Fünfzig Sätze auf Schweizerdeutsch für deine Reise (Reiseziel: die Schweiz), als Fünf-Tage-Plan mit zehn Sätzen am Tag: Begrüßung und Höflichkeit, Café und Restaurant, Bezahlen und Einkaufen, unterwegs und Schilder, Hotel und Hilfe. Jede Karte hat eine Lautschrift, ein echtes Beispielgespräch und einen Hinweis darauf, wann man sie sagt und was Touristen auffliegen lässt, dazu eine Bonusgruppe mit den Zahlen 1–10. Etwa 10 Minuten am Tag.
GER A1 — Anfänger
Auf diesem Niveau kannst du: sich vorstellen, essen bestellen, nach dem weg fragen. Wortschatz: ~500 Wörter (kumulativ).
Das lernst du
What does “Guete Aabig” mean in Swiss German?
“Guete Aabig” means “Guten Abend” in Swiss German. Example: Guete Aabig, händ Sie en Tisch für zwei? — Guten Abend, haben Sie einen Tisch für zwei?
What does “Chan ich verbii?” mean in Swiss German?
“Chan ich verbii?” means “Kann ich vorbei?” in Swiss German. Example: Exgüsi, chan ich verbii? Ich mues use. — Entschuldigung, kann ich vorbei? Ich muss hinaus.
What does “Ja / Nei” mean in Swiss German?
“Ja / Nei” means “Ja / Nein” in Swiss German. Example: Wänd Sie no öppis? – Nei, merci. — Möchten Sie noch etwas? – Nein, danke.
What does “Reded Sie Änglisch?” mean in Swiss German?
“Reded Sie Änglisch?” means “Sprechen Sie Englisch?” in Swiss German. Example: Exgüsi, reded Sie Änglisch? – Ja, e chli. — Entschuldigung, sprechen Sie Englisch? – Ja, ein bisschen.
What does “Ich verstaa nöd” mean in Swiss German?
“Ich verstaa nöd” means “Ich verstehe nicht” in Swiss German. Example: Ich verstaa nöd. Langsamer, bitte. — Ich verstehe nicht. Bitte langsamer.
What does “Adieu / Uf Wiederluege” mean in Swiss German?
“Adieu / Uf Wiederluege” means “Auf Wiedersehen” in Swiss German. Example: Merci, adieu! – Adieu, schöne Taag no! — Danke, auf Wiedersehen! – Auf Wiedersehen, schönen Tag noch!
What does “En Tisch für zwei, bitte” mean in Swiss German?
“En Tisch für zwei, bitte” means “Einen Tisch für zwei, bitte” in Swiss German. Example: Grüezi, en Tisch für zwei, bitte. – Händ Sie reserviert? — Guten Tag, einen Tisch für zwei, bitte. – Haben Sie reserviert?
What does “Ich hätt gärn…” mean in Swiss German?
“Ich hätt gärn…” means “Ich hätte gern…” in Swiss German. Example: Ich hätt gärn e Rösti. Ich hätt gärn e Stange. — Ich hätte gern eine Rösti. Ich hätte gern ein kleines Bier vom Fass.
Schweizerdeutsch → Deutsch60 Wörter~6 Tage bei 10 Wörtern/Tag0 DownloadsA1A2
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Wort
Übersetzung
Beispiel
GrüeziA1
GRÜE-zi
De Gruess für de ganz Tag: seisch en, wänn du in en Lade, es Café oder s Tram inechunnsch.
Synonyme:Grüezi mitenand, Guete Morge
Guten Tag
Grüezi, en Kafi, bitte. – Grüezi, gärn.
Guten Tag, einen Kaffee, bitte. – Guten Tag, gern.
Der Reflex ist derselbe wie zu Hause, die Wortwahl nicht: „Guten Tag“ versteht jeder, markiert dich aber sofort als Deutschen, „Grüezi“ nicht. Es kommt von „Gott grüez i“ und gehört zu allem, was du siezen würdest; zu mehreren Leuten „Grüezi mitenand“, zu Freunden „Hoi“ oder „Sali“, auf dem Wanderweg zu jedem Entgegenkommenden. Betonung auf der ersten Silbe – danach kannst du ruhig hochdeutsch weiterreden.
Guete AabigA1
GUE-te AA-big
Gruess ab em spaate Namittag, wänn mer öpper trifft; bim Gah seit mer 'Schöne Aabig'.
Synonyme:Schöne Aabig
Guten Abend
Guete Aabig, händ Sie en Tisch für zwei?
Guten Abend, haben Sie einen Tisch für zwei?
„Aabig“ ist „Abend“ mit zwei Verschiebungen, die dir überall begegnen: Doppelvokal für die Länge und ein abgeschliffenes Wortende – aus „-end“ wird „-ig“. Gesagt wird es ab etwa fünf Uhr beim Ankommen, viele bleiben aber den ganzen Tag bei „Grüezi“, du musst also nicht wechseln. Beim Hinausgehen heißt es „Schöne Aabig no“ („noch“); „Guet Nacht“ gilt wie bei dir nur vor dem Schlafengehen.
BitteA1
BIT-te
Höflichkeitswort, wo mer a jedi Bitt anehänkt; heisst au 'gärn gscheh' und 'wie bitte?'.
Bitte (bei einer Bitte)
Es Wasser, bitte. – Bitte schön.
Ein Wasser, bitte. – Bitte schön.
Hier ändert sich nichts: „bitte“ steht am Ende der Bitte und deckt dieselben Rollen ab wie bei dir – Bitte, „bitte schön“ beim Überreichen, „bitte, gehen Sie vor“ und „wie bitte?“. Interessanter ist das Wörtchen davor: „es Wasser“ ist „ein Wasser“, „en Kafi“ „ein Kaffee“, „e Stange“ „ein Bier“. Einen Genitiv gibt es nicht mehr, Nominativ und Akkusativ fallen zusammen – „en“ ist beides –, der Dativ dagegen wird weiter eigens markiert: „mit em Kafi“, „i eme Lade“.
MerciA1
MÄR-si
So dankt mer i de Dütschschwiiz; d Antwort isch 'Bitte' oder 'Gärn gscheh'.
Synonyme:Merci vilmal, Danke
Danke
Merci vilmal! – Bitte, gärn gscheh.
Vielen Dank! – Bitte, gern geschehen.
