim Überreichen, „bitte, gehen Sie vor“ und „wie bitte?“. Interessanter ist das Wörtchen davor: „es Wasser“ ist „ein Wasser“, „en Kafi“ „ein Kaffee“, „e Stange“ „ein Bier“. Einen Genitiv gibt es nicht mehr, Nominativ und Akkusativ fallen zusammen – „en“ ist beides –, der Dativ dagegen wird weiter eigens markiert: „mit em Kafi“, „i eme Lade“.
    Es Wasser, bitte. – Bitte schön. — Ein Wasser, bitte. – Bitte schön.
  4. Merci MÄR-si
    Danke
    „Danke“ versteht jeder, gesagt wird aber „Merci“ – aus dem Französischen entlehnt, jedoch auf der ersten Silbe betont, nicht wie im Französischen hinten. „Merci vilmal“ ist „vielen Dank“, die Antwort lautet „Bitte“ oder „Gärn gscheh“ („gern geschehen“). Dieselbe Falle wie im Deutschen: Ein bloßes „Merci“ auf ein Angebot heißt „nein danke“; wer annehmen will, sagt „Ja, gärn“.
    Merci vilmal! – Bitte, gärn gscheh. — Vielen Dank! – Bitte, gern geschehen.
  5. Exgüsi eks-GÜ-si
    Entschuldigung / Entschuldigen Sie
    „Exgüsi“ kommt von „excusez“ und ersetzt dein „Entschuldigung“ in allen Lagen: Kellner heranwinken, jemanden ansprechen, kurzes Anrempeln. „Entschuldigung“ wird verstanden, klingt aber schwer und norddeutsch; von Jüngeren hörst du ständig „Sorry“. Für eine echte Entschuldigung sagt man „Es tuet mer leid“. Kellner kommen hier nicht von selbst an den Tisch – Blickkontakt, „Exgüsi“, bestellen.
    Exgüsi, chan ich bstelle? — Entschuldigung, kann ich bestellen?
  6. Chan ich verbii? chan ich fer-BII (ch wie in „Bach“)
    Kann ich vorbei?
    Hier hörst du zum ersten Mal die Verschiebung, die Schweizerdeutsch für dich unverständlich macht: Aus k wird ein hartes Rachen-ch. „chan“ ist „kann“, „Chind“ „Kind“, „Chäs“ „Käse“; dazu „verbii“ für „vorbei“ und „use“ für „hinaus“. Ein eigenes Wort fürs Durchkommen gibt es nicht, dieser Satz bewegt die Leute. Er passt genauso im Zug, an der Ladenkasse und in der Schlange am Lift.
    Exgüsi, chan ich verbii? Ich mues use. — Entschuldigung, kann ich vorbei? Ich muss hinaus.
  7. Ja / Nei ja / näi
    Ja / Nein
    „Nei“ ist „nein“ ohne End-n, der Diphthong etwas offener, fast „näi“. „Nei, merci“ ist der höfliche Schlusspunkt gegenüber Sammlern und Verkäufern, „Ja, gärn“ nimmt an – ein bloßes „Merci“ wird als Ablehnung gelesen. „Doch“ funktioniert genau wie bei dir. Im Beispielsatz stecken zwei Allerweltswörter: „öppis“ ist „etwas“, „no“ ist „noch“.
    Wänd Sie no öppis? – Nei, merci. — Möchten Sie noch etwas? – Nein, danke.
  8. Reded Sie Änglisch? RE-ded si ÄNG-lisch formal
    Sprechen Sie Englisch?
    Diese Karte brauchst du streng genommen nicht – dein Hochdeutsch versteht hier jeder. Interessant ist die Gegenrichtung: Hochdeutsch zu sprechen kostet viele Deutschschweizer spürbar Mühe, und manche wechseln lieber ins Englische. Die Frage überhaupt auf Mundart zu stellen, ist die Geste; danach ist Hochdeutsch völlig in Ordnung. „reded“ ist „redet“, die Sie-Form ist zugleich die Pluralform, „e chli“ heißt „ein bisschen“.
    Exgüsi, reded Sie Änglisch? – Ja, e chli. — Entschuldigung, sprechen Sie Englisch? – Ja, ein bisschen.
  9. Ich verstaa nöd ich fer-SCHTAA nöd
    Ich verstehe nicht
    Zwei Dinge, die du im Redefluss verlierst: „nöd“ (regional „nid“ oder „nüd“) ist „nicht“, steht unbetont hinter dem Verb und ist so kurz, dass die Verneinung leicht untergeht; und Infinitive verlieren das -en, „verstaa“ ist „verstehen“. Häng „Langsamer, bitte“ an oder frag „Uf Hochdütsch, bitte?“ – dann wird der Satz auf Hochdeutsch wiederholt, ohne dass es jemanden stört.
    Ich verstaa nöd. Langsamer, bitte. — Ich verstehe nicht. Bitte langsamer.
  10. Adieu / Uf Wiederluege a-DI-e / uf WIE-der-lue-ge
    Auf Wiedersehen
    „Uf Wiederluege“ ist „auf Wiedersehen“, denn „luege“ heißt schauen und hat mit „lügen“ nichts zu tun – einer der falschen Freunde, die beim Zuhören zuschlagen. „Adieu“, oft zu „Ade“ verkürzt, ist der Alltagsabschied im Laden, „Tschüss“ und „Tschau“ sind vertraulicher. Sag es auch, wenn du nichts gekauft hast; zurück kommt oft „Schöne Taag no“.
    Merci, adieu! – Adieu, schöne Taag no! — Danke, auf Wiedersehen! – Auf Wiedersehen, schönen Tag noch!

