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Chinesisch für die Reise: Warum dein Trinkgeld zurückkommt und die Rechnung nie von allein kommt

· 4 Min. Lesezeit · Words on Repeat
chinese Redewendungen Reisen

Lass nach dem Abendessen in China ein paar Scheine auf dem Tisch liegen und schau, was passiert: Der Kellner bringt sie dir zurück oder fragt sich ratlos, wofür sie sein sollen. Niemand ist beleidigt. In China gibt es schlicht kein Trinkgeld, nicht für Kellner, Hotelpersonal oder Taxifahrer, und die Bezahl-Apps haben nicht einmal ein Feld dafür.

Die Sätze unten gehören zum kostenlosen Chinesisch-Reise-Kit, und jeder von ihnen entschärft eine Gewohnheit, die Erstbesucher ins Stolpern bringt.

Lerne diese fünf Sätze auf Chinesisch zuerst 1 你好 / 早上好 Hallo / Guten Morgen · nǐ hǎo / zǎoshang hǎo 2 Bitte (bei einer Bitte) · qǐng 3 谢谢 Danke · xièxie 4 不好意思 Entschuldigung / Entschuldigen Sie · bù hǎoyìsi 5 买单 Die Rechnung, bitte · mǎidān
Tag eins des Chinesisch-Reise-Kits: die fünf, die du am meisten brauchst.

„Xièxie“ ist das ganze Trinkgeld

Sag 谢谢 (xièxie, deutsch gelesen etwa „chje-chje“ mit dem ch aus „ich“, die zweite Silbe leicht und tonlos) deutlich, und du hast alles getan, was auch ein Einheimischer tun würde. Die Antwort, die du hörst, ist „bú kèqi“ (nicht so förmlich) oder „bú yòng xiè“ (nicht nötig). Aufrunden oder jemandem einen Schein in die Hand drücken führt nur dazu, dass er zurückkommt. „Duō xiè“ oder „fēicháng gǎnxiè“ heißt vielen Dank, unter Freunden wirkt das aber steif.

Ruf den Kellner, warte nicht auf ihn

不好意思 (bù hǎoyìsi, deutsch gelesen „bu chau-i-ss“, das h wie das ch in „Bach“, die letzte Silbe tonlos) ist das Allzweck-„Entschuldigung“: eine fremde Person ansprechen, ein kleiner Rempler, das Personal unterbrechen. Für eine echte Entschuldigung heißt das Wort „duìbuqǐ“. Aber am Restauranttisch bringt es dir keine Bedienung. In China wartest du nicht darauf, bemerkt zu werden; du rufst „fúwùyuán!“ (Bedienung) deutlich quer durch den Raum oder drückst den Rufknopf am Tisch. Das ist normal, nicht unhöflich, und sonst kommt niemand.

„Kāfēi“ allein bringt dir eine Rückfrage

Bestell 来一杯咖啡 (lái yì bēi kāfēi, deutsch gelesen „lai ji bei ka-fei“), und du wirst gefragt, welchen. Der schwarze ist „Měishì“ (Americano), der milchige „nátiě“ (Latte), und „rè de“ oder „bīng de“ heißt heiß oder eisgekühlt. Die Falle lauert am Tresen: Die großen Ketten Luckin, Manner und Cotti sind auf Bestellung per App mit hohen Rabatten ausgelegt. Wer einfach hingeht, zahlt mehr, und das Personal zeigt auf den QR-Code, nimmt die Bestellung aber trotzdem an. Das eigentliche Standardgetränk ist Tee, und heißes Wasser gibt es gratis dazu.

Die Rechnung kommt nie von allein

Auch die Rechnung kommt nicht ungefragt. Wenn du fertig bist, ruf „fúwùyuán, 买单“ (mǎidān, deutsch gelesen „mai-dan“) oder „jiézhàng“, oder fang einen Blick auf und deute ein Unterschreiben an. Achte auf den Ton: „mǎi“ (die Stimme sackt ab) heißt kaufen, „mài“ (fallend) verkaufen. Hast du per QR-Code bestellt, hast du womöglich schon im Voraus gezahlt; wenn nicht, tippst du im selben Mini-Programm auf mǎidān, scannst den Code, den man dir zeigt, oder zahlst an der „shōuyíntái“ (Kasse) neben der Tür. Nicht aufrunden.