„Danke“ versteht jeder, gesagt wird aber „Merci“ – aus dem Französischen entlehnt, jedoch auf der ersten Silbe betont, nicht wie im Französischen hinten. „Merci vilmal“ ist „vielen Dank“, die Antwort lautet „Bitte“ oder „Gärn gscheh“ („gern geschehen“). Dieselbe Falle wie im Deutschen: Ein bloßes „Merci“ auf ein Angebot heißt „nein danke“; wer annehmen will, sagt „Ja, gärn“.
ExgüsiA1
eks-GÜ-si
Wort, zum d Ufmerksamkeit vo öpperem hole oder sich churz entschuldige.
Synonyme:Entschuldigung, Sorry
Entschuldigung / Entschuldigen Sie
Exgüsi, chan ich bstelle?
Entschuldigung, kann ich bestellen?
„Exgüsi“ kommt von „excusez“ und ersetzt dein „Entschuldigung“ in allen Lagen: Kellner heranwinken, jemanden ansprechen, kurzes Anrempeln. „Entschuldigung“ wird verstanden, klingt aber schwer und norddeutsch; von Jüngeren hörst du ständig „Sorry“. Für eine echte Entschuldigung sagt man „Es tuet mer leid“. Kellner kommen hier nicht von selbst an den Tisch – Blickkontakt, „Exgüsi“, bestellen.
Chan ich verbii?A1
chan ich fer-BII (ch wie in „Bach“)
Frag, wänn mer im Tram, i de Schlange oder i de Mänge dure will.
Synonyme:Dörf ich verbii?
Kann ich vorbei?
Exgüsi, chan ich verbii? Ich mues use.
Entschuldigung, kann ich vorbei? Ich muss hinaus.
Hier hörst du zum ersten Mal die Verschiebung, die Schweizerdeutsch für dich unverständlich macht: Aus k wird ein hartes Rachen-ch. „chan“ ist „kann“, „Chind“ „Kind“, „Chäs“ „Käse“; dazu „verbii“ für „vorbei“ und „use“ für „hinaus“. Ein eigenes Wort fürs Durchkommen gibt es nicht, dieser Satz bewegt die Leute. Er passt genauso im Zug, an der Ladenkasse und in der Schlange am Lift.
Ja / NeiA1
ja / näi
Die zwei Grundantworte; 'Nei, merci' lehnt höflich ab.
Ja / Nein
Wänd Sie no öppis? – Nei, merci.
Möchten Sie noch etwas? – Nein, danke.
„Nei“ ist „nein“ ohne End-n, der Diphthong etwas offener, fast „näi“. „Nei, merci“ ist der höfliche Schlusspunkt gegenüber Sammlern und Verkäufern, „Ja, gärn“ nimmt an – ein bloßes „Merci“ wird als Ablehnung gelesen. „Doch“ funktioniert genau wie bei dir. Im Beispielsatz stecken zwei Allerweltswörter: „öppis“ ist „etwas“, „no“ ist „noch“.
Reded Sie Änglisch?A1formal
RE-ded si ÄNG-lisch
Frag, öb öpper Änglisch redt; höflichi Sie-Form.
Sprechen Sie Englisch?
Exgüsi, reded Sie Änglisch? – Ja, e chli.
Entschuldigung, sprechen Sie Englisch? – Ja, ein bisschen.
Diese Karte brauchst du streng genommen nicht – dein Hochdeutsch versteht hier jeder. Interessant ist die Gegenrichtung: Hochdeutsch zu sprechen kostet viele Deutschschweizer spürbar Mühe, und manche wechseln lieber ins Englische. Die Frage überhaupt auf Mundart zu stellen, ist die Geste; danach ist Hochdeutsch völlig in Ordnung. „reded“ ist „redet“, die Sie-Form ist zugleich die Pluralform, „e chli“ heißt „ein bisschen“.
Ich verstaa nödA1
ich fer-SCHTAA nöd
Satz, zum säge, dass mer nöd verstande hät, was gseit worde isch.
Synonyme:Wie bitte?
Ich verstehe nicht
Ich verstaa nöd. Langsamer, bitte.
Ich verstehe nicht. Bitte langsamer.
Zwei Dinge, die du im Redefluss verlierst: „nöd“ (regional „nid“ oder „nüd“) ist „nicht“, steht unbetont hinter dem Verb und ist so kurz, dass die Verneinung leicht untergeht; und Infinitive verlieren das -en, „verstaa“ ist „verstehen“. Häng „Langsamer, bitte“ an oder frag „Uf Hochdütsch, bitte?“ – dann wird der Satz auf Hochdeutsch wiederholt, ohne dass es jemanden stört.
Adieu / Uf WiederluegeA1
a-DI-e / uf WIE-der-lue-ge
Abschiedsgruess für Läde, Hotel und Lüüt, wo mer nöd kännt.
Synonyme:Ade, Tschüss
Auf Wiedersehen
Merci, adieu! – Adieu, schöne Taag no!
Danke, auf Wiedersehen! – Auf Wiedersehen, schönen Tag noch!
„Uf Wiederluege“ ist „auf Wiedersehen“, denn „luege“ heißt schauen und hat mit „lügen“ nichts zu tun – einer der falschen Freunde, die beim Zuhören zuschlagen. „Adieu“, oft zu „Ade“ verkürzt, ist der Alltagsabschied im Laden, „Tschüss“ und „Tschau“ sind vertraulicher. Sag es auch, wenn du nichts gekauft hast; zurück kommt oft „Schöne Taag no“.
En Tisch für zwei, bitteA1
en tisch für zwäi, BIT-te
Frag nach eme Tisch im Restaurant mit de Aazahl Persone.
Einen Tisch für zwei, bitte
Grüezi, en Tisch für zwei, bitte. – Händ Sie reserviert?
Guten Tag, einen Tisch für zwei, bitte. – Haben Sie reserviert?
„Händ Sie“ ist „haben Sie“, „en Tisch“ „einen Tisch“. In einer „Beiz“ – der Kneipe, dem einfachen Wirtshaus – wirst du mal an einen freien Tisch gewiesen, mal setzt man sich zu Fremden an einen großen Tisch; „Isch da no frei?“ fragt danach. In Zürich reservierst du am Freitag- und Samstagabend besser, und viele Häuser haben einen „Ruhetag“, oft Sonntag oder Montag.