Tag eins geschafft?

Speichere das Kit, und die App bringt die Tage zwei bis fünf am richtigen Tag zurück, mit den Wiederholungen, die sie festigen. Kostenloses Konto, keine Karte nötig.

In meine Stapel speichern · alle 5 Tage
Tag 2

Café und Restaurant

10 Sätze

Einen Tisch bekommen, bestellen, bezahlen und beim Essen höflich bleiben.

  1. En Tisch für zwei, bitte en tisch für zwäi, BIT-te
    Einen Tisch für zwei, bitte
    „Händ Sie“ ist „haben Sie“, „en Tisch“ „einen Tisch“. In einer „Beiz“ – der Kneipe, dem einfachen Wirtshaus – wirst du mal an einen freien Tisch gewiesen, mal setzt man sich zu Fremden an einen großen Tisch; „Isch da no frei?“ fragt danach. In Zürich reservierst du am Freitag- und Samstagabend besser, und viele Häuser haben einen „Ruhetag“, oft Sonntag oder Montag.
    Grüezi, en Tisch für zwei, bitte. – Händ Sie reserviert? — Guten Tag, einen Tisch für zwei, bitte. – Haben Sie reserviert?
  2. Ich hätt gärn… ich hätt GÄRN Satzmuster
    Ich hätte gern…
    Wörtlich dein „ich hätte gern“, nur ohne das End-e: „Ich hätt gärn“ plus Sache, „bitte“ ans Ende; wer die Karte kennt, sagt „Ich nimm…“. „Ich will“ klingt auch hier grob. Bier bestellst du nicht nach Größe, sondern nach Namen: „e Stange“ sind 0,3 Liter vom Fass und die Standardbestellung, „es Grosses“ 0,5 Liter.
    Ich hätt gärn e Rösti. Ich hätt gärn e Stange. — Ich hätte gern eine Rösti. Ich hätte gern ein kleines Bier vom Fass.
  3. D Charte, bitte d CHAR-te, BIT-te
    Die Speisekarte, bitte
    „Charte“ ist „Karte“ mit dem Rachen-ch. Die Falle ist ein Helvetismus: „Menü“ meint hier weder die Speisekarte noch mehrere Gänge nach Wahl, sondern das feste Tagesgericht – „Tagesmenü“ oder „Mittagsmenü“, meist werktags, mit Suppe oder Salat für CHF 18–25 das günstigste warme Essen des Landes. Gedruckt ist alles Hochdeutsch, Lesen ist also nie das Problem.
    D Charte, bitte. Händ Sie e Charte uf Änglisch? — Die Speisekarte, bitte. Haben Sie eine Karte auf Englisch?
  4. En Kafi, bitte en KA-fi, BIT-te
    Einen Kaffee (also einen Kaffee crème), bitte
    „En Kafi“ bringt dir immer einen „Kafi crème“: eine normal große schwarze Tasse mit einem Kännchen Rahm daneben – weder Filterkaffee noch Espresso, den bestellst du als „en Espresso“. Der Milchkaffee heißt in Zürich „e Schale“ (von der Schale, halb Milch), „Cappuccino“ versteht man überall. Rechne mit rund CHF 5 pro Tasse, an der Seepromenade mehr. „Kafi fertig“ ist Kaffee mit Schnaps.
    En Kafi und e Schale, bitte. — Einen Kaffee und einen Milchkaffee, bitte.
  5. Mit oder ohni? mit O-der OH-ni
    Mit oder ohne (Kohlensäure)?
    „ohni“ ist „ohne“ mit dem typischen -i am Wortende; ausgeschrieben hörst du „Mit oder ohni Kohlesüüri?“. Flaschenwasser kostet CHF 5–9. Leitungswasser („Hahnewasser“) ist ausgezeichnet und du darfst danach fragen, aber viele Lokale verlangen CHF 2–5 für Glas oder Karaffe – also nach dem Preis fragen. Geantwortet wird mit einem Wort plus „merci“.
    Wasser mit oder ohni? – Ohni, merci. — Wasser mit oder ohne? – Ohne, danke.
  6. Zahle, bitte ZAA-le, BIT-te
    Zahlen, bitte
    Der Ablauf ist deiner: Die Rechnung kommt erst auf Zuruf, gezahlt wird am Tisch, und „Zäme oder getrennt?“ („zusammen oder getrennt“) ist selbstverständlich – anders als in Italien oder Frankreich. „zahle“ ist der Infinitiv ohne -n, „d Rächnig“ die Rechnung mit a→ä und der Endung -ig statt -ung. Den aufgerundeten Betrag nennst du, bevor er ins Kartenterminal getippt wird.
    Exgüsi, zahle bitte! – Zäme oder getrennt? — Entschuldigung, zahlen bitte! – Zusammen oder getrennt?
  7. Chan ich mit Charte zahle? chan ich mit CHAR-te ZAA-le
    Kann ich mit Karte zahlen?
    Karten laufen hier flächendeckender als in Deutschland, kontaktlos auch für das Gipfeli zu CHF 3; nur einzelne Marktstände und Berghütten sind bar. „Twint“ ist die Schweizer Bezahl-App, setzt ein Schweizer Konto oder eine Schweizer Handynummer voraus und ist für dich damit keine Option. Bezahlt wird in Franken – wer Euro annimmt, gibt zu schlechtem Kurs in Franken heraus; Bargeld holst du am „Bancomat“, dem Geldautomaten.
    Chan ich mit Charte zahle? – Ja, sicher. Oder mit Twint. — Kann ich mit Karte zahlen? – Ja, klar. Oder mit Twint.
  8. Proscht! PROSCHT (kurzes o)
    Prost!
    „Proscht“ zeigt die Regel, die fast jedes Wort betrifft: Aus -st wird -scht, also „bisch“, „hesch“, „Wurscht“. Angestoßen wird mit jeder Person einzeln, mit Blickkontakt und, wenn du ihn kennst, mit dem Namen – das wird hier ernster genommen als bei uns, und Auslassen fällt auf. „Zum Wohl“ ist die förmlichere Variante beim Wein. Vor dem Anstoßen wird nicht getrunken.
    Proscht! – Zum Wohl! — Prost! – Zum Wohl!
  9. En Guete! en GUE-te
    Guten Appetit!
    „En Guete“ ist „einen guten (Appetit)“ mit weggelassenem Substantiv. Gesagt wird es vom Servicepersonal, von allen am Tisch und auch zu Fremden am Nebentisch; die Antwort ist „Merci, gliichfalls“. Um die Mittagszeit dient es unter Kollegen als Gruß, ungefähr in der Rolle von „Mahlzeit“. An „gliichfalls“ siehst du die wichtigste Lautregel überhaupt: Wo du „ei“ schreibst, steht hier oft „ii“ – gleich/gliich, Zeit/Ziit, Wein/Wii.
    En Guete! – Merci, gliichfalls. — Guten Appetit! – Danke, gleichfalls.
  10. Service inbegriffen SÖR-wis in-be-GRIF-fe Schild
    Bedienung inbegriffen (Hinweis auf der Speisekarte)
    Inhaltlich wie zu Hause: Bedienung und Mehrwertsteuer (8,1 %) stecken im Preis, es gibt weder ein Gedeck noch eine Servicezeile auf der Rechnung. Trinkgeld ist ein Aufrunden, 5–10 % sind das Maximum. Bei Bargeld sagst du „Stimmt so“ oder nennst die Summe („Mached Sie füfzg“ – machen Sie fünfzig), bei Karte nennst du den Betrag, bevor er eingetippt wird. Immer mehr Terminals fragen selbst nach „Trinkgäld“; Überspringen ist völlig in Ordnung.
    Bedienung und MwSt. inbegriffen. – Stimmt so, merci. — Bedienung und Mehrwertsteuer inbegriffen. – Stimmt so, danke.
Tag 3

