Niederländisch für Touristen: Warum „dank u“ nein heißt (und was das vergessene Auschecken kostet)
Irgendwo in den Niederlanden hält dir an deinem ersten Morgen jemand eine Kanne Kaffee hin und fragt, ob du noch möchtest. Du lächelst, froh über ein niederländisches Wort, das du parat hast, und sagst „dank u“. Die Kanne wandert zurück auf den Tresen. Nichts ist schiefgelaufen, und niemand war unhöflich. Ein bloßes „dank u“ auf ein Angebot heißt nein danke, und die Niederländer haben dich schlicht beim Wort genommen. Die Falle kennst du aus dem Deutschen, wo ein knappes „danke“ dasselbe tut, nur tappt man in einer fremden Sprache trotzdem hinein.
Die sechs Fallen unten werden jeweils von einem Satz aus dem kostenlosen Niederländisch-Reise-Kit entschärft: fünfzig Sätze in fünf Tagen, mit Aussprache.
„Dank u“ kann nein heißen
„Dank u wel“ (dank ü WEL) heißt vielen Dank, und „bedankt“ ist die Alltagskurzform, die überall passt. Der Haken zeigt sich, wenn dir jemand etwas anbietet. Antworte mit einem schlichten „dank u“, und die Niederländer hören „nein danke“. Wer annehmen will, sagt „ja, graag“: ja, gerne. Heb dir „dank u“ für danach auf.
Wenn du dich dann bedankst, kommt „graag gedaan“ (gern geschehen) oder „geen dank“ zurück. Ein Ladenbesitzer sagt vielleicht einfach noch einmal „alstublieft“, dasselbe Wort wie bitte, das hier aber „bitte sehr“ beim Überreichen heißt.
Ein Coffeeshop verkauft keinen Kaffee
Bestell „Een koffie, alstublieft“ (en KOF-fie, als-tü-BLIEFT), und du bekommst eine normale Tasse schwarzen Kaffee, meist mit einem kleinen Keks und Milch daneben. Wenn du ihn milchig möchtest, heißt er „koffie verkeerd“, wörtlich „verkehrter Kaffee“, halb Milch und ungefähr ein Milchkaffee. Cappuccino gibt es auch überall.
Die Falle ist das Schild an der Tür. Ein „coffeeshop“ verkauft in den Niederlanden Cannabis, keinen Kaffee. Für eine Tasse Kaffee suchst du „koffiebar“ oder „lunchroom“. Ein niederländisches „café“ ist eine Kneipe.
Der Kellner ignoriert dich nicht
Die Bedienung am Tisch ist in den Niederlanden entspannt, und niemand weicht dir aus. Such den Blickkontakt und sag „Pardon“ (par-DON) oder ein höfliches „meneer“ oder „mevrouw“. „Pardon“ funktioniert auch, um auf der Straße jemanden anzusprechen. Für einen kleinen Rempler sagen die Niederländer „sorry“ (SOR-rie, mit reinem „s“), im Niederländischen völlig eingebürgert. Für eine echte Entschuldigung heißt es „het spijt me“.
Um in einer vollen Tram, im Marktgedränge oder an der Theke an jemandem vorbeizukommen, nimmst du den ganzen Satz „Mag ik er even langs?“ (mach ik er EH-we langs), darf ich mal vorbei. Ein bloßes „pardon“ wird verstanden, aber dieser Satz ist es, der die Leute wirklich zur Seite treten lässt. Das Wörtchen „even“, unser „mal“, macht jede Bitte weicher, und die Niederländer benutzen es ständig.
Ein Geräusch, das du schnell lernen solltest: eine Fahrradklingel hinter dir. Sie bedeutet, dass du auf dem Radweg stehst.
Die Rechnung, das Kartenterminal und der „fooi“-Bildschirm
Die Rechnung kommt erst, wenn du danach fragst, und vor leeren Tassen zu sitzen ist normal. Wenn du so weit bist, sag „De rekening, alstublieft“ (de REH-ke-ning, als-tü-BLIEFT) oder das niederländischere „mogen wij afrekenen?“, dürfen wir zahlen. Der Kellner bringt ein Kartenterminal an den Tisch. Wirst du gefragt „samen of apart?“, will man wissen, ob ihr zusammen oder getrennt zahlt, und getrennt zahlen ist völlig normal.
Jetzt das Trinkgeld, „fooi“ (foh-i). Die Preise auf der Karte enthalten in den Niederlanden per Gesetz Steuer und Bedienung, es gibt also keine Gedeckzeile auf der Rechnung, und niemand erwartet ein großes Trinkgeld. Aufrunden oder fünf bis zehn Prozent bei gutem Service sind üblich, etwas weniger selbstverständlich als in Deutschland. Das Kartenterminal zeigt oft einen „fooi“-Bildschirm; dort kannst du etwas hinzufügen, oder du sagst „maak er maar twintig van“, um auf zwanzig aufzurunden. Nachlaufen wird dir so oder so niemand.
„Wilt u de bon?“ und der andere Zettel
An der Kasse fragt die Kassiererin meist „wilt u de bon?“, möchten Sie den Bon. Du musst ihn nicht mitnehmen: Antworte „ja, graag“ oder „nee, dank u“. Wenn du ihn möchtest, bitte um „Het bonnetje, alstublieft“ (et BON-ne-tje, als-tü-BLIEFT), und heb ihn für einen Umtausch auf.
Einen zweiten Zettel solltest du kennen. Auf Flaschen und Dosen liegt ein Pfand namens „statiegeld“, 15 bis 25 Cent pro Stück. Der Rücknahmeautomat im Supermarkt nimmt das Leergut und druckt einen „statiegeldbon“, den du an der Kasse abgibst, um das Geld zurückzubekommen. Das Verfahren kennst du aus Deutschland, nur die Wörter nicht.
Auschecken, oder den Pauschalbetrag zahlen
Das ist die Strafe, die Touristen erwischt. In jedem Zug, jeder Tram, jedem Bus und jeder Metro in den Niederlanden hältst du beim Einsteigen Karte oder Handy an das Lesegerät, „inchecken“ (IN-tschek-ke), und beim Aussteigen noch einmal, „uitchecken“ (ÖIT-tschek-ke). Vergisst du das Auschecken, behält das System einen Pauschalbetrag: zwanzig Euro im Zug, vier in Bus, Tram oder Metro. Wer ganz ohne Check-in fährt, zahlt dem Kontrolleur siebzig Euro plus Fahrpreis, oder fünfzig bei sofortiger Kartenzahlung.
Nimm beide Male dieselbe Karte. Beim Umstieg vom Zug in den Bus checkst du aus dem Zug aus und im Bus wieder ein. Die Durchsage „vergeet niet uit te checken“ ist die Erinnerung: Vergiss nicht auszuchecken.
Die anderen zweiundvierzig
Diese acht Sätze verteilen sich über die Tage eins bis vier des Niederländisch-Reise-Kits: zehn Sätze am Tag, fünf Tage lang, jeder mit einer Lautschrift, die du laut lesen kannst, einem Tipp wie oben und Audio. Tag eins läuft im Browser ohne Konto, und der ganze Bogen passt beim Ausdrucken auf drei Seiten für den Flug.