Ich hätt gärn…A1
ich hätt GÄRN
Höflichi Form zum Bstelle oder öppis Wünsche.
Ich hätte gern…
Ich hätt gärn e Rösti. Ich hätt gärn e Stange.
Ich hätte gern eine Rösti. Ich hätte gern ein kleines Bier vom Fass.
Wörtlich dein „ich hätte gern“, nur ohne das End-e: „Ich hätt gärn“ plus Sache, „bitte“ ans Ende; wer die Karte kennt, sagt „Ich nimm…“. „Ich will“ klingt auch hier grob. Bier bestellst du nicht nach Größe, sondern nach Namen: „e Stange“ sind 0,3 Liter vom Fass und die Standardbestellung, „es Grosses“ 0,5 Liter.
D Charte, bitteA1
d CHAR-te, BIT-te
So verlangt mer d Spiischarte im Restaurant.
Die Speisekarte, bitte
D Charte, bitte. Händ Sie e Charte uf Änglisch?
Die Speisekarte, bitte. Haben Sie eine Karte auf Englisch?
„Charte“ ist „Karte“ mit dem Rachen-ch. Die Falle ist ein Helvetismus: „Menü“ meint hier weder die Speisekarte noch mehrere Gänge nach Wahl, sondern das feste Tagesgericht – „Tagesmenü“ oder „Mittagsmenü“, meist werktags, mit Suppe oder Salat für CHF 18–25 das günstigste warme Essen des Landes. Gedruckt ist alles Hochdeutsch, Lesen ist also nie das Problem.
En Kafi, bitteA1
en KA-fi, BIT-te
En Kafi isch en normale Kafi crème; für Milchkafi seit mer 'e Schale'.
Einen Kaffee (also einen Kaffee crème), bitte
En Kafi und e Schale, bitte.
Einen Kaffee und einen Milchkaffee, bitte.
„En Kafi“ bringt dir immer einen „Kafi crème“: eine normal große schwarze Tasse mit einem Kännchen Rahm daneben – weder Filterkaffee noch Espresso, den bestellst du als „en Espresso“. Der Milchkaffee heißt in Zürich „e Schale“ (von der Schale, halb Milch), „Cappuccino“ versteht man überall. Rechne mit rund CHF 5 pro Tasse, an der Seepromenade mehr. „Kafi fertig“ ist Kaffee mit Schnaps.
Mit oder ohni?A1
mit O-der OH-ni
Frag zum Wasser im Restaurant: mit Kohlesüüri oder ohni.
Synonyme:Mit oder ohni Kohlesüüri?
Mit oder ohne (Kohlensäure)?
Wasser mit oder ohni? – Ohni, merci.
Wasser mit oder ohne? – Ohne, danke.
„ohni“ ist „ohne“ mit dem typischen -i am Wortende; ausgeschrieben hörst du „Mit oder ohni Kohlesüüri?“. Flaschenwasser kostet CHF 5–9. Leitungswasser („Hahnewasser“) ist ausgezeichnet und du darfst danach fragen, aber viele Lokale verlangen CHF 2–5 für Glas oder Karaffe – also nach dem Preis fragen. Geantwortet wird mit einem Wort plus „merci“.
Zahle, bitteA1
ZAA-le, BIT-te
So verlangt mer d Rächnig; si chunnt nöd vo sälber.
Synonyme:D Rächnig, bitte
Zahlen, bitte
Exgüsi, zahle bitte! – Zäme oder getrennt?
Entschuldigung, zahlen bitte! – Zusammen oder getrennt?
Der Ablauf ist deiner: Die Rechnung kommt erst auf Zuruf, gezahlt wird am Tisch, und „Zäme oder getrennt?“ („zusammen oder getrennt“) ist selbstverständlich – anders als in Italien oder Frankreich. „zahle“ ist der Infinitiv ohne -n, „d Rächnig“ die Rechnung mit a→ä und der Endung -ig statt -ung. Den aufgerundeten Betrag nennst du, bevor er ins Kartenterminal getippt wird.
Chan ich mit Charte zahle?A2
chan ich mit CHAR-te ZAA-le
Frag, öb mer mit Charte zahle cha.
Kann ich mit Karte zahlen?
Chan ich mit Charte zahle? – Ja, sicher. Oder mit Twint.
Kann ich mit Karte zahlen? – Ja, klar. Oder mit Twint.
Karten laufen hier flächendeckender als in Deutschland, kontaktlos auch für das Gipfeli zu CHF 3; nur einzelne Marktstände und Berghütten sind bar. „Twint“ ist die Schweizer Bezahl-App, setzt ein Schweizer Konto oder eine Schweizer Handynummer voraus und ist für dich damit keine Option. Bezahlt wird in Franken – wer Euro annimmt, gibt zu schlechtem Kurs in Franken heraus; Bargeld holst du am „Bancomat“, dem Geldautomaten.
Proscht!A1
PROSCHT (kurzes o)
Trinkspruch bim Aastosse; mer luegt sich debii i d Auge.
Synonyme:Zum Wohl
Prost!
Proscht! – Zum Wohl!
Prost! – Zum Wohl!
„Proscht“ zeigt die Regel, die fast jedes Wort betrifft: Aus -st wird -scht, also „bisch“, „hesch“, „Wurscht“. Angestoßen wird mit jeder Person einzeln, mit Blickkontakt und, wenn du ihn kennst, mit dem Namen – das wird hier ernster genommen als bei uns, und Auslassen fällt auf. „Zum Wohl“ ist die förmlichere Variante beim Wein. Vor dem Anstoßen wird nicht getrunken.
En Guete!A1
en GUE-te
Wunsch vor em Ässe; d Antwort isch 'Merci, gliichfalls'.
Guten Appetit!
En Guete! – Merci, gliichfalls.
Guten Appetit! – Danke, gleichfalls.
„En Guete“ ist „einen guten (Appetit)“ mit weggelassenem Substantiv. Gesagt wird es vom Servicepersonal, von allen am Tisch und auch zu Fremden am Nebentisch; die Antwort ist „Merci, gliichfalls“. Um die Mittagszeit dient es unter Kollegen als Gruß, ungefähr in der Rolle von „Mahlzeit“. An „gliichfalls“ siehst du die wichtigste Lautregel überhaupt: Wo du „ei“ schreibst, steht hier oft „ii“ – gleich/gliich, Zeit/Ziit, Wein/Wii.