Bezahlen und Einkaufen

10 Sätze

Nach Preisen fragen, bezahlen, schauen ohne zu kaufen und die zwei Schilder lesen, die zählen.

  1. Was choschtet…? was CHOSCH-tet Satzmuster
    Was kostet…?
    „choschtet“ zeigt zwei Verschiebungen auf einmal: k→ch am Anfang, st→scht im Wortinneren (choschte, Poscht, Wurscht). An der Kasse fragt „Was macht das?“ nach der Summe; die Antwort klingt wie „zwölf vierzg“ für CHF 12.40. Gerechnet wird in „Franke“ (umgangssprachlich „Stutz“) und „Rappe“; Barbeträge werden auf 5 Rappen gerundet, Kartenzahlungen nicht.
    Was choschtet das? Was choschtet es Billett? — Was kostet das? Was kostet eine Fahrkarte?
  2. Das isch z tüür das isch z-TÜÜR
    Das ist zu teuer
    „isch“ ist „ist“, „z“ ist „zu“ – nur noch ein Konsonant, an das nächste Wort geklebt – und „tüür“ ist „teuer“: Aus deinem „eu“ wird hier oft „üü“. Gehandelt wird nicht; im Laden und auf dem Wochenmarkt sind die Preise fest, nur auf Flohmärkten ist Feilschen üblich, und „Trotzdem merci“ ist der freundliche Abgang. Hauptgericht CHF 25–40, Bier CHF 7 – deshalb mittags das Tagesmenü und sonst Einkauf bei Coop oder Migros.
    Das isch z tüür. Trotzdem merci. — Das ist zu teuer. Trotzdem danke.
  3. Bar oder mit Charte? bar O-der mit CHAR-te
    Bar oder mit Karte?
    Nur „Charte“ ist neu, „bar“ bleibt „bar“; als dritte Option hörst du „Twint?“, worauf „Mit Charte“ oder „Bar“ die Antwort ist. Ausländische Karten und kontaktloses Bezahlen per Handy laufen ohne Nachfrage. Wichtig fürs Portemonnaie: Wenn dir Automat oder Terminal die Abrechnung in Euro anbietet, lehn ab und wähl Franken – die eigene Umrechnung des Geräts ist regelmäßig die teurere.
    Bar oder mit Charte? – Mit Charte, merci. — Bar oder mit Karte? – Mit Karte, danke.
  4. D Quittig, bitte d KWIT-tig, BIT-te
    Die Quittung, bitte
    „Quittig“ zeigt die Endung, an der du reihenweise Wörter wiedererkennst: -ung wird zu -ig (Rächnig, Wohnig, Ziitig). Mitnehmen musst du den Bon nicht, die Kasse fragt oft „Wänd Sie d Quittig?“. Zwei Punkte, bei denen es um Geld geht: Ab CHF 300 pro Geschäft und Tag kannst du dir als Nicht-Ansässiger die 8,1 % Mehrwertsteuer mit dem Ausfuhrschein am Zoll bestätigen lassen – und bei der Rückreise gilt die deutsche Reisefreigrenze von 300 Euro pro Person, bei Flug- oder Seereise 430 Euro; darüber wird verzollt.
    D Quittig, bitte. – Gärn, bitte schön. — Die Quittung, bitte. – Gern, bitte schön.
  5. Ich luege nu, merci ich LUE-ge nu, MÄR-si
    Ich schaue mich nur um, danke
    Zwei falsche Freunde in einem kurzen Satz: „luege“ ist schauen, nicht lügen, und „nu“ ist „nur“, nicht „nun“. Gefragt wirst du mit „Chan ich Ine hälfe?“ („Ihnen“) oder dem klassischen „Werded Sie scho bedient?“; danach lässt man dich in Ruhe. Der Gruß beim Betreten und das „Adieu“ beim Hinausgehen gelten auch dann, wenn du nichts kaufst – das wird konsequenter gehandhabt als bei uns.
    Chan ich Ine hälfe? – Ich luege nu, merci. — Kann ich Ihnen helfen? – Ich schaue mich nur um, danke.
