Brasilianisches Portugiesisch: Die Sätze, die Touristen falsch sagen, von obrigada bis „CPF na nota?“
Du stehst in São Paulo an der Kasse einer padaria, einer Bäckerei, und die Kassiererin stellt eine Frage, auf die dich kein Sprachführer vorbereitet hat: „CPF na nota?“ Du hast keine Ahnung, was ein CPF ist und ob ein Nein Ärger bedeutet. Das passiert an fast jeder Kasse in Brasilien, und die Antwort ist ein einziges Wort. Diese Frage und die Endung von „danke“, die Brasilianern am schnellsten auffällt, sind die Fallen, um die es in diesem Beitrag geht.
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„Obrigado“ oder „obrigada“ richtet sich nach dir, nicht nach deinem Gegenüber
„Obrigado“ (o-bri-GA-du) und „obrigada“ (o-bri-GA-da) heißen beide danke, und die Endung folgt der sprechenden Person, nicht der Person, der gedankt wird. Ein Mann sagt obrigado, eine Frau sagt obrigada, ganz gleich, mit wem sie reden. Touristen drehen es um und passen es an die Person vor ihnen an, und genau das ist der Fehler, den Brasilianer am schnellsten bemerken. Weil sich unser „danke“ nie verändert, tappt man leicht hinein. Im schnellen Sprechen hörst du es zu „brigado“ verkürzt, und die Antwort ist „de nada“ oder das sehr brasilianische „imagina“, keine Ursache.
„Desculpe“ kommt nach dem Rempler, „com licença“ davor
„Desculpe“ (dschis-KUL-pi) deckt einen kleinen Rempler, eine leichte Entschuldigung oder das Ansprechen einer fremden Person ab. Was es nicht kann: einen Kellner rufen. Brasilianer sagen „moço“ oder „moça“, junger Mann oder junge Frau, plus „por favor“, oder suchen einfach den Blickkontakt. Ein „desculpe“ quer durchs Restaurant klingt wie eine Entschuldigung. „Desculpa“ ist die Variante unter Freunden, und „sinto muito“ ist eine echte Entschuldigung.
Um an jemandem vorbeizukommen, sagst du „Com licença“ (kon li-SSEN-ssa): beim Drängeln durch einen Bus oder eine Menschenmenge, beim Vorbeigehen an jemandem, beim Betreten eines Raums, beim Verlassen eines Gesprächs. „Com licença“ vorher, „desculpe“, wenn du schon angestoßen bist. Im vollen Bus hörst du nur „licença“. Die Antwort „pois não“ heißt „bitte sehr“, nicht „nein“, also geh ruhig durch.
„Um cafezinho“ ist vielleicht schon gesüßt
Bestell „Um cafezinho, por favor“ (un ka-fe-SIN-ju, por fa-WOR), und du bekommst eine kleine Tasse starken schwarzen Kaffee. Die Falle ist der Zucker. Der Gratiskaffee aus der Thermoskanne in Läden, Büros und an Tankstellen ist oft schon gesüßt, und in der padaria wird gefragt: „com ou sem açúcar?“, mit oder ohne Zucker. Wenn dir das wichtig ist, sag gleich beim Bestellen „sem açúcar“.
Milchkaffee ist „café com leite“, aber das Glas in der padaria hat eigene Namen: „pingado“ in São Paulo, vor allem Milch mit einem Schuss Kaffee, oder „média“ in Rio, halb und halb. Für einen Espresso bestellst du „um expresso“. In Portugal verschieben sich die Wörter: „um café“ ist dort ein Espresso, und in Lissabon heißt er „uma bica“.
Die Rechnung kommt erst, wenn du fragst
Eine Stunde vor einem leeren Glas zu sitzen ist in Brasilien normal, und die Rechnung erscheint nicht von allein. Wenn du so weit bist, ruf den Kellner mit „moço“ oder „moça“ oder mit der Geste des Schreibens in der Luft und sag „A conta, por favor“ (a KON-ta, por fa-WOR). Der Kellner bringt das Kartengerät an den Tisch und fragt „vai pagar como?“, wie du zahlen möchtest.
Die 10 % „serviço“ sind nur auf dem Papier freiwillig
Die Rechnung kommt mit bereits aufgeschlagener Bedienung, als Zeile „Serviço 10%“ (ser-WI-ssu, dess por SSEN-tu) oder „taxa de serviço“. Fast jedes brasilianische Restaurant schlägt sie auf. Rechtlich ist der Betrag freiwillig, deshalb steht „opcional“ auf der Rechnung, und dieses Wort bringt Touristen dazu, darüber zu streiten oder noch Trinkgeld obendrauf zu geben. Beides ist falsch. Alle zahlen die zehn Prozent, sie sind das Trinkgeld des Kellners, und mehr gibst du nicht. Streichen lassen, mit „sem o serviço“, solltest du sie nur bei wirklich schlechtem Service.
„Couvert“ auf derselben Rechnung ist das Gedeck aus Brot und Vorspeisen, pro Person berechnet und ablehnbar, wenn du es unberührt zurückgehen lässt. „Couvert artístico“ ist eine Gebühr pro Kopf für Livemusik.
„CPF na nota?“ Sag einfach „não“
„A nota, por favor“ (a NO-ta, por fa-WOR) verlangt den Kassenbon, aber der Satz, den du wirklich brauchst, ist die Antwort auf „CPF na nota?“. Die Kassiererin möchte deine brasilianische Steuernummer auf den Bon drucken, Teil eines Steuerrückerstattungsprogramms für Einheimische. Du brauchst keine. Sag „não“, und es geht weiter. Den Bon, die „nota fiscal“ oder den „cupom“, musst du nicht mitnehmen, für Umtausch oder Spesenabrechnung solltest du ihn aber behalten.
Nichts zu entwerten, und im Bus zahlst du drinnen, nicht vorher
Es gibt keinen Entwerter. In Brasilien zahlst du, indem du am Drehkreuz, der „catraca“, eine Karte auflegst: eine Verkehrskarte (Bilhete Único in São Paulo, Jaé in Rio) oder, in der Metro und inzwischen in den meisten Bussen, eine kontaktlose Bankkarte. Auf dem Schild steht „Aproxime o cartão“ (a-pro-SSI-mi u kar-TAUN), Karte auflegen, und der Fahrer oder die Aufsicht sagt „passa o cartão“.
Der Bus ist die Falle: Du zahlst an Bord, am Drehkreuz hinter dem Fahrer, nicht vor dem Einsteigen. Bargeld ist auf dem Rückzug: Rio schafft es in seinen Bussen ab, und Fahrer in São Paulo nehmen es zwar, haben aber kaum Wechselgeld. Halte also lieber eine kontaktlose Karte bereit als Münzen.
Die anderen zweiundvierzig
Diese acht Sätze stammen aus den Tagen eins bis vier des Portugiesisch-Reise-Kits: zehn Sätze am Tag, fünf Tage lang, jeder mit einer lesbaren Lautschrift, einem Tipp wie oben und Audio. Tag eins läuft im Browser ohne Konto, und der Bogen passt beim Ausdrucken auf drei Seiten.