Service inbegriffenA2
SÖR-wis in-be-GRIF-fe
Hiiwiis uf de Charte: de Service isch scho im Priis; mer rundet nu es bitzli uf.
Synonyme:Bedienung inbegriffen
Bedienung inbegriffen (Hinweis auf der Speisekarte)
Bedienung und MwSt. inbegriffen. – Stimmt so, merci.
Bedienung und Mehrwertsteuer inbegriffen. – Stimmt so, danke.
Inhaltlich wie zu Hause: Bedienung und Mehrwertsteuer (8,1 %) stecken im Preis, es gibt weder ein Gedeck noch eine Servicezeile auf der Rechnung. Trinkgeld ist ein Aufrunden, 5–10 % sind das Maximum. Bei Bargeld sagst du „Stimmt so“ oder nennst die Summe („Mached Sie füfzg“ – machen Sie fünfzig), bei Karte nennst du den Betrag, bevor er eingetippt wird. Immer mehr Terminals fragen selbst nach „Trinkgäld“; Überspringen ist völlig in Ordnung.
Was choschtet…?A1
was CHOSCH-tet
Frag nach em Priis vo öppisem.
Synonyme:Was macht das?
Was kostet…?
Was choschtet das? Was choschtet es Billett?
Was kostet das? Was kostet eine Fahrkarte?
„choschtet“ zeigt zwei Verschiebungen auf einmal: k→ch am Anfang, st→scht im Wortinneren (choschte, Poscht, Wurscht). An der Kasse fragt „Was macht das?“ nach der Summe; die Antwort klingt wie „zwölf vierzg“ für CHF 12.40. Gerechnet wird in „Franke“ (umgangssprachlich „Stutz“) und „Rappe“; Barbeträge werden auf 5 Rappen gerundet, Kartenzahlungen nicht.
Das isch z tüürA1
das isch z-TÜÜR
Satz, zum säge, dass de Priis z hööch isch.
Das ist zu teuer
Das isch z tüür. Trotzdem merci.
Das ist zu teuer. Trotzdem danke.
„isch“ ist „ist“, „z“ ist „zu“ – nur noch ein Konsonant, an das nächste Wort geklebt – und „tüür“ ist „teuer“: Aus deinem „eu“ wird hier oft „üü“. Gehandelt wird nicht; im Laden und auf dem Wochenmarkt sind die Preise fest, nur auf Flohmärkten ist Feilschen üblich, und „Trotzdem merci“ ist der freundliche Abgang. Hauptgericht CHF 25–40, Bier CHF 7 – deshalb mittags das Tagesmenü und sonst Einkauf bei Coop oder Migros.
Bar oder mit Charte?A1
bar O-der mit CHAR-te
Frag a de Kasse: bar zahle oder mit Charte.
Bar oder mit Karte?
Bar oder mit Charte? – Mit Charte, merci.
Bar oder mit Karte? – Mit Karte, danke.
Nur „Charte“ ist neu, „bar“ bleibt „bar“; als dritte Option hörst du „Twint?“, worauf „Mit Charte“ oder „Bar“ die Antwort ist. Ausländische Karten und kontaktloses Bezahlen per Handy laufen ohne Nachfrage. Wichtig fürs Portemonnaie: Wenn dir Automat oder Terminal die Abrechnung in Euro anbietet, lehn ab und wähl Franken – die eigene Umrechnung des Geräts ist regelmäßig die teurere.
D Quittig, bitteA2
d KWIT-tig, BIT-te
De Zettel, wo mer nach em Zahle überchunnt.
Die Quittung, bitte
D Quittig, bitte. – Gärn, bitte schön.
Die Quittung, bitte. – Gern, bitte schön.
„Quittig“ zeigt die Endung, an der du reihenweise Wörter wiedererkennst: -ung wird zu -ig (Rächnig, Wohnig, Ziitig). Mitnehmen musst du den Bon nicht, die Kasse fragt oft „Wänd Sie d Quittig?“. Zwei Punkte, bei denen es um Geld geht: Ab CHF 300 pro Geschäft und Tag kannst du dir als Nicht-Ansässiger die 8,1 % Mehrwertsteuer mit dem Ausfuhrschein am Zoll bestätigen lassen – und bei der Rückreise gilt die deutsche Reisefreigrenze von 300 Euro pro Person, bei Flug- oder Seereise 430 Euro; darüber wird verzollt.
Ich luege nu, merciA1
ich LUE-ge nu, MÄR-si
Höflichi Antwort im Lade, wänn mer nüt chaufe will.
Ich schaue mich nur um, danke
Chan ich Ine hälfe? – Ich luege nu, merci.
Kann ich Ihnen helfen? – Ich schaue mich nur um, danke.
Zwei falsche Freunde in einem kurzen Satz: „luege“ ist schauen, nicht lügen, und „nu“ ist „nur“, nicht „nun“. Gefragt wirst du mit „Chan ich Ine hälfe?“ („Ihnen“) oder dem klassischen „Werded Sie scho bedient?“; danach lässt man dich in Ruhe. Der Gruß beim Betreten und das „Adieu“ beim Hinausgehen gelten auch dann, wenn du nichts kaufst – das wird konsequenter gehandhabt als bei uns.
Das isch alles, merciA1
das isch AL-les, MÄR-si
Satz, zum säge, dass mer nüt meh will.
Synonyme:Das wär's
Das ist alles, danke
Suscht no öppis? – Nei, das isch alles, merci.
Sonst noch etwas? – Nein, das ist alles, danke.
„Suscht“ ist „sonst“, wieder mit -scht. Am Tresen bestellst du nach Gewicht („200 Gramm“) oder in „Schiibe“ (Scheiben). Hier siehst du auch die Verkleinerungsform: Wo bei dir -chen oder -lein steht, steht hier ausnahmslos -li – „es Gipfeli“ ist ein Croissant, „es Weggli“ ein Brötchen, „es Bierli“ ein kleines Bier. „Das wär's“ ist die kurze Form dieses Satzes.
Eis vo dene, bitteA1
eis fo DE-ne, BIT-te
Satz zum Bstelle, wänn mer uf öppis zeigt.
Eines davon, bitte
Eis vo dene, bitte. – Zum Mitnäh?