  6. Das isch alles, merci das isch AL-les, MÄR-si
    Das ist alles, danke
    „Suscht“ ist „sonst“, wieder mit -scht. Am Tresen bestellst du nach Gewicht („200 Gramm“) oder in „Schiibe“ (Scheiben). Hier siehst du auch die Verkleinerungsform: Wo bei dir -chen oder -lein steht, steht hier ausnahmslos -li – „es Gipfeli“ ist ein Croissant, „es Weggli“ ein Brötchen, „es Bierli“ ein kleines Bier. „Das wär's“ ist die kurze Form dieses Satzes.
    Suscht no öppis? – Nei, das isch alles, merci. — Sonst noch etwas? – Nein, das ist alles, danke.
  7. Eis vo dene, bitte eis fo DE-ne, BIT-te
    Eines davon, bitte
    „vo dene“ ist „von denen“, „Mitnäh“ ist „mitnehmen“ – Infinitive verlieren das -en, aus „eh“ wird oft „ä“. Gefragt wirst du „Zum Mitnäh?“ oder „Zum daa ässe?“ („zum Hier-Essen“); mitnehmen wird mit 2,6 % statt 8,1 % besteuert, deshalb weicht der Preis leicht ab. Zeigen plus dieser Satz reicht für Gebäck, Belegtes und Tickets gleichermaßen.
    Eis vo dene, bitte. – Zum Mitnäh? — Eines davon, bitte. – Zum Mitnehmen?
  8. Händ Sie…? HÄND si Satzmuster
    Haben Sie…?
    „Händ Sie“ ist „haben Sie“: Im Plural hat das Verb eine einzige Endung, und die höfliche Anrede greift auf diese Pluralform zurück. „Gits…?“ ist „gibt es…?“ und tut dieselbe Arbeit. Kleidergrößen folgen in der Schweiz der deutschen Skala, also genau wie bei dir, und auch die Schuhgrößen sind dieselben; „e Nummere grösser“ oder „chliner“ ist eine Nummer größer oder kleiner. Auf Schweizer Schildern steht „WLAN“, gesprochen „We-Lan“.
    Händ Sie das e Nummere grösser? Händ Sie WLAN? — Haben Sie das eine Nummer größer? Haben Sie WLAN?
  9. Offen / Geschlossen OF-fe / g-SCHLOS-se (gesprochen) Schild
    Geöffnet / Geschlossen
    Die Schilder sind wörtlich hochdeutsch, gesprochen heißt es „offe“ und „zue“. Der Unterschied zu Deutschland liegt bei den Zeiten: Samstags wird um 17 bis 18 Uhr geschlossen, werktags um 19 oder 20 Uhr, und sonntags ist praktisch alles zu. Offen sind am Sonntag nur die Läden in großen Bahnhöfen (in Zürich das ShopVille im HB), am Flughafen und an Tankstellen – den Sonntagseinkauf erledigst du am Samstag. „Ruhetag“ an einer Restauranttür ist der wöchentliche Schließtag.
    Sonntag geschlossen. Mo–Fr 9–19 Uhr, Sa 9–17 Uhr. — Sonntags geschlossen. Montag bis Freitag 9 bis 19 Uhr, Samstag 9 bis 17 Uhr.
  10. Aktion / Kasse ak-ZIOON / KAS-se Schild
    Sonderangebot / Kasse
    Falscher Freund: „Aktion“ ist in der Schweiz das Sonderangebot, nicht die Aktion im deutschen Sinn – bei Coop und Migros ist das genau das Wort, nach dem du suchst. „Ausverkauf“ entspricht dem Räumungsverkauf. „Kasse“ ist die Kasse und im Museum auch der Ticketschalter, Selbstbedienungskassen sind Standard. Über Lautsprecher hörst du „Kasse drüü, bitte“ – Durchsagen im Laden laufen auf Mundart, anders als am Bahnhof.
    Aktion: 3 für 2. – Kasse drüü, bitte. — Sonderangebot: 3 für 2. – Kasse drei, bitte.
Tag 4

Unterwegs und Schilder

10 Sätze

Dinge finden, ein Ticket kaufen und die Schilder lesen, an denen du vorbeikommst.

