Sumimasen, die Rechnung und das Gericht, das du nicht bestellt hast: Fünf japanische Gewohnheiten für die erste Reise
Japan ist eines der Länder, in denen man am leichtesten ohne die Sprache reist, und zugleich eines, in dem man am leichtesten still und leise etwas falsch macht. Niemand wird dich korrigieren. Der Kellner kommt einfach nicht, das kleine Gericht bleibt auf der Rechnung, und die Bahnschranke schlägt zu. Fünf Gewohnheiten erklären das meiste davon, und für jede gibt es einen Satz, den du in einer Minute lernst. Alle fünf gehören zum kostenlosen Japanisch-Reise-Kit, fünfzig Sätze in fünf Tagen mit Aussprache.
„Sumimasen“ hat drei Aufgaben
Sumimasen (deutsch gelesen ssu-mi-ma-ssen, vier gleich lange Silben, keine betonte, das s scharf wie in „Ast“) ist das nützlichste Wort des Landes. Es heißt „Entschuldigung“, wenn du einen Kellner rufst oder eine fremde Person ansprichst, „Verzeihung“ nach einem Rempler und „danke“, wenn dir jemand einen kleinen Gefallen getan hat. Ein deutliches „sumimasen!“ quer durchs Restaurant zu rufen ist normal, nicht unhöflich. Kellner warten vielerorts darauf, gerufen zu werden, und in belebteren Lokalen gibt es dafür einen Knopf am Tisch. Für eine echte Entschuldigung heißt das Wort „gomen nasai“, gegenüber Personal „mōshiwake arimasen“.
Im vollen Zug hängst du einfach dran, was du vorhast: „Sumimasen, orimasu“ (ssu-mi-ma-ssen, o-ri-mass, ich steige aus) an der Tür, und die Leute machen Platz. Im engen Ladengang „sumimasen, tōshite kudasai“, bitte lassen Sie mich durch. Und eine kleine Falle auf der Rolltreppe: In Tokio steht man links, in Osaka rechts, und die Gehseite blockiert man nie.
Danke, und die Antwort, die du nicht hören wirst
Arigatō gozaimasu (a-ri-ga-toh go-sai-mass) ist die volle Form, für Personal und Fremde. Ein bloßes „arigatō“ ist für Freunde und Kinder. Die Lehrbuchantwort „dō itashimashite“ hört man in Läden selten. Das Personal antwortet mit einer Verbeugung oder „arigatō gozaimashita“, der Vergangenheitsform, ein Dank für das, was gerade zu Ende ist. Trinkgeld gibt es in Japan nicht, nie. Auf dem Tisch liegen gelassene Münzen trägt man dir auf die Straße nach. Die Verbeugung ist das Trinkgeld.
Die Rechnung kommt oft mit dem Essen
In vielen Restaurants kommt die Rechnung mit dem Essen, in einem kleinen Schälchen oder am Tisch festgeklemmt. Wenn du fertig bist, trägst du sie zur Kasse neben der Tür. Wo sie nicht kommt, sag „O-kaikei onegai shimasu“ (o-kai-keh o-ne-gai schi-mass) oder kreuze die Zeigefinger zu einem X, die japanische Geste für „die Rechnung, bitte“. Leg Bargeld oder Karte in das kleine Tablett, nicht in die Hand der Kassiererin. Getrennt nach Posten zu zahlen ist selten, „betsu-betsu de“ (getrennt) funktioniert aber in Ketten.
Das Gericht, das du nicht bestellt hast
Im Izakaya kommt mit deinem ersten Getränk ein kleines Gericht. Du hast es nicht bestellt, und ablehnen kannst du es kaum. Das ist das otōshi (o-toh-schi), eine verbindliche Platzgebühr von etwa 300 bis 600 Yen pro Person, auf der Rechnung als お通し oder 席料. Es ist kein Betrug. Hotels und gehobenere Restaurants schlagen stattdessen zehn bis fünfzehn Prozent Servicegebühr auf. Preise auf der Karte sind als 税込 (inklusive Steuer) oder 税抜 (ohne Steuer, also zehn Prozent dazurechnen) gekennzeichnet.
Kaffee ist ein heißer Filterkaffee
Kōhī (koh-hih, beide Vokale lang) allein bringt dir einen heißen Filterkaffee, schwarz, Milch und Zucker daneben, und du wirst das ganze Jahr über gefragt „hotto ka aisu?“, heiß oder kalt, denn Eiskaffee ist Standard und keine Sommerlaune. Für einen Milchkaffee bestell „kafe ore“ oder „kafe rate“. Der billigste gute Becher kommt für rund 140 Yen aus dem Automaten im Konbini, dem japanischen Minimarkt. Ein altmodisches kissaten, ein Kaffeehaus alter Schule, verlangt 500 Yen oder mehr, aber der Platz gehört dir, solange du willst.
Beim Hinausgehen dieselbe Karte auflegen
Entwertet wird in Japan nichts, und einen Kontrolleur mit Bußgeld gibt es nicht. Das System ist einchecken, auschecken, und der Fahrpreis wird am Ausgang berechnet. Die Falle: Du musst an der Ausgangsschranke dieselbe Karte auflegen wie beim Einstieg, sonst schlägt die Schranke zu, piept, und du steckst fest, bis jemand vom Personal sie zurücksetzt. Zu wenig Guthaben stoppt dich ebenfalls; aufladen kannst du am Nachzahlautomaten neben den Schranken. Suica und PASMO funktionieren beide auf dem Handy, und der Satz an jeder Schranke lautet „IC kādo o tatchi shite kudasai“ (ai-schih kah-do o tat-tschi schi-te ku-da-ssai), IC-Karte auflegen.
Der Rest der fünfzig
Diese Sätze verteilen sich über die Tage eins, zwei und vier des Japanisch-Reise-Kits. Zehn Sätze am Tag, jeder mit lesbarer Lautschrift, einem Tipp wie oben und Audio, fünf Tage lang. Tag eins läuft in deinem Browser ohne Konto, und der Bogen passt beim Ausdrucken auf drei Seiten, falls du lieber Papier dabeihast.