Eines davon, bitte. – Zum Mitnehmen?
„vo dene“ ist „von denen“, „Mitnäh“ ist „mitnehmen“ – Infinitive verlieren das -en, aus „eh“ wird oft „ä“. Gefragt wirst du „Zum Mitnäh?“ oder „Zum daa ässe?“ („zum Hier-Essen“); mitnehmen wird mit 2,6 % statt 8,1 % besteuert, deshalb weicht der Preis leicht ab. Zeigen plus dieser Satz reicht für Gebäck, Belegtes und Tickets gleichermaßen.
Händ Sie…?A1
HÄND si
Form, zum fröge, öb en Lade oder es Restaurant öppis hät.
Synonyme:Gits…?
Haben Sie…?
Händ Sie das e Nummere grösser? Händ Sie WLAN?
Haben Sie das eine Nummer größer? Haben Sie WLAN?
„Händ Sie“ ist „haben Sie“: Im Plural hat das Verb eine einzige Endung, und die höfliche Anrede greift auf diese Pluralform zurück. „Gits…?“ ist „gibt es…?“ und tut dieselbe Arbeit. Kleidergrößen folgen in der Schweiz der deutschen Skala, also genau wie bei dir, und auch die Schuhgrößen sind dieselben; „e Nummere grösser“ oder „chliner“ ist eine Nummer größer oder kleiner. Auf Schweizer Schildern steht „WLAN“, gesprochen „We-Lan“.
Offen / GeschlossenA1
OF-fe / g-SCHLOS-se (gesprochen)
Die zwei Wörter uf de Ladetüür: offe oder zue.
Synonyme:Geöffnet
Geöffnet / Geschlossen
Sonntag geschlossen. Mo–Fr 9–19 Uhr, Sa 9–17 Uhr.
Sonntags geschlossen. Montag bis Freitag 9 bis 19 Uhr, Samstag 9 bis 17 Uhr.
Die Schilder sind wörtlich hochdeutsch, gesprochen heißt es „offe“ und „zue“. Der Unterschied zu Deutschland liegt bei den Zeiten: Samstags wird um 17 bis 18 Uhr geschlossen, werktags um 19 oder 20 Uhr, und sonntags ist praktisch alles zu. Offen sind am Sonntag nur die Läden in großen Bahnhöfen (in Zürich das ShopVille im HB), am Flughafen und an Tankstellen – den Sonntagseinkauf erledigst du am Samstag. „Ruhetag“ an einer Restauranttür ist der wöchentliche Schließtag.
Aktion / KasseA1
ak-ZIOON / KAS-se
'Aktion' isch es Sonderaagebot; 'Kasse' isch, wo mer zahlt.
Synonyme:Ausverkauf
Sonderangebot / Kasse
Aktion: 3 für 2. – Kasse drüü, bitte.
Sonderangebot: 3 für 2. – Kasse drei, bitte.
Falscher Freund: „Aktion“ ist in der Schweiz das Sonderangebot, nicht die Aktion im deutschen Sinn – bei Coop und Migros ist das genau das Wort, nach dem du suchst. „Ausverkauf“ entspricht dem Räumungsverkauf. „Kasse“ ist die Kasse und im Museum auch der Ticketschalter, Selbstbedienungskassen sind Standard. Über Lautsprecher hörst du „Kasse drüü, bitte“ – Durchsagen im Laden laufen auf Mundart, anders als am Bahnhof.
Wo isch…?A1
wo ISCH
Frag, wo öppis isch.
Wo ist…?
Wo isch de Bahnhof? Wo isch d Toilette?
Wo ist der Bahnhof? Wo ist die Toilette?
Die Artikel schrumpfen auf „de“, „d“ und „s“, im Plural heißt es „Wo sind…?“, und „Exgüsi“ kommt davor. Für dich ist die Karte Erkennungstraining, keine Notwendigkeit: Du kannst jederzeit hochdeutsch fragen und wirst überall verstanden. Schwierig ist nur die Antwort, und die besteht meist aus links, rächts, gradus plus einer Gehzeit.
Wo isch d Toilette?A1
wo isch d twa-LET-te
Frag nach em WC.
Synonyme:s WC
Wo ist die Toilette?
Exgüsi, wo isch d Toilette? – Hine rächts.
Entschuldigung, wo ist die Toilette? – Hinten rechts.
„Hine“ ist „hinten“ (End-n weg), „rächts“ ist „rechts“ mit ä. Gebräuchlicher als „Toilette“ ist „s WC“, gesprochen „We-Ze“; beschriftet sind die Türen mit „Damen“ und „Herren“. Bahnhofstoiletten kosten CHF 1–2, Café-Toiletten sind für Gäste, und die Stadt Zürich betreibt kostenlose „Züri WC“.
Wo isch de Bahnhof?A1
wo isch de BAAN-hof
Frag nach em Bahnhof.
Wo ist der Bahnhof?
Wo isch de Bahnhof? – Immer gradus, zäh Minute.
Wo ist der Bahnhof? – Immer geradeaus, zehn Minuten.
„gradus“ ist „geradeaus“. Am Bahnhof steht überall „SBB CFF FFS“, der Name der Bahn in drei Landessprachen, „HB“ ist der Hauptbahnhof. „S-Bahn“ und „Tram“ kennst du, „Postauto“ ist der gelbe Überlandbus. Fahrplan und Tarif sind landesweit ein einziges System, Schiffe und Bergbahnen eingeschlossen – eine Fahrkarte gilt für die ganze Kette.
Es Billett uf Luzern, bitteA1
es bi-LÄTT uf lu-ZÄRN, BIT-te
Satz zum Billett Chaufe für e bestimmti Destination.
Eine Fahrkarte nach Luzern, bitte
Es Billett uf Luzern, bitte. – Eifach oder retour?
Eine Fahrkarte nach Luzern, bitte. – Einfach oder hin und zurück?
Der Helvetismus, den du kennen musst: Die Fahrkarte ist „s Billett“, und gekauft wird sie mit „lösen“ – „Billett lösen“ steht auf jedem Aushang. „uf Luzern“ ist „nach Luzern“, „eifach“ ist einfach, „retour“ hin und zurück. Deine BahnCard gilt hier nicht; das Schweizer Gegenstück heißt Halbtax, für eine Rundreise rechnet sich der Swiss Travel Pass, und günstige „Sparbillette“ sind an einen bestimmten Zug gebunden.