  1. Wo isch…? wo ISCH Satzmuster
    Wo ist…?
    Die Artikel schrumpfen auf „de“, „d“ und „s“, im Plural heißt es „Wo sind…?“, und „Exgüsi“ kommt davor. Für dich ist die Karte Erkennungstraining, keine Notwendigkeit: Du kannst jederzeit hochdeutsch fragen und wirst überall verstanden. Schwierig ist nur die Antwort, und die besteht meist aus links, rächts, gradus plus einer Gehzeit.
    Wo isch de Bahnhof? Wo isch d Toilette? — Wo ist der Bahnhof? Wo ist die Toilette?
  2. Wo isch d Toilette? wo isch d twa-LET-te
    Wo ist die Toilette?
    „Hine“ ist „hinten“ (End-n weg), „rächts“ ist „rechts“ mit ä. Gebräuchlicher als „Toilette“ ist „s WC“, gesprochen „We-Ze“; beschriftet sind die Türen mit „Damen“ und „Herren“. Bahnhofstoiletten kosten CHF 1–2, Café-Toiletten sind für Gäste, und die Stadt Zürich betreibt kostenlose „Züri WC“.
    Exgüsi, wo isch d Toilette? – Hine rächts. — Entschuldigung, wo ist die Toilette? – Hinten rechts.
  3. Wo isch de Bahnhof? wo isch de BAAN-hof
    Wo ist der Bahnhof?
    „gradus“ ist „geradeaus“. Am Bahnhof steht überall „SBB CFF FFS“, der Name der Bahn in drei Landessprachen, „HB“ ist der Hauptbahnhof. „S-Bahn“ und „Tram“ kennst du, „Postauto“ ist der gelbe Überlandbus. Fahrplan und Tarif sind landesweit ein einziges System, Schiffe und Bergbahnen eingeschlossen – eine Fahrkarte gilt für die ganze Kette.
    Wo isch de Bahnhof? – Immer gradus, zäh Minute. — Wo ist der Bahnhof? – Immer geradeaus, zehn Minuten.
  4. Es Billett uf Luzern, bitte es bi-LÄTT uf lu-ZÄRN, BIT-te
    Eine Fahrkarte nach Luzern, bitte
    Der Helvetismus, den du kennen musst: Die Fahrkarte ist „s Billett“, und gekauft wird sie mit „lösen“ – „Billett lösen“ steht auf jedem Aushang. „uf Luzern“ ist „nach Luzern“, „eifach“ ist einfach, „retour“ hin und zurück. Deine BahnCard gilt hier nicht; das Schweizer Gegenstück heißt Halbtax, für eine Rundreise rechnet sich der Swiss Travel Pass, und günstige „Sparbillette“ sind an einen bestimmten Zug gebunden.
    Es Billett uf Luzern, bitte. – Eifach oder retour? — Eine Fahrkarte nach Luzern, bitte. – Einfach oder hin und zurück?
  5. Weles Gleis? WE-les glais
    Welches Gleis?
    Auf Anzeige und Durchsage steht „Gleis“, der Bahnsteig selbst heißt aber „s Perron“ – der Helvetismus, den du im Gespräch hörst. Lange Perrons sind in Sektoren A bis D geteilt, dein Wagen steht auf der Anzeige. Die Türen verriegeln rund 30 Sekunden vor der Abfahrt und die Anschlüsse sind knapp getaktet, sei also früher am Gleis als gewohnt. Durchsagen laufen hochdeutsch („Gleis drei“), der Mensch neben dir sagt „Gleis drüü“.
    Weles Gleis für Bärn? – Gleis nüün. — Welches Gleis nach Bern? – Gleis neun.
  6. Links / rächts / gradus links / RÄCHTS / gra-DUUS
    Links / rechts / geradeaus
    Neu ist nur „gradus“, „dänn“ ist „dann“. Zwei Wörter aus dem Französischen gehören zum Alltag: „vis-à-vis“ ist gegenüber, „s Trottoir“ ist der Gehweg – Letzteres steht auch in amtlichen Texten, „Bürgersteig“ sagt hier niemand. „i de Nöchi“ ist in der Nähe, „wiit“ ist weit. Antworten kommen fast immer mit einer Gehzeit: „föif Minute“.
    Immer gradus, dänn links. — Immer geradeaus, dann links.
  7. Eingang / Ausgang EIN-gang / AUS-gang Schild
    Eingang / Ausgang (auf den Schildern)
    Die Schilder sind wörtlich hochdeutsch; in der Mundart hörst du „Iigang“ und „Uusgang“, woran du zwei Regeln auf einmal siehst: Aus „ei“ wird „ii“, aus „au“ wird „uu“. „Notausgang“ und, auf der Autobahn, „Ausfahrt“ stehen wie bei dir. In der Westschweiz heißen dieselben Schilder „Entrée / Sortie“, im Tessin „Entrata / Uscita“ – im selben Land, auf derselben Fahrt.
    Ausgang Bahnhofstrasse. Notausgang. — Ausgang Bahnhofstraße. Notausgang.
  8. Drücken / Ziehen DRÜ-cke / ZIE-he (gesprochen) Schild
    Drücken / Ziehen (an der Tür)
    Hier siehst du den auffälligsten Unterschied der Schweizer Rechtschreibung: Das ß gibt es nicht, ausnahmslos – „Strasse“, „grösser“, „heisse Getränke“, „Fussgänger“. Deshalb steht an der Tür oft „Stossen“ statt „Drücken“, was zugleich das üblichere Schweizer Wort ist. Türen an Zug und Tram öffnen nicht von selbst: Knopf drücken; im Bus den Haltewunsch drücken, sonst hält der Fahrer nicht.
    Stossen. – Ziehen. — Stoßen. – Ziehen.
  9. Bitte Billett vor der Fahrt lösen BIT-te bi-LÄTT for der fahrt LÖ-se Schild
    Bitte die Fahrkarte vor der Fahrt kaufen
    Zwei Unterschiede zum deutschen Nahverkehr auf einmal. Erstens wird nichts entwertet: Ein Billett vom Automaten oder aus der App gilt ab dem Kauf, nur Mehrfahrtenkarten aus Papier werden am Automaten abgestempelt. Zweitens gibt es kein Nachlösen im Zug oder Tram, gar keines – wer ohne Billett einsteigt, zahlt beim ersten Mal CHF 90 Zuschlag plus Fahrpreis (einzelne Verkehrsbetriebe verlangen 100), beim zweiten Mal 130, ab dem dritten 160 und steht zwei Jahre in einem landesweiten Register. Bei „EasyRide“ musst du vor dem Einsteigen einchecken.
    Bitte Billett vor der Fahrt lösen. Kein Verkauf im Zug. — Bitte die Fahrkarte vor der Fahrt kaufen. Kein Verkauf im Zug.
  10. Haltestelle HAL-te-schtel-le Schild
    Haltestelle (Bus und Tram)
    Schild und Durchsage sind hochdeutsch, gesprochen fällt das End-e weg: „d Haltestell“. Merken solltest du dir das Genus – es heißt „s Tram“, also das Tram, nicht die Tram und schon gar nicht die Straßenbahn. Im Bus musst du den Haltewunsch drücken, und gelbe Postautos halten auf Landstrecken nur, wenn jemand winkt oder drückt; Trams halten überall.
    Nächster Halt: Paradeplatz. Haltestelle Bellevue. — Der nächste Halt ist der Paradeplatz. Haltestelle Bellevue.
Tag 5