Ein Gedeck gibt es in China ebenfalls nicht. Die eine Zeile, die die Summe verändern kann, ist 服务费 (fúwùfèi, deutsch gelesen „fu-u-fei“), eine Servicegebühr von zehn bis fünfzehn Prozent, die gehobene Restaurants und Hotelrestaurants auf der Karte ausweisen. Zwei kleinere Posten überraschen Touristen, sind aber normal: „chá wèi fèi“, eine Teepauschale pro Person in kantonesischen und Dim-Sum-Lokalen, und „cānjù fèi“, ein bis zwei Yuan für das eingeschweißte Set aus Tellern und Schalen.

Zwei Belege, und eine Erstattung, die du an der Kasse verlangen musst

Sag 麻烦给我小票 (máfan gěi wǒ xiǎopiào, deutsch gelesen „ma-fan gei uo chjau-pjau“), und du bekommst den Kassenzettel, das xiǎopiào. Bei Handyzahlung ist dein Nachweis der Eintrag in der App, und viele Läden drucken gar nichts. Der andere Beleg ist das „fāpiào“, die amtliche Steuerrechnung. Das Personal fragt „yào fāpiào ma?“, und solange dein Arbeitgeber sie nicht braucht, lautet die Antwort „bú yòng“. Wichtig wird das Fapiao bei der Steuerrückerstattung für Touristen, „tuìshuì“, rund 9 % zurück. Sie funktioniert nur in Läden mit dem Aufkleber 退税 / Tax Free: dort an einem Tag mindestens 200 Yuan ausgeben, an der Kasse das Erstattungsformular („tuìshuì shēnqǐngdān“) und das Fapiao verlangen und innerhalb von 90 Tagen am Flughafen abwickeln. Nachträglich geht das nicht.

Einchecken, dann auschecken

Entwerter gibt es in China nicht. In der Metro heißt es 刷卡 / 扫码 (shuākǎ / sǎomǎ, deutsch gelesen „schua-ka“ / „sau-ma“), Karte auflegen oder Code scannen, an den Schranken beim Hineingehen und noch einmal beim Hinausgehen, denn der Fahrpreis richtet sich nach der Entfernung. Kauf einen Einzelfahrschein am Automaten oder nimm den Verkehrscode in Alipay (unter „Transport“, deine Stadt auswählen), der in den meisten großen Städten mit hinterlegter ausländischer Karte funktioniert, auch im Bus. Die Falle ist das Hinausgehen ohne Auschecken: Wer an der Ausgangsschranke nicht auscheckt, zahlt am Servicetresen den Höchstpreis, und Schwarzfahren kostet ein Vielfaches des Fahrpreises, in Shanghai das Fünffache. Im Zug ist es anders: nichts zu entwerten, nur der Pass am Gate.

Eine Schulter im Gedränge ist nicht unhöflich

让一下 (ràng yíxià, deutsch gelesen „rang ji-chja“) heißt „machen Sie kurz Platz“, und 借过 (jièguò, deutsch gelesen „dje-guo“) sagt dasselbe in einem Atemzug; ein „máfan“ davor macht beides weicher. Sag es an der Metrotür, und die Leute machen Platz. Der Abstand zu Fremden ist kleiner als zu Hause, und eine wortlose Schulter im Gedränge ist hier nicht als Unhöflichkeit gemeint, also nimm es nicht persönlich. Tritt vor den Türen zur Seite, bevor sie aufgehen, denn die Aussteigenden strömen zuerst heraus, jedenfalls in der Theorie.

Die Fallen auf einen Blick DU SAGSTWAS WIRKLICH PASSIERT (ein Trinkgeld) kommt zurück, oder ein ratloser Blick Bù hǎoyìsi (zum Kellner) nichts; ruf stattdessen fúwùyuán Kāfēi die Rückfrage, welchen (nichts an der Ausgangsschranke) der Höchstpreis am Servicetresen
Was der Satz für Einheimische bedeutet, nicht für den Sprachführer.

Die anderen zweiundvierzig

Diese Sätze stammen aus den Tagen eins bis vier des Chinesisch-Reise-Kits: zehn Sätze am Tag, fünf Tage lang, jeder mit lesbarer Lautschrift, einem Tipp wie oben und Audio. Tag eins läuft im Browser ohne Konto, und der Bogen passt beim Ausdrucken auf drei Seiten für den Flug.

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