Weles Gleis?A1
WE-les glais
Frag, uf welem Gleis de Zug abfahrt.
Synonyme:Uf welem Gleis?
Welches Gleis?
Weles Gleis für Bärn? – Gleis nüün.
Welches Gleis nach Bern? – Gleis neun.
Auf Anzeige und Durchsage steht „Gleis“, der Bahnsteig selbst heißt aber „s Perron“ – der Helvetismus, den du im Gespräch hörst. Lange Perrons sind in Sektoren A bis D geteilt, dein Wagen steht auf der Anzeige. Die Türen verriegeln rund 30 Sekunden vor der Abfahrt und die Anschlüsse sind knapp getaktet, sei also früher am Gleis als gewohnt. Durchsagen laufen hochdeutsch („Gleis drei“), der Mensch neben dir sagt „Gleis drüü“.
Links / rächts / gradusA1
links / RÄCHTS / gra-DUUS
Die drüü Richtigswörter i de Antwort uf 'Wo isch'.
Links / rechts / geradeaus
Immer gradus, dänn links.
Immer geradeaus, dann links.
Neu ist nur „gradus“, „dänn“ ist „dann“. Zwei Wörter aus dem Französischen gehören zum Alltag: „vis-à-vis“ ist gegenüber, „s Trottoir“ ist der Gehweg – Letzteres steht auch in amtlichen Texten, „Bürgersteig“ sagt hier niemand. „i de Nöchi“ ist in der Nähe, „wiit“ ist weit. Antworten kommen fast immer mit einer Gehzeit: „föif Minute“.
Eingang / AusgangA1
EIN-gang / AUS-gang
D Schilder für ine und use.
Eingang / Ausgang (auf den Schildern)
Ausgang Bahnhofstrasse. Notausgang.
Ausgang Bahnhofstraße. Notausgang.
Die Schilder sind wörtlich hochdeutsch; in der Mundart hörst du „Iigang“ und „Uusgang“, woran du zwei Regeln auf einmal siehst: Aus „ei“ wird „ii“, aus „au“ wird „uu“. „Notausgang“ und, auf der Autobahn, „Ausfahrt“ stehen wie bei dir. In der Westschweiz heißen dieselben Schilder „Entrée / Sortie“, im Tessin „Entrata / Uscita“ – im selben Land, auf derselben Fahrt.
Drücken / ZiehenA1
DRÜ-cke / ZIE-he (gesprochen)
D zwei Wörter uf de Tüür: stosse (drucke) zum Ufmache, oder zieh.
Synonyme:Stossen
Drücken / Ziehen (an der Tür)
Stossen. – Ziehen.
Stoßen. – Ziehen.
Hier siehst du den auffälligsten Unterschied der Schweizer Rechtschreibung: Das ß gibt es nicht, ausnahmslos – „Strasse“, „grösser“, „heisse Getränke“, „Fussgänger“. Deshalb steht an der Tür oft „Stossen“ statt „Drücken“, was zugleich das üblichere Schweizer Wort ist. Türen an Zug und Tram öffnen nicht von selbst: Knopf drücken; im Bus den Haltewunsch drücken, sonst hält der Fahrer nicht.
Bitte Billett vor der Fahrt lösenA2
BIT-te bi-LÄTT for der fahrt LÖ-se
Hiiwiis a de Haltestell: s Billett vor de Fahrt chaufe, suscht gits e Buess.
Bitte die Fahrkarte vor der Fahrt kaufen
Bitte Billett vor der Fahrt lösen. Kein Verkauf im Zug.
Bitte die Fahrkarte vor der Fahrt kaufen. Kein Verkauf im Zug.
Zwei Unterschiede zum deutschen Nahverkehr auf einmal. Erstens wird nichts entwertet: Ein Billett vom Automaten oder aus der App gilt ab dem Kauf, nur Mehrfahrtenkarten aus Papier werden am Automaten abgestempelt. Zweitens gibt es kein Nachlösen im Zug oder Tram, gar keines – wer ohne Billett einsteigt, zahlt beim ersten Mal CHF 90 Zuschlag plus Fahrpreis (einzelne Verkehrsbetriebe verlangen 100), beim zweiten Mal 130, ab dem dritten 160 und steht zwei Jahre in einem landesweiten Register. Bei „EasyRide“ musst du vor dem Einsteigen einchecken.
HaltestelleA1
HAL-te-schtel-le
Wo Bus und Tram haltet; 'Nächster Halt' isch d Durchsag.
Haltestelle (Bus und Tram)
Nächster Halt: Paradeplatz. Haltestelle Bellevue.
Der nächste Halt ist der Paradeplatz. Haltestelle Bellevue.
Schild und Durchsage sind hochdeutsch, gesprochen fällt das End-e weg: „d Haltestell“. Merken solltest du dir das Genus – es heißt „s Tram“, also das Tram, nicht die Tram und schon gar nicht die Straßenbahn. Im Bus musst du den Haltewunsch drücken, und gelbe Postautos halten auf Landstrecken nur, wenn jemand winkt oder drückt; Trams halten überall.
Ich ha e ReservationA1
ich ha e re-ser-wa-ZIOON
Satz a de Reception, wänn mer scho reserviert hät.
Ich habe eine Reservierung
Grüezi, ich ha e Reservation uf de Name Smith. – De Pass, bitte.
Guten Tag, ich habe eine Reservierung auf den Namen Smith. – Den Pass, bitte.
Helvetismus: Es heißt „Reservation“, nicht Reservierung, und der Empfang ist „d Reception“; „ich ha“ ist „ich habe“. Vorgelegt wird ein Ausweis – dein Personalausweis genügt, die Schweiz ist zwar nicht in der EU, aber im Schengen-Raum. Auf die Rechnung kommt die „Kurtaxe“ von rund CHF 2–7 pro Person und Nacht; in vielen Orten steckt darin eine Gästekarte mit freier Fahrt in Bus und Tram, also danach fragen.
De Schlüssel, bitteA1
de SCHLÜS-sel, BIT-te
So verlangt mer de Zimmerschlüssel a de Reception.
Den Schlüssel, bitte
De Schlüssel, bitte. Zimmer zwölf.
Den Schlüssel, bitte. Zimmer zwölf.