Hotel und Hilfe

10 Sätze

Einchecken, online gehen und Hilfe bekommen, wenn etwas schiefgeht.

  1. Ich ha e Reservation ich ha e re-ser-wa-ZIOON
    Ich habe eine Reservierung
    Helvetismus: Es heißt „Reservation“, nicht Reservierung, und der Empfang ist „d Reception“; „ich ha“ ist „ich habe“. Vorgelegt wird ein Ausweis – dein Personalausweis genügt, die Schweiz ist zwar nicht in der EU, aber im Schengen-Raum. Auf die Rechnung kommt die „Kurtaxe“ von rund CHF 2–7 pro Person und Nacht; in vielen Orten steckt darin eine Gästekarte mit freier Fahrt in Bus und Tram, also danach fragen.
    Grüezi, ich ha e Reservation uf de Name Smith. – De Pass, bitte. — Guten Tag, ich habe eine Reservierung auf den Namen Smith. – Den Pass, bitte.
  2. De Schlüssel, bitte de SCHLÜS-sel, BIT-te
    Den Schlüssel, bitte
    „De Schlüssel“ ist „den Schlüssel“ – das Akkusativ-n am Artikel fällt weg, Nominativ und Akkusativ sehen gleich aus, und der Fall ergibt sich aus der Stellung. In kleineren Häusern und „Pensionen“ bleibt der Schlüssel beim Weggehen an der Rezeption; beim Zurückkommen nennst du „Zimmer“ plus Nummer. „D Schlüsselcharte“ ist die Schlüsselkarte. Und vor Konsonant wird aus dem s ein sch, weiter als bei dir: „Schtei“ (Stein), „Schpiegel“, „Poscht“.
    De Schlüssel, bitte. Zimmer zwölf. — Den Schlüssel, bitte. Zimmer zwölf.
  3. Was isch s WLAN-Passwort? was isch s WE-lan-PASS-wort
    Wie lautet das WLAN-Passwort?
    „staat“ ist „steht“ (aus „eh“ wird langes „aa“), „s“ ist „das“. Wichtiger als der Satz ist die Handyrechnung: Die Schweiz gehört nicht zur EU, das EU-Roaming greift hier nicht, und ein deutscher Vertrag kann pro Megabyte richtig teuer werden – Tarif vorher prüfen, sonst Datenroaming aus und WLAN nutzen. An großen Bahnhöfen gibt es „SBB-FREE“ gratis, in den meisten Zügen dagegen gar kein WLAN.
    Was isch s WLAN-Passwort? – Es staat uf de Charte. — Wie lautet das WLAN-Passwort? – Es steht auf der Karte.
  4. Wänn gits Zmorge? wänn gits z-MOR-ge
    Wann gibt es Frühstück?
    „Zmorge“ ist das Frühstück, und mit ihm lernst du gleich die ganze Reihe: „Znüni“ ist der Imbiss um neun, „Zmittag“ das Mittagessen, „Zvieri“ der Imbiss um vier, „Znacht“ das Abendessen – alle aus „z“ (zu) plus Tageszeit gebaut. „gits“ ist „gibt es“, und Uhrzeiten bekommen gesprochen ein -i: „vo sibni bis zähni“. Auf dem Buffet stehen Brot, Gipfeli, Käse, Aufschnitt und Birchermüesli.
    Wänn gits Zmorge? – Vo sibni bis zähni. — Wann gibt es Frühstück? – Von sieben bis zehn.
  5. Hilfe! HIL-fe
    Hilfe! (Notruf)
    Die 112 funktioniert wie zu Hause, daneben gilt 117 für die Polizei, 144 für die Sanität und 118 für die Feuerwehr. Deine gewohnten Nummern helfen nicht – weder die 110 noch die 116117. Dazu kommt die 1414 für die Rega, die Luftrettung, die in den Bergen die entscheidende Nummer ist; eine Gönnerschaft kostet CHF 40 im Jahr, und die Rega kann Gönnern die Einsatzkosten erlassen, soweit keine Versicherung dafür aufkommt – ein Anspruch ist das nicht, eine Versicherung ersetzt sie nicht. „Haltet de Dieb!“, wenn jemand nach der Tasche greift.
    Hilfe! Rüefed Sie d Ambulanz! — Hilfe! Rufen Sie den Rettungsdienst!
  6. Ich bruuche en Dokter ich BRUU-che en DOK-ter
    Ich brauche einen Arzt
    „bruuche“ ist „brauchen“ – aus „au“ wird „uu“. Dazu drei Helvetismen: „s Spital“ ist das Krankenhaus, „de Notfall“ die Notaufnahme, „Mir isch schlächt“ heißt mir ist schlecht. Deine europäische Krankenversichertenkarte wird in der Schweiz anerkannt, oft aber erst nach Vorleistung und Erstattung; bei den hiesigen Kosten und ohne gedeckten Rücktransport lohnt eine Auslandsreise-Krankenversicherung. Kleineres klärst du zuerst in der Apotheke.
    Ich bruuche en Dokter. Mir isch schlächt. — Ich brauche einen Arzt. Mir ist schlecht.
  7. Wo isch d Apothek? wo isch d a-po-TEEK
    Wo ist die Apotheke?
    „nöchscht“ ist „nächste“ mit ö und -scht. Das grüne Kreuz kennst du; anders ist die Rollenverteilung: Apotheker beraten hier weitergehend und geben manches ohne Rezept ab, und die „Drogerie“ führt in der Schweiz auch einfache Schmerzmittel, die bei dir apothekenpflichtig sind. Nachts und sonntags hilft die „Notfallapotheke“ beziehungsweise der „Notdienst“; in Zürich hat die Apotheke am Bellevue rund um die Uhr offen.
    Wo isch d nöchscht Apothek? — Wo ist die nächste Apotheke?
  8. Rüefed Sie bitte d Polizei RÜE-fed si BIT-te d po-li-ZEI formal
    Rufen Sie bitte die Polizei
    „rüefe“ ist „rufen“: Aus deinem langen u wird oft der Diphthong „ue“ – Fuß/Fuess, Beruf/Bruef. Achte auf „gstohle“: Das ge- des Partizips schrumpft vor Konsonanten auf ein bloßes g-, „gsi“ ist gewesen, „gseit“ gesagt – beim Zuhören ist das der härteste Brocken. Die Polizei erreichst du unter 117; für die Versicherung brauchst du eine „Anzeige“ bei der Stadt- oder Kantonspolizei, Ausweis mitbringen.
    Rüefed Sie bitte d Polizei. Mer hät mis Portemonnaie gstohle. — Rufen Sie bitte die Polizei. Man hat mein Portemonnaie gestohlen.
  9. Ich ha mi verlaufe ich ha mi fer-LAU-fe
    Ich habe mich verlaufen
    Der Satz ist wörtlich deiner, die Wörter darin sind es nicht: „laufe“ heißt in der Schweiz gehen, nicht rennen – und das Wort fürs Rennen ist „springe“, was bei dir hüpfen bedeutet. „Chum, mir laufed“ ist also eine Einladung zum Spazieren. Häng „Wo isch…?“ an oder zeig die Adresse auf dem Handy; „Isch es wiit?“ („weit“, wieder ei→ii) bringt dir eine brauchbare Antwort.
    Ich ha mi verlaufe. Wo isch de Paradeplatz? — Ich habe mich verlaufen. Wo ist der Paradeplatz?
  10. Chönd Sie mir bitte es Taxi rüefe? chönd si mir BIT-te es TAK-si RÜE-fe formal
    Können Sie mir bitte ein Taxi rufen?
    „Chönd Sie“ ist „können Sie“ – wieder das Rachen-ch, und die Höflichkeitsform greift auf den Plural zurück. Taxis sind selbst für Schweizer Verhältnisse teuer: In Zürich rund CHF 6–8 Grundtaxe plus etwa CHF 4 pro Kilometer, Flughafen bis Innenstadt CHF 60–70, während der Zug dafür rund CHF 7 kostet und zehn Minuten braucht. Uber fährt in Zürich, Basel und Genf; Trams und Züge fahren bis nach Mitternacht, am Wochenende durch.
    Chönd Sie mir bitte es Taxi rüefe? – Sicher, wohi? — Können Sie mir bitte ein Taxi rufen? – Sicher, wohin?
Bonus