„De Schlüssel“ ist „den Schlüssel“ – das Akkusativ-n am Artikel fällt weg, Nominativ und Akkusativ sehen gleich aus, und der Fall ergibt sich aus der Stellung. In kleineren Häusern und „Pensionen“ bleibt der Schlüssel beim Weggehen an der Rezeption; beim Zurückkommen nennst du „Zimmer“ plus Nummer. „D Schlüsselcharte“ ist die Schlüsselkarte. Und vor Konsonant wird aus dem s ein sch, weiter als bei dir: „Schtei“ (Stein), „Schpiegel“, „Poscht“.
Was isch s WLAN-Passwort?A1
was isch s WE-lan-PASS-wort
Frag nach em Passwort für s WLAN.
Wie lautet das WLAN-Passwort?
Was isch s WLAN-Passwort? – Es staat uf de Charte.
Wie lautet das WLAN-Passwort? – Es steht auf der Karte.
„staat“ ist „steht“ (aus „eh“ wird langes „aa“), „s“ ist „das“. Wichtiger als der Satz ist die Handyrechnung: Die Schweiz gehört nicht zur EU, das EU-Roaming greift hier nicht, und ein deutscher Vertrag kann pro Megabyte richtig teuer werden – Tarif vorher prüfen, sonst Datenroaming aus und WLAN nutzen. An großen Bahnhöfen gibt es „SBB-FREE“ gratis, in den meisten Zügen dagegen gar kein WLAN.
Wänn gits Zmorge?A1
wänn gits z-MOR-ge
Frag, wänn s im Hotel Zmorge git.
Wann gibt es Frühstück?
Wänn gits Zmorge? – Vo sibni bis zähni.
Wann gibt es Frühstück? – Von sieben bis zehn.
„Zmorge“ ist das Frühstück, und mit ihm lernst du gleich die ganze Reihe: „Znüni“ ist der Imbiss um neun, „Zmittag“ das Mittagessen, „Zvieri“ der Imbiss um vier, „Znacht“ das Abendessen – alle aus „z“ (zu) plus Tageszeit gebaut. „gits“ ist „gibt es“, und Uhrzeiten bekommen gesprochen ein -i: „vo sibni bis zähni“. Auf dem Buffet stehen Brot, Gipfeli, Käse, Aufschnitt und Birchermüesli.
Hilfe!A1
HIL-fe
Rüef im Notfall.
Hilfe! (Notruf)
Hilfe! Rüefed Sie d Ambulanz!
Hilfe! Rufen Sie den Rettungsdienst!
Die 112 funktioniert wie zu Hause, daneben gilt 117 für die Polizei, 144 für die Sanität und 118 für die Feuerwehr. Deine gewohnten Nummern helfen nicht – weder die 110 noch die 116117. Dazu kommt die 1414 für die Rega, die Luftrettung, die in den Bergen die entscheidende Nummer ist; eine Gönnerschaft kostet CHF 40 im Jahr, und die Rega kann Gönnern die Einsatzkosten erlassen, soweit keine Versicherung dafür aufkommt – ein Anspruch ist das nicht, eine Versicherung ersetzt sie nicht. „Haltet de Dieb!“, wenn jemand nach der Tasche greift.
Ich bruuche en DokterA2
ich BRUU-che en DOK-ter
Satz, zum säge, dass mer en Arzt bruucht.
Ich brauche einen Arzt
Ich bruuche en Dokter. Mir isch schlächt.
Ich brauche einen Arzt. Mir ist schlecht.
„bruuche“ ist „brauchen“ – aus „au“ wird „uu“. Dazu drei Helvetismen: „s Spital“ ist das Krankenhaus, „de Notfall“ die Notaufnahme, „Mir isch schlächt“ heißt mir ist schlecht. Deine europäische Krankenversichertenkarte wird in der Schweiz anerkannt, oft aber erst nach Vorleistung und Erstattung; bei den hiesigen Kosten und ohne gedeckten Rücktransport lohnt eine Auslandsreise-Krankenversicherung. Kleineres klärst du zuerst in der Apotheke.
Wo isch d Apothek?A1
wo isch d a-po-TEEK
Frag nach de Apothek; s Zeiche isch es grüens Chrüüz.
Wo ist die Apotheke?
Wo isch d nöchscht Apothek?
Wo ist die nächste Apotheke?
„nöchscht“ ist „nächste“ mit ö und -scht. Das grüne Kreuz kennst du; anders ist die Rollenverteilung: Apotheker beraten hier weitergehend und geben manches ohne Rezept ab, und die „Drogerie“ führt in der Schweiz auch einfache Schmerzmittel, die bei dir apothekenpflichtig sind. Nachts und sonntags hilft die „Notfallapotheke“ beziehungsweise der „Notdienst“; in Zürich hat die Apotheke am Bellevue rund um die Uhr offen.
Rüefed Sie bitte d PolizeiA2formal
RÜE-fed si BIT-te d po-li-ZEI
Bitt, d Polizei z rüefe, bi Notfall oder Diebstahl.
Rufen Sie bitte die Polizei
Rüefed Sie bitte d Polizei. Mer hät mis Portemonnaie gstohle.
Rufen Sie bitte die Polizei. Man hat mein Portemonnaie gestohlen.
„rüefe“ ist „rufen“: Aus deinem langen u wird oft der Diphthong „ue“ – Fuß/Fuess, Beruf/Bruef. Achte auf „gstohle“: Das ge- des Partizips schrumpft vor Konsonanten auf ein bloßes g-, „gsi“ ist gewesen, „gseit“ gesagt – beim Zuhören ist das der härteste Brocken. Die Polizei erreichst du unter 117; für die Versicherung brauchst du eine „Anzeige“ bei der Stadt- oder Kantonspolizei, Ausweis mitbringen.
Ich ha mi verlaufeA1
ich ha mi fer-LAU-fe
Satz, zum säge, dass mer nöd weiss, wo mer isch.
Ich habe mich verlaufen
Ich ha mi verlaufe. Wo isch de Paradeplatz?
Ich habe mich verlaufen. Wo ist der Paradeplatz?
Der Satz ist wörtlich deiner, die Wörter darin sind es nicht: „laufe“ heißt in der Schweiz gehen, nicht rennen – und das Wort fürs Rennen ist „springe“, was bei dir hüpfen bedeutet. „Chum, mir laufed“ ist also eine Einladung zum Spazieren. Häng „Wo isch…?“ an oder zeig die Adresse auf dem Handy; „Isch es wiit?“ („weit“, wieder ei→ii) bringt dir eine brauchbare Antwort.