Zahlen 1–10

10 Karten

Gruppengrößen, Preise, Gleise, Zimmernummern. Eine optionale sechste Sitzung, und die Gruppe, die am häufigsten als Karteikarten ausgedruckt wird.

eis
eins
EIS (wie „Eis“)
zwei
zwei (in Zürich; anderswo „zwöi“)
ZWÄI (offeneres ei)
drüü
drei
DRÜÜ (langes ü)
vier
vier (wie im Hochdeutschen)
FIER (v als f)
föif
fünf
FÖ-if
sächs
sechs
SÄCHS (ch wie in „Bach“)
sibe
sieben
SI-be
acht
acht (mit hartem Rachen-ch)
ACHT (ch wie in „Bach“)
nüün
neun
NÜÜN (langes ü)
zäh
zehn
ZÄÄ

Fragen von Reisenden

Wie viele Sätze auf Schweizerdeutsch brauche ich für eine Reise nach die Schweiz?

Etwa fünfzig. Reisende berichten immer wieder, dass eine Handvoll Sätze am meisten gebracht hat, und zwar als Höflichkeit, nicht als Überlebenshilfe: beim Betreten eines Ladens grüßen, danke sagen, höflich fragen. Dieses Kit sind fünfzig Sätze in fünf Tagen zu je zehn, mit den zehn, die zählen, an Tag eins, dazu die Zahlen eins bis zehn als Bonus.

Wie sagt man danke auf Schweizerdeutsch?

Auf Schweizerdeutsch heißt danke “Merci” (MÄR-si). „Danke“ versteht jeder, gesagt wird aber „Merci“ – aus dem Französischen entlehnt, jedoch auf der ersten Silbe betont, nicht wie im Französischen hinten. „Merci vilmal“ ist „vielen Dank“, die Antwort lautet „Bitte“ oder „Gärn gscheh“ („gern geschehen“). Dieselbe Falle wie im Deutschen: Ein bloßes „Merci“ auf ein Angebot heißt „nein danke“; wer annehmen will, sagt „Ja, gärn“.

Wie sagt man Entschuldigung auf Schweizerdeutsch?

Um auf dich aufmerksam zu machen oder dich zu entschuldigen, sagst du “Exgüsi” (eks-GÜ-si). „Exgüsi“ kommt von „excusez“ und ersetzt dein „Entschuldigung“ in allen Lagen: Kellner heranwinken, jemanden ansprechen, kurzes Anrempeln. „Entschuldigung“ wird verstanden, klingt aber schwer und norddeutsch; von Jüngeren hörst du ständig „Sorry“. Für eine echte Entschuldigung sagt man „Es tuet mer leid“. Kellner kommen hier nicht von selbst an den Tisch – Blickkontakt, „Exgüsi“, bestellen.

Wie bitte ich auf Schweizerdeutsch um die Rechnung?

Nach der Rechnung fragst du mit “Zahle, bitte” (ZAA-le, BIT-te). Der Ablauf ist deiner: Die Rechnung kommt erst auf Zuruf, gezahlt wird am Tisch, und „Zäme oder getrennt?“ („zusammen oder getrennt“) ist selbstverständlich – anders als in Italien oder Frankreich. „zahle“ ist der Infinitiv ohne -n, „d Rächnig“ die Rechnung mit a→ä und der Endung -ig statt -ung. Den aufgerundeten Betrag nennst du, bevor er ins Kartenterminal getippt wird.

Wie frage ich auf Schweizerdeutsch nach der Toilette?

Frag “Wo isch d Toilette?” (wo isch d twa-LET-te). „Hine“ ist „hinten“ (End-n weg), „rächts“ ist „rechts“ mit ä. Gebräuchlicher als „Toilette“ ist „s WC“, gesprochen „We-Ze“; beschriftet sind die Türen mit „Damen“ und „Herren“. Bahnhofstoiletten kosten CHF 1–2, Café-Toiletten sind für Gäste, und die Stadt Zürich betreibt kostenlose „Züri WC“.

Kann ich wirklich fünfzig Sätze auf Schweizerdeutsch in fünf Tagen lernen?

Ja, bei zehn neuen Sätzen am Tag. Das sind fünf bis acht Minuten täglich mit verteiltem Wiederholen, weil die App die Sätze von Tag eins an den Tagen zwei bis fünf zurückbringt, während du die nächsten zehn hinzunimmst. Fang eine Woche vor der Abreise an, und du kommst mit allen fünfzig an. Das druckbare Blatt ist die Rückversicherung für die Reise selbst.

Vor der Abreise

Über einige Links erhalten wir eine Provision, ohne Mehrkosten für dich.