Chönd Sie mir bitte es Taxi rüefe?A2formal
chönd si mir BIT-te es TAK-si RÜE-fe
Höflichi Bitt, es Taxi z rüefe.
Können Sie mir bitte ein Taxi rufen?
Chönd Sie mir bitte es Taxi rüefe? – Sicher, wohi?
Können Sie mir bitte ein Taxi rufen? – Sicher, wohin?
„Chönd Sie“ ist „können Sie“ – wieder das Rachen-ch, und die Höflichkeitsform greift auf den Plural zurück. Taxis sind selbst für Schweizer Verhältnisse teuer: In Zürich rund CHF 6–8 Grundtaxe plus etwa CHF 4 pro Kilometer, Flughafen bis Innenstadt CHF 60–70, während der Zug dafür rund CHF 7 kostet und zehn Minuten braucht. Uber fährt in Zürich, Basel und Genf; Trams und Züge fahren bis nach Mitternacht, am Wochenende durch.
eisA1
EIS (wie „Eis“)
D Zahl 1.
eins
Nur eis, merci.
Nur eins, danke.
„eis“ ist „eins“ beim Zählen und beim Zeigen, ohne End-n. Vor einem Substantiv wird daraus wie bei dir der unbestimmte Artikel, nur ohne Kasusendung: „en Kafi“, „e Stange“, „es Billett“. Wenn du dich beim Geschlecht vertust, fällt das niemandem auf.
zweiA1
ZWÄI (offeneres ei)
D Zahl 2.
zwei (in Zürich; anderswo „zwöi“)
En Tisch für zwei, bitte.
Einen Tisch für zwei, bitte.
Lautlich wie bei dir, der Diphthong nur etwas offener. Regional: Zürich sagt „zwei“, Bern und weite Teile des Landes „zwöi“. Merk dir gleich dazu „Mir sind zu zweit“ – „mir“ ist hier „wir“ und nicht das Dativpronomen, einer der falschen Freunde, über die man beim ersten Zuhören stolpert.
drüüA1
DRÜÜ (langes ü)
D Zahl 3.
drei
Gleis drüü.
Gleis drei.
Die klassische Doppelung am Bahnhof: Aus dem Lautsprecher kommt hochdeutsch „Gleis drei“, vom Menschen neben dir „Gleis drüü“. Zürichdeutsch rundet den Vokal zu einem langen ü, mit deinem „drei“ hat das hörbar nichts mehr zu tun. „Mir sind zu dritt“ sagst du im Restaurant.
vierA1
FIER (v als f)
D Zahl 4.
vier (wie im Hochdeutschen)
Mir sind zu viert.
Wir sind zu viert.
Hier ändert sich nichts, das v bleibt ein f. „Mir sind zu viert“ nennt die Anzahl am Tisch, „am vieri“ ist um vier Uhr. Daraus kommt auch „s Zvieri“, der Nachmittagsimbiss, den hier Kinder wie Wandernde selbstverständlich dabeihaben.
föifA1
FÖ-if
D Zahl 5.
fünf
Das macht föif Franke.
Das macht fünf Franken.
Zürich sagt „föif“ mit getrenntem ö und i, Bern „füüf“. „Das macht föif Franke“ nennt die Summe, „föif Franke zwänzg“ sind CHF 5.20. Barbeträge werden auf 5 Rappen gerundet, Kartenzahlungen auf den Rappen genau – der Betrag auf dem Bon kann also leicht abweichen.
sächsA1
SÄCHS (ch wie in „Bach“)
D Zahl 6.
sechs
Mir träffed eus am sächsi.
Wir treffen uns um sechs.
Das „chs“ ist Rachen-ch plus s, nicht dein „ks“ – „sächs“ klingt deutlich rauer als „sechs“. Uhrzeiten bekommen gesprochen ein -i: „am sächsi“ ist um sechs. Geschrieben stehen Fahrpläne im 24-Stunden-Format, in der Schweiz mit Punkt: „18.00“.
sibeA1
SI-be
D Zahl 7.
sieben
Zmorge gits ab sibni.
Frühstück gibt es ab sieben.
„sibe“ beim Zählen, „am sibni“ um sieben, „ab sibni“ ab sieben. Die halbe Stunde funktioniert wie bei dir: „halbi acht“ ist 7.30, da musst du nichts umdenken. Anders ist das Viertel – gesagt wird „viertel ab achti“, wo du „viertel nach acht“ sagst; „viertel vor“ bleibt „viertel vor“.
achtA1
ACHT (ch wie in „Bach“)
D Zahl 8.
acht (mit hartem Rachen-ch)
De Zug fahrt am achti.
Der Zug fährt um acht.
Am Ende steht das harte Rachen-ch wie in „Bach“, „fahrt am achti“ ist „fährt um acht“. Praktisch für die Planung: Gegessen wird eher früh, etwa von sechs bis acht. In den Städten nimmt die Küche bis gegen halb zehn Bestellungen an, in kleineren Orten schließt sie oft schon um neun – um acht zu reservieren geht überall, viel später nicht mehr.
nüünA1
NÜÜN (langes ü)
D Zahl 9.
neun
Zimmer nüün.
Zimmer neun.
Ein langes ü mit vorgeschobenen Lippen; „nüün“ als „neun“ zu erkennen, kostet dich keine Mühe. Merk dir lieber die Ableitung dahinter: „Znüni“ ist der Imbiss „um nüüni“, also um neun. Zimmer-, Bus- und Tramnummern werden als einfache Zahlen gelesen, nicht paarweise.
zähA1
ZÄÄ
D Zahl 10.
zehn
Zäh Minute z Fuess.
Zehn Minuten zu Fuß.
„zäh“ ist „zehn“ ohne End-n, das ä lang gezogen. „Zäh Minute z Fuess“ ist die Standardantwort auf „Isch es wiit?“ – und wie überall in der Schweiz steht dort „Fuess“ ohne ß. Die Zweistelligen laufen wie bei dir rückwärts, nur mit ä: „vierezwänzg“ ist vierundzwanzig, „vierezwänzg füfzg“ sind CHF